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iPhone 20: Glas-Design soll doch nicht gestrichen sein

Milan Jovicic by Milan Jovicic
12. August 2026 - 14:50 CEST
in Apple Gerüchte
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Glasfläche im Aluminiumrahmen auf der Rückseite eines iPhone 17 Pro Max in Cosmic Orange, beim iPhone 20 Glas-Design soll sich das Glas dagegen um die Kanten ziehen

Beim iPhone 17 Pro Max liegt Glas nur als Feld in der Rückseite, gerahmt von Aluminium. Das Jubiläumsmodell soll dieses Verhältnis umkehren. (Bild: Apfelpatient)

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Einen Tag nach der angeblichen Absage steht die Gegendarstellung. Das glaszentrierte Jubiläumsmodell liege weiter im Zeitplan für September 2027, heißt es nun. Verworfen worden sei nur eine noch radikalere Vorstufe – und zwar früh in der Entwicklung, nicht in letzter Minute.

Am Montag hatte eine Analystennotiz für Aufsehen gesorgt: Das für den 20. Geburtstag des iPhone erwartete Glasmodell sei wegen zu geringer Fertigungsausbeute gestrichen. Einen Tag später widerspricht ein Bericht von Bloomberg, demzufolge das Vorhaben unverändert für 2027 auf Kurs liege. Damit stehen sich innerhalb von 24 Stunden zwei Darstellungen gegenüber, die kaum unterschiedlicher sein könnten.

Das Gehäusematerial gehört zu den wenigen Punkten, die sich durch die gesamte Gerüchtelage zum iPhone 20 ziehen – und ist damit ausgerechnet dort strittig, wo die Berichte bislang am einheitlichsten waren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut einem Bericht von Bloomberg und einer Meldung aus der Zulieferkette soll das glaszentrierte Jubiläums-iPhone weiter für September 2027 geplant sein
  • Gestrichen worden sei demnach nur eine Konzeptstufe mit noch mehr Glasanteil, und das bereits früh in der Entwicklung
  • Das Gerät solle Glas tragen, das sich um die Kanten biegt, gehalten von einem schmalen Metallband in der Gehäusemitte
  • Eine Analystennotiz von Jefferies hatte am Vortag das Gegenteil behauptet und eine zu niedrige Ausbeute als Grund genannt
  • Designänderungen so kurz vor der Vorstellung wären untypisch, weil Apple das Design üblicherweise rund ein Jahr vorher festzurrt

Was der neue Bericht behauptet

Nach der Darstellung von Bloomberg befindet sich das Jubiläumsmodell weiterhin in der Entwicklung und ist für den üblichen September-Termin 2027 vorgesehen. Der Begriff „All-Glass“ wäre dabei ohnehin nie wörtlich zu nehmen: Rahmen, Platine und Innenleben blieben erhalten, das Glas solle sich lediglich um die Kanten des Gehäuses ziehen und von einem Metallband in der Mitte gestützt werden.

Interessant ist der zweite Teil der Meldung. Apple habe ursprünglich einen noch höheren Glasanteil angestrebt, dieses Konzept aber früh im Entwicklungsprozess verworfen. Was 2027 erscheinen soll, wäre demnach bereits die abgemilderte Fassung eines einst radikaleren Entwurfs – und nicht das Ergebnis einer kurzfristigen Notbremse.

Dazu passt ein Argument, das der Bericht selbst anführt: So späte Zeitplanänderungen wären bei Apple ungewöhnlich, weil das Design eines iPhone in der Regel etwa ein Jahr vor der Vorstellung feststeht. Ein im August 2026 gestrichenes Gehäusekonzept für September 2027 würde diesem Rhythmus widersprechen.

Ein dritter Bericht stützt die Gegendarstellung

Einen Tag nach der Gegendarstellung meldet sich mit Digital Chat Station eine weitere Quelle. Das Weibo-Konto gibt an, das Display des Jubiläumsmodells sei in der Zulieferkette gesichtet worden, und nennt dieselben internen Codenamen V73 und V74 für zwei Größen im Zuschnitt von Pro und Pro Max. Die Analystennotiz steht damit zwei Berichten gegenüber, die von einem unveränderten Zeitplan ausgehen.

Aufschlussreich ist die technische Begründung, die der Leaker mitliefert. Das Panel selbst bleibt demnach flach; den randlosen Eindruck erzeugt erst das geformte Deckglas über optische Brechung. Das erklärt, warum die Diagonalen wachsen können, während das Gehäuse ungefähr die Maße des heutigen iPhone 17 Pro Max behält – die zusätzliche Fläche verschwindet in der Wölbung an den Kanten. Zu den größeren Displays der gesamten Jubiläumsreihe fügt sich das ohne Widerspruch.

Belastbarer wird die Lage dadurch nur bedingt. Digital Chat Station liegt bei Panel- und Fertigungsdetails häufig richtig, tritt hier aber als dritte Stimme in einer Frage auf, die sich aus der Zulieferkette heraus grundsätzlich schwer entscheiden lässt: Ein gesichtetes Displaypanel belegt, dass ein Bauteil existiert, nicht dass das Gehäusekonzept darum herum trägt.

