Das rundum gebogene Display des Jubiläums-iPhones soll kommen – aber ohne zwei Techniken, die es dünner und sparsamer gemacht hätten. Ein Bericht aus Südkorea nennt dafür zwei Gründe, und einer davon hat mit Speicherpreisen zu tun.
Für das Jubiläumsmodell 2027 erwartet die Lieferkette seit Monaten ein OLED-Panel, das sich an allen vier Kanten krümmt. Dazu gehörte bislang ein zweiter Baustein: Im April hieß es, Samsung fertige für Apple ein Spezial-Panel ohne Polarisationsfilter, dünner und heller als bisherige OLED-Displays.
Genau dieser Teil fällt nach einem Bericht der koreanischen Fachzeitung ETNews vom 23. September vorerst weg. Die Zeitung stützt sich auf ungenannte Branchenquellen und nennt weder Dokumente noch einen neuen Zeitplan. Alle bisherigen Gerüchte zum Gerät bündelt die Übersicht zum iPhone 20.
Das Wichtigste in Kürze
- Die vierseitig gekrümmte Display-Form für das iPhone 20 soll bestehen bleiben.
- Zwei Panel-Techniken, COE und LTPO+, sollen dagegen nicht im Jubiläumsmodell zum Einsatz kommen.
- Als Gründe nennt der Bericht steigende Kosten durch Speicherpreise und Technik, die Apples Anforderungen noch nicht erfüllt.
- Einen neuen Termin für beide Techniken gibt es laut Bericht nicht.
Die Form bleibt, zwei Bausteine fallen weg
Die sichtbare Neuerung ist laut ETNews nicht betroffen. Apple soll weiter an einem Display festhalten, das sich um alle vier Kanten des Geräts biegt und dadurch nahezu randlos wirkt.
Verschoben werden dagegen zwei Techniken im Inneren des Panels. Beide hatte Apple dem Bericht zufolge gemeinsam mit Samsung Display und LG Display für das Jubiläumsmodell vorbereitet.
Was COE und LTPO+ bewirkt hätten
COE steht für Color Filter on Encapsulation. Dabei übernimmt ein Farbfilter auf der Schutzschicht des Panels die Aufgabe des bisherigen Polarisationsfilms. Das Panel wird dünner und lässt mehr Licht durch, was bei gleicher Helligkeit Energie spart.
LTPO+ ist eine Weiterentwicklung der Transistortechnik, auf der die variable Bildwiederholrate der Pro-Modelle beruht. Ein Teil der Transistoren wird durch Oxid-Transistoren ersetzt. Das soll die Zahl aufwendiger Laserschritte in der Fertigung senken und den Verbrauch weiter drücken.
| Technik | Was sie ändert | Vorteil |
|---|---|---|
| COE | Farbfilter statt Polarisationsfilm | dünneres Panel, höhere Lichtausbeute |
| LTPO+ | Oxid-Transistoren statt LTPO-Treibertransistoren | weniger Fertigungsschritte, geringerer Verbrauch |
Zwei Gründe für den Aufschub
Branchenquellen nennen ETNews zufolge zwei Ursachen. Die erste sind die Kosten: Steigende Speicherpreise treiben die Herstellungskosten des iPhone bereits nach oben, zusätzliche teure Display-Technik würde die Stückliste weiter belasten. Dazu passt, dass Apple nach Berichten aus der Lieferkette 2027 deutlich mehr für iPhone-Speicher zahlen soll.
Die zweite Ursache ist die Technik selbst. Apple soll mehr Leistung erwarten, als die heutigen COE- und LTPO-Varianten liefern, und Materialien wie Fertigungsprozesse sollen dafür noch nicht ausgereift sein.
Für die Panelhersteller ist das ein Rückschlag. LG Display hatte im Juni 2025 Investitionen von 1,26 Billionen Won angekündigt, davon 700 Milliarden für Panel-Linien im südkoreanischen Paju, und im April 2026 weitere 1,1 Billionen Won nachgelegt.
Wie der Bericht zum bisherigen Bild passt
Die Meldung widerspricht einem Stand aus dem Frühjahr, fügt sich aber in eine Analyse von vergangener Woche. Im April hatte der Leaker Digital Chat Station ein Panel ohne Polarisationsfilter für das Jubiläumsmodell gemeldet. Das Marktforschungsunternehmen UBI Research rechnete dagegen Mitte September damit, dass ein Display ohne Polarisator erst ab 2029 in die Pro-Modelle einzieht.
| Datum | Quelle | Stand zu COE beim iPhone Pro |
|---|---|---|
| April 2026 | Digital Chat Station (Weibo) | im Jubiläumsmodell 2027 vorgesehen |
| September 2026 | UBI Research | erst ab zweiter Jahreshälfte 2029 erwartet |
| 23. September 2026 | ETNews | im Jubiläumsmodell verschoben, ohne neuen Termin |
Beide Stände schließen sich nicht aus: Der Leak aus dem April beschrieb eine Planung, der aktuelle Bericht beschreibt, dass sie aufgegeben wurde. Die Analyse von UBI Research nennt einen späteren Zeitpunkt, den ETNews ausdrücklich offenlässt.
Das Jubiläumsmodell verliert Effizienz, nicht sein Gesicht
Für Käufer bleibt das Entscheidende erhalten. Was das iPhone 20 von vorne unterscheidet, ist die gebogene, nahezu randlose Front – und die soll kommen. COE und LTPO+ hätten vor allem die Akkulaufzeit und die Bauhöhe verbessert, beides Punkte, die man im Laden nicht sieht.
Ärgerlich ist der Verzicht an anderer Stelle. Ein dünneres, effizienteres Panel hätte Platz und Energie für ein Gehäuse geschaffen, bei dem laut bisherigen Berichten schon die Wärmeabfuhr durch das Glas zum Problem werden könnte. Wir rechnen damit, dass COE beim iPhone erst mit einer späteren Generation kommt – die Analyse von UBI Research deutet auf 2029.
Wäre dir ein Jubiläums-iPhone mit gebogenem Display auch ohne die sparsamere Panel-Technik den Wechsel wert – oder zählt für dich am Ende die Akkulaufzeit mehr als die Form? Schreib uns deine Prognose in die Kommentare.


