In der zweiten Beta von iOS 27 hat Apple eine neue Anweisung für Siri AI hinterlegt. Sie regelt, wie das System mit Bitten umgehen soll, den Inhalt einer Internetadresse zusammenzufassen – und die Antwort fällt eindeutig aus.
Mit der zweiten Entwickler-Beta hat Apple zahlreiche kleinere Anpassungen an iOS 27 vorgenommen, von denen viele unter der Oberfläche liegen. Eine davon betrifft den internen Steuerungstext, der das Verhalten von Siri AI vorgibt. Die Neuerung ist Teil der laufenden Beta-Phase von iOS 27 und legt fest, dass Siri AI Anfragen zum Auslesen oder Zusammenfassen von Webseiten künftig unmissverständlich abweisen soll, statt Umwege anzubieten.
Was die neue Regel vorschreibt
In der Beta 2 ist im Steuerungstext von Siri AI ein neuer Abschnitt aufgetaucht, der den Umgang mit Internetadressen klar definiert. Sinngemäß lautet die Anweisung, dass Siri AI nicht auf Inhalte hinter einer URL zugreifen kann. Übergibt eine Person eine Adresse mit der Bitte, sie zusammenzufassen, zu lesen oder Informationen daraus zu entnehmen, soll Siri AI mitteilen, dass kein Zugriff auf Webseiten möglich ist. Ausdrücklich untersagt ist es zudem, anschließend Folgevorschläge oder Umgehungswege anzubieten.
Vorher schon gesperrt, jetzt klar benannt
Neu ist dabei nicht die technische Einschränkung selbst. Siri AI konnte auch zuvor keine Inhalte hinter einer Adresse abrufen. Geändert hat sich vielmehr die Vorgabe, wie offen das System mit dieser Grenze umgeht: Statt eine Anfrage womöglich teilweise zu bearbeiten oder Alternativen vorzuschlagen, soll Siri AI nun direkt und ohne Ausweichmanöver erklären, dass die Aufgabe nicht erfüllbar ist – auch dann, wenn jemand versucht, die Sperre zu umgehen.
Warum Apple diesen Schritt gehen könnte
Einen offiziellen Grund nennt Apple nicht. Denkbar wäre, dass das Unternehmen verhindern möchte, dass Siri AI dem Vorbild anderer KI-Chatbots folgt und Webinhalte ausliest und zusammenfasst, ohne Nutzer auf die Originalseiten zu leiten. Diese Praxis steht in der Kritik, weil sie Webseitenbetreibern langfristig den Datenverkehr entziehen und das offene Web wirtschaftlich aushöhlen könnte. Bezeichnend ist, dass Apple Zusammenfassungen per Apple Intelligence bislang nur in Safari anbietet – und auch dort nur, während die betreffende Seite tatsächlich geöffnet ist.
Für Nutzer in Deutschland bleibt die Regel vorerst ohnehin eine Randnotiz: Da Siri AI auf iPhone und iPad in der EU zum Start nicht verfügbar ist, lässt sich die Assistenz dort zunächst gar nicht in dieser Form nutzen. Auf Mac und Vision Pro, wo Siri AI auch in der EU bereitsteht, greift die neue Vorgabe hingegen.
iOS 27: So geht es weiter
Die Anpassung zeigt, wie genau Apple das Verhalten von Siri AI noch während der Testphase justiert. Solche Feinheiten im Steuerungstext können sich bis zum finalen Release im Herbst weiter verändern, ergänzt oder wieder zurückgenommen werden. Sie geben aber einen aufschlussreichen Einblick in die Leitplanken, die Apple seiner überarbeiteten Assistenz setzt – und in die Zurückhaltung, mit der das Unternehmen das Thema Webinhalte angeht. (Bild: Apple)
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