Fünf Meldungen in knapp zwei Monaten

Der Widerspruch fällt in eine Phase, in der sich die Berichte zum Jubiläumsmodell auffällig verdichtet haben. Nebeneinandergestellt ergibt sich folgendes Bild:

DatumHerkunftKernaussage
16.06.2026BloombergJubiläumsmodell mit nahezu randlosem Display und seitlich gebogenem Glas
14.07.2026Weibo-Leak (Fixed Focus Digital)Fertigungsstätte für das Glas-Design sei renoviert und einsatzbereit
10.08.2026Jefferies (Edison Lee)Glasmodell wegen niedriger Ausbeute gestrichen, Herabstufung der Aktie
11.08.2026BloombergVorhaben liege unverändert im Plan für September 2027
12.08.2026Weibo-Leak (Digital Chat Station)Display in der Zulieferkette gesichtet, Codenamen V73 und V74 bestätigt

Die Meldung vom Juli, wonach eine Fabrik für das Glas-Design bereitstehe, stammte aus der Zulieferkette und war schon damals nicht unabhängig bestätigt. Sie fügt sich allerdings besser zur aktuellen Gegendarstellung als zur Absage-These. Ähnliches gilt für den Prototypen mit rundum gebogenem Display, der im Mai in der Erprobung gewesen sein soll.

Woran sich der Streit tatsächlich entzündet

Ein Teil des Konflikts dürfte im Begriff selbst liegen. „All-Glass“ wurde in den vergangenen zwölf Monaten für sehr unterschiedliche Dinge verwendet: mal für eine vollständig unterbrechungsfreie Front ohne Dynamic Island, mal für ein Gehäuse, dessen Glas über alle vier Kanten läuft. Der Display-Analyst Ross Young hält die erste Variante seit Anfang des Jahres für 2027 nicht für fertigungsreif und erwartet, dass die verkleinerte Dynamic Island des iPhone 18 Pro bis dahin erhalten bleibt.

Die Notiz von Edison Lee lässt offen, welche der beiden Lesarten gemeint ist – ob also das gesamte Jubiläums-Redesign gestrichen sein soll oder allein dessen Glaskomponente. Genau in diese Lücke stößt die neue Meldung: Ein früh verworfenes Maximalkonzept und ein weiterhin geplantes Glasgehäuse schließen einander nicht aus.

Offen bleibt dabei, was aus dem ehrgeizigsten Teil des Entwurfs wird. Ob Face ID und Frontkamera 2027 tatsächlich vollständig unter dem Display verschwinden oder eine kleine Aussparung bleibt, beantwortet auch der neue Bericht nicht. Dass sich das Jubiläumsmodell auf die Pro-Modelle statt auf ein eigenes Sondergerät verteilt, gilt seit dem Frühjahr als wahrscheinlich.

Warum die Quellen unterschiedlich schwer wiegen

Alle Darstellungen bleiben unbestätigt, sie unterscheiden sich aber in ihrer Machart. Eine Analystennotiz stützt sich auf Rückschlüsse aus Bestellmengen und Gesprächen in der Zulieferkette – ein indirekter Zugang, der Fertigungsprobleme früh sichtbar macht, eine Konzeptstufe aber leicht mit einem ganzen Produkt verwechselt.

Bloomberg hat bei Apples Produktplänen über Jahre eine hohe Trefferquote aufgebaut und berichtet näher an den internen Entscheidungswegen. Für die Frage, ob ein Projekt existiert, ist das die belastbarere Quellenart; für die Frage, ob es fertigungstechnisch trägt, die schwächere. Ein Weibo-Leak wiederum sieht Bauteile, nicht Entscheidungen.

Praktisch heißt das für dich: An deiner Kaufentscheidung in diesem Herbst ändert der Vorgang nichts. Wenn du im September zum iPhone 18 Pro greifst, entscheidest du über ein Gerät, dessen Design längst feststeht. Und weil Apple das Gehäuse eines iPhone rund ein Jahr vor der Vorstellung festzurrt, rechnen wir damit, dass sich die Glasfrage erst im Frühjahr 2027 belastbar klären lässt – dann, wenn die Fertigung der Gehäuseteile anläuft und Zulieferer erstmals konkrete Stückzahlen nennen. Bis dahin dürften weitere Meldungen in beide Richtungen folgen, ohne dass eine davon den Punkt endgültig entscheidet.

Bemerkenswert ist der Verstärkungseffekt. Die Herabstufung der Aktie hatte am Montag ein gesenktes Kursziel von 263,66 Dollar und einen deutlichen Kursrückgang zur Folge. Eine unbestätigte Aussage über ein Gehäusematerial, das frühestens in dreizehn Monaten vorgestellt wird, hat damit binnen Stunden Milliardenwerte bewegt.

Apples Glas-Wette steht weiter

Bestätigt ist von alledem nichts, und Apple äußert sich zu unangekündigten Produkten grundsätzlich nicht. Was sich in dieser Woche geändert hat, ist die Beweislast: Nach zwei Gegendarstellungen müsste die nächste Meldung erklären, warum ein seit über einem Jahr konsistent beschriebenes Vorhaben ausgerechnet jetzt gescheitert sein soll.

Bis dahin bleibt die Gestaltungsidee, die Apple mit Liquid Glass in der Software seit iOS 26 vorbereitet, das plausibelste Motiv hinter dem Entwurf – ein Gehäuse, das die Oberfläche des Systems physisch nachbaut. (Bild: Apfelpatient)

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Tags: iPhone 20iPhone 2027
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Milan hat Apfelpatient 2016 gegründet und verantwortet seit 2018 sämtliche redaktionellen Inhalte – News, Gerüchte, Anleitungen und Produkttests. Apple-Geräte sind hier kein Testmaterial für zwei Wochen, sondern Alltagswerkzeug: Vom iPhone über MacBook Pro, MacBook Air und iMac bis zur Apple Vision Pro läuft aus fast jeder Produktkategorie mindestens ein Gerät im täglichen Einsatz, viele davon jährlich erneuert. Jeder Menüpfad in einer Anleitung wird am Gerät nachgeprüft, bevor er veröffentlicht wird.

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