Im Display jedes iPhone steckt eine Schicht, die einen großen Teil des erzeugten Lichts wieder schluckt. Ein koreanischer Marktforscher erwartet, dass Apple sie bei den Pro-Modellen streicht. Allerdings nicht beim nächsten iPhone, sondern erst 2029.
Die Prognose stammt von UBI Research, einem Marktforschungsunternehmen aus Seoul, das sich auf Displays spezialisiert hat. In einer Analyse vom 16. September schreibt Analyst Junho Kim, Apple werde bei den iPhone-Pro- und Pro-Max-Modellen für die zweite Jahreshälfte 2029 voraussichtlich auf eine Technik namens Color Filter on Encapsulation setzen, kurz CoE.
Den Einstieg sieht UBI Research im faltbaren iPhone Duo, das am 23. Oktober in den Handel kommt. Von dort soll die Technik auf die klassischen Pro-Modelle wandern.
Das Wichtigste in Kürze
- UBI Research erwartet für die iPhone-Pro-Modelle 2029 OLED-Displays ohne Polarisator.
- Die Technik soll mehr Helligkeit bei gleichem Verbrauch oder weniger Verbrauch bei gleicher Helligkeit ermöglichen und das Display dünner machen.
- Als erste Lieferanten sieht der Marktforscher Samsung Display und LG Display, BOE müsste sich erst qualifizieren.
- Es handelt sich um eine Branchenprognose, nicht um einen Bericht über konkrete Aufträge.
Was die Technik ändert
In einem herkömmlichen OLED-Display sitzt über dem Panel ein Polarisator. Er unterdrückt Spiegelungen von Umgebungslicht, schluckt aber auch einen erheblichen Teil des Lichts, das die Pixel erzeugen. Bei CoE entfällt diese Schicht. Stattdessen wird ein Farbfilter direkt auf die Verkapselung des Panels aufgebracht.
Damit ergeben sich zwei Wege: Das Display wird bei gleichem Stromverbrauch heller, oder es braucht bei gleicher Helligkeit weniger Strom. Weil eine Schicht wegfällt, wird der Aufbau zudem dünner. UBI Research nennt das vor allem beim Pro-Max-Modell einen Gewinn, in dem großes Display, Kamerasystem, Akku und Chip untergebracht werden müssen.
Was die Zahlen von Samsung zeigen
Die Technik ist nicht neu. Samsung Display hat sie unter dem Namen Eco² OLED erstmals im Galaxy Z Fold3 eingesetzt. Laut Samsungs eigener Mitteilung senkt ein herkömmlicher Polarisator die Lichtdurchlässigkeit um mehr als 50 Prozent. Das Panel ohne Polarisator ließ in internen Tests 33 Prozent mehr Licht durch und verbrauchte bis zu 25 Prozent weniger Strom als frühere Versionen mit Polarisator.
Inzwischen setzt Samsung die Technik laut UBI Research auch in klassischen Smartphones ein, darunter das Galaxy S26 Ultra. Apple käme also nicht als Erster, sondern mehrere Jahre nach dem Wettbewerber.
Warum Apple sich Zeit lässt
Ohne Polarisator lassen sich Spiegelungen schwerer beherrschen. Farbfilter, eine schwarze Pixelbegrenzung und reflexionsarme Beschichtungen müssen seine Aufgabe übernehmen, ohne dass Kontrast, Blickwinkel oder Farbtreue leiden. UBI Research sieht darin einen möglichen Grund, warum Apple bei den Pro-Modellen bis 2029 wartet und die Technik zuerst bei geringeren Stückzahlen erprobt.
Bei den Pro-Modellen geht es um ganz andere Mengen. Der Marktforscher beziffert den jährlichen Bedarf an Panels für die beiden Pro-Modelle auf 90 bis 100 Millionen Stück. Die Panels für das iPhone 18 Pro und Pro Max stammen laut UBI Research vollständig von Samsung Display und LG Display. Beide sollen auch bei CoE den Anfang machen, BOE müsste zuvor Apples Anforderungen an Qualität und Ausbeute erfüllen.
Eine Prognose mit langem Vorlauf
Bis dahin folgen noch die iPhone-Jahrgänge 2027 und 2028. UBI Research stützt die Erwartung auf die Branchenlage und auf Apples Muster, neue Technik zuerst in neuen Geräteklassen einzuführen. Eine Quelle aus der Lieferkette oder einen konkreten Auftrag nennt die Analyse nicht, auch der Einsatz im iPhone Duo wird dort als erwartet und nicht als bestätigt beschrieben.
Für Käufer hat die Prognose deshalb keine unmittelbare Bedeutung. Interessant ist sie als Hinweis darauf, wo Apple bei den Pro-Modellen ansetzen könnte: UBI Research sieht in CoE ein Mittel, Akkulaufzeit und Ablesbarkeit im Freien zugleich zu verbessern.
Wäre dir ein dünneres iPhone oder eine längere Akkulaufzeit wichtiger, wenn Apple den Gewinn aus dem neuen Display verteilen müsste? Schreib uns deine Prognose in die Kommentare.



