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Der Markt für Smartphone-Chips ist im dritten Quartal um ein Fünftel eingebrochen. Apple hat seine Stückzahlen rechnerisch fast gehalten und liegt nur noch einen Punkt hinter Qualcomm. Der Sprung sagt allerdings mehr über die Schwäche der anderen als über Apples Stärke.
Die weltweiten Auslieferungen von Smartphone-Chips sind im dritten Quartal 2026 um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen. Das geht aus einer vorläufigen Auswertung von Counterpoint Research hervor. Gezählt werden Chips, keine verkauften Smartphones. Das Bild passt trotzdem zu den Geräte-Zahlen desselben Marktforschers, die für denselben Zeitraum ein Minus von 20 Prozent und einen iPhone-Anteil von 22 Prozent zeigen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Auslieferungen von Smartphone-Chips fielen im dritten Quartal 2026 um 21 Prozent.
- Apple kommt auf 21 Prozent Anteil nach 17 Prozent im Vorjahr und liegt damit einen Punkt hinter Qualcomm.
- Rechnerisch hat Apple rund 2 Prozent weniger Chips ausgeliefert, Qualcomm rund 30 und MediaTek rund 35 Prozent weniger.
- Für 2026 erwartet Counterpoint nun 20 Prozent weniger Chips, im Juli waren es noch 14 Prozent.
Von acht Punkten Abstand auf einen
MediaTek bleibt mit 28 Prozent Marktführer, hat aber 6 Punkte verloren. Qualcomm fällt von 25 auf 22 Prozent, Apple steigt von 17 auf 21 Prozent und bleibt auf Platz drei. Vor einem Jahr lagen zwischen Qualcomm und Apple noch 8 Punkte.
Counterpoint nennt nur den Gesamtrückgang und die Anteile, keine Stückzahlen je Anbieter. Aus beiden Werten lässt sich die Entwicklung der einzelnen Anbieter aber grob errechnen:
| Anbieter | Anteil Q3 2025 | Anteil Q3 2026 | Stückzahl, gerechnet |
|---|---|---|---|
| MediaTek | 34 % | 28 % | rund −35 % |
| Qualcomm | 25 % | 22 % | rund −30 % |
| Apple | 17 % | 21 % | rund −2 % |
| UNISOC | 14 % | 13 % | rund −27 % |
| Samsung | 6 % | 8 % | rund +5 % |
| Sonstige | 4 % | 8 % | – |
Die rechte Spalte taugt nur als Größenordnung, weil die Anteile gerundet sind. Bei Apple und Samsung liegt das Ergebnis so nah an null, dass schon die Rundung das Vorzeichen drehen kann.
Warum Apple und Samsung besser durchkommen
Counterpoint führt den Einbruch auf steigende Speicherkosten, längere Austauschzyklen und vorsichtige Lagerhaltung der Hersteller zurück. Am stärksten traf es die Mittel- und Einstiegsklasse, weil Hersteller Einstiegsmodelle gestrichen und ihre Margen geschützt haben. Das Premiumsegment gab ebenfalls nach, aber weniger deutlich.
Apple und Samsung profitieren laut Counterpoint von integrierten Lieferketten und ihrem Fokus auf teurere Geräte. MediaTek und UNISOC hängen dagegen stärker an der Mittel- und Einstiegsklasse. Qualcomm verlor zusätzlich, weil Samsung in der Galaxy-S26-Reihe neben dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 auch den eigenen Exynos 2600 einsetzt und chinesische Hersteller schwächer verkauften. Parallel schrumpft Qualcomms Modem-Geschäft mit Apple.
Der Vergleich mit den Geräte-Zahlen zeigt, wie unterschiedlich beide Konzerne aufgestellt sind. Apple kommt bei Smartphones auf 22 und bei Chips auf 21 Prozent, weil jedes iPhone einen eigenen Chip trägt. Samsung führt bei den Geräten mit 23 Prozent, stellt bei den Chips aber nur 8 Prozent.
UNISOC erlebt dagegen eine Kehrtwende: Im ersten Halbjahr zählte Counterpoint den Anbieter noch zu den Gewinnern, weil viele Einstiegsmodelle auf seine 4G-Plattformen wechselten.
Die Prognose fällt deutlich schlechter aus
Ende Juli rechnete Counterpoint für 2026 noch mit 14 Prozent weniger Chips. Jetzt sind es 20 Prozent, 2027 sollen weitere 3 bis 4 Prozent folgen. Analyst Soumen Mandal erwartet dabei keine Entspannung bei den Kosten:
Die Speicherpreise dürften weiter steigen, die Schwankungen im kommenden Jahr aber geringer ausfallen als 2026. Flaggschiff-Chips dürften 2027 trotz höherer Preise durch den Wechsel auf 2-nm-Fertigung weitgehend stabil bleiben, während steigende Speicher- und Bauteilkosten den Kostendruck weiter erhöhen.
Im dritten Quartal stiegen die Speicherpreise gegenüber dem Vorquartal noch um 5 bis 10 Prozent, für das vierte Quartal erwartet Counterpoint weitere 5 Prozent. Stützen sollen das Premiumsegment die neuen 2-nm-Chips: Apples A20 Pro aus dem iPhone 18 Pro und dem iPhone Duo, MediaTeks Dimensity 9600 Pro und Qualcomms Snapdragon 8 Elite Gen 6. Selbst damit dürften die Stückzahlen laut Counterpoint unter dem vierten Quartal 2025 bleiben.
Apples Anteilsgewinn ist kein Freibrief
Ich halte Apples Sprung für weniger spektakulär, als er auf den ersten Blick wirkt. Rechnerisch stehen rund 2 Prozent weniger Chips hinter vier Punkten Zugewinn, den Rest erledigt der Einbruch bei MediaTek und Qualcomm. Auch die Geräte-Zahlen aus dem Oktober zeigen bei Apple ein Minus, das Counterpoint vor allem auf das fehlende Basismodell zurückführt. Das reguläre iPhone 18 soll Berichten zufolge im Frühjahr 2027 folgen.
Spurlos geht die Speicherkrise auch an Apple nicht vorbei. Für das Dezember-Quartal erwartet der Konzern eine Bruttomarge von 45 bis 46 Prozent nach 48,2 Prozent im Vorjahr und nennt dafür vor allem höhere Speicherkosten. Ich rechne deshalb damit, dass der Druck bei den Preisen 2027 anhält, bei günstigen Modellen aber am stärksten: Dort streichen die Hersteller laut Counterpoint bereits das Angebot.
Würdest du dein aktuelles Smartphone wegen dieser Entwicklung länger behalten, oder ziehst du den Kauf lieber vor, bevor der Speicher noch teurer wird? Schreib uns in den Kommentaren, wie lange dein Gerät noch durchhalten soll.





