Ein Armband aus Stoff, ein Sensormodul, kein Bildschirm: Apple soll an einem Fitness-Tracker arbeiten, der sich an Whoop orientiert. Erste Prototypen liegen vor, entschieden ist über das Produkt aber nichts – und vor 2028 käme es ohnehin nicht.
Apple prüft seit Jahren Wearables neben der Uhr. Zuletzt drehte sich die Debatte um einen Ring am Finger, für den es bislang weder Zeitplan noch technische Angaben gibt. Nun kommt ein zweiter Formfaktor dazu. Nach einem Bericht von Bloomberg entwickelt Apple Prototypen eines Trackers ohne Bildschirm, wie ihn Whoop als Mitgliedschaft anbietet. Ob daraus ein Produkt wird, ist offen.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple soll Prototypen eines Fitness-Trackers ohne Display entwickeln: ein dünnes Stoffarmband mit Sensormodul am Handgelenk.
- Das Projekt steckt laut Bericht in der Phase der Technologieprüfung, eine Entscheidung über den Marktstart gibt es nicht.
- Erscheint das Gerät, dann frühestens 2028.
- Eddy Cue, seit Oktober 2025 für Apples Gesundheitsteams zuständig, und Tim Cook sollen das Vorhaben unterstützen.
- Die Uhr hat die Funktionen der Konkurrenz gerade erst übernommen – der Bereitschaftswert bleibt Series 12 und Ultra 4 vorbehalten.
Was über die Prototypen bekannt ist
Die Geräte bestehen dem Bericht zufolge aus einem dünnen Stoffarmband und einem Rechenmodul mit Sensoren, das am Handgelenk aufliegt. Gemessen werden sollen Herzfrequenz und weitere Werte, ähnlich wie bei der Apple Watch. Ein Display gibt es nicht, die Auswertung liefe über das iPhone.
Apple soll die Kategorie seit Monaten prüfen. Das Projekt befindet sich in der Phase der Technologieuntersuchung, in der Apple regelmäßig auch Vorhaben einstellt, die nie ein Produkt werden.
Wer das Vorhaben treibt
Eddy Cue hat im Oktober 2025 die Gesundheitsteams übernommen, nachdem Jeff Williams das Unternehmen verlassen hatte. Cue drängt dem Bericht zufolge darauf, dass Apple sich Merkmale der jüngeren Wettbewerber aneignet: einfachere Oberflächen, die sich ausschließlich auf Fitness und Gesundheit konzentrieren. Die Apple Watch deckt einen deutlich breiteren Zweck ab.
Auch Tim Cook soll das Projekt unterstützen. Als Executive Chair sitzt er seit dem 1. September im Verwaltungsrat, an Produktentscheidungen ist er über das Gremium weiter beteiligt.
Der eigentliche Unterschied ist das Geschäftsmodell
Whoop verkauft kein Gerät, sondern eine Mitgliedschaft: Das Armband gehört zum Abo, Auswertung und Analysen laufen über die laufende Gebühr. Die Apple Watch ist ein Einmalkauf, alle Gesundheitsfunktionen sind ohne Zusatzkosten dabei.
Wollte Apple in diesem Feld antreten, wäre die Preisfrage damit eine Grundsatzfrage. Ein Tracker ohne Bildschirm verkauft sich nicht über Ausstattung, sondern über die Auswertung dahinter – und genau die stellt Apple bisher kostenlos bereit. Wir erwarten deshalb, dass ein solches Gerät in Apples Sortiment eher unterhalb der Uhr einsortiert würde, statt sie zu ersetzen.
Die Uhr hat Whoops Funktionen gerade erst bekommen
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt. Mit Series 12 und Ultra 4 hat Apple einen täglichen Bereitschaftswert eingeführt, also genau die Kennzahl, mit der Whoop und Oura groß geworden sind. Er bleibt den beiden neuen Modellen vorbehalten, obwohl auch Series 9 bis 11, Ultra 2 und 3 sowie die SE 3 watchOS 27 erhalten.
Dazu kommt das physiologische Alter, das Apple mit dem Umbau der Health-App angekündigt hat. Es ist noch nicht gestartet und soll zunächst nur auf US-Englisch laufen – im deutschsprachigen Raum ist die Funktion damit vorerst nicht nutzbar, unabhängig vom Uhrenmodell.
Was vorher auf der Liste steht
Apples Wearable-Fahrplan ist bis 2028 gut gefüllt. Vor einem Tracker ohne Display werden die smarte Brille und AirPods mit Kameras erwartet, auf die ein Code-Fund in iOS 27 hindeutete. Bei der Brille sollen Gesundheits- und Fitnessfunktionen zum Start fehlen.
| Vorhaben | Stand | Frühester Zeitpunkt |
|---|---|---|
| AirPods mit Kameras | Code-Fund in iOS 27 | vor dem Tracker |
| Smarte Brille | in Entwicklung, ohne Gesundheitsfunktionen zum Start | vor dem Tracker |
| Apple Watch mit neuem Design | Bericht zur Neuauflage der Reihe | Ende 2027 |
| Tracker ohne Display | Prototypen, Technologieprüfung | 2028 |
| Ring | einzelne Berichte, kein Zeitplan | offen |
Für die Uhr selbst nennt der Bericht ein weiteres Datum: Frühestens Ende 2027 soll eine größere Überarbeitung der Reihe folgen. Die Ultra trägt seit ihrem Debüt vor vier Jahren dieselbe Form, die Series wurde zuletzt mit der Series 10 dünner.
Warum das Projekt trotzdem scheitern kann
Mark Gurman hat bei Apple-Produktplänen eine lange und überwiegend treffsichere Bilanz, und der Bericht stützt sich auf Vorgänge im Unternehmen. Er beschreibt aber ausdrücklich eine frühe Phase: Prototypen, keine Entscheidung, kein Termin. Das ist die Stufe, auf der Apple die Ring-Idee über Jahre gehalten hat, ohne je ein Gerät auszuliefern.
Zwei Formfaktoren stehen damit gleichzeitig im Raum, Armband und Ring, und für keinen von beiden gibt es einen Zeitplan. Solltest du auf ein schlankeres Apple-Wearable warten, ist die Apple Watch auf absehbare Zeit die einzige Wahl – der Vergleich der drei aktuellen Modelle beantwortet die Frage heute vollständig.
Würde dich ein Apple-Tracker ohne Bildschirm reizen, oder ist der Bereitschaftswert auf der Uhr genau das, was du davon brauchst? Schreib uns in die Kommentare, wie du deine Werte im Alltag verfolgst.


