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Apple zieht bei der internen KI-Nutzung die Grenzen enger. Einige Ingenieure dürfen pro Tag ein Drittel weniger für KI-Modelle ausgeben, weitere Schnitte stehen im Raum. Das passiert, während die Forschungsausgaben gerade einen Rekordwert erreicht haben.
Laut einem Bericht von Bloomberg hat Apple im Oktober das tägliche KI-Budget für einen Teil seiner Ingenieure gesenkt. Die Maßnahme fällt in die ersten Monate von John Ternus als CEO, der Apple schneller und schlanker machen will.
Bloomberg ist bei internen Apple-Vorgängen gut vernetzt und stützt sich hier auf Personen, die mit dem Vorgang vertraut sind. Ein Dokument dazu liegt nicht öffentlich vor.
Das Wichtigste in Kürze
- Einige Apple-Ingenieure dürfen seit Oktober 200 statt 300 Dollar pro Tag für KI ausgeben.
- Für einige Ingenieurteams stehen 100 Dollar im Raum, außerhalb der Technik bis hinunter zu 25 Dollar.
- Wer mehr braucht, kann eine Ausnahme bei der Führungsebene beantragen.
- Einige Teams sollen auf günstigere oder lokal laufende Modelle wechseln.
- Im Geschäftsjahr 2026 waren Apples Forschungsausgaben noch um 32 Prozent gestiegen.
Was gilt und was im Raum steht
Die Budgets beziehen sich auf Tokens, also die Dateneinheiten, die KI-Modelle verarbeiten. Programmieren und Fehlersuche verbrauchen davon besonders viel. Apples Mitarbeiter haben laut Bloomberg Zugang zu Claude von Anthropic, ChatGPT von OpenAI und Gemini von Google.
| Gruppe | Bisher pro Tag | Neu pro Tag | Stand | Kürzung |
|---|---|---|---|---|
| Einige Ingenieure | 300 Dollar | 200 Dollar | seit Oktober | ein Drittel |
| Einige Ingenieurteams | – | bis hinunter zu 100 Dollar | im Gespräch | – |
| Einige Gruppen außerhalb der Technik | 100 Dollar | bis hinunter zu 25 Dollar | erwogen | drei Viertel |
Für Vielnutzer bleibt ein Ausweg: Wer für seine Arbeit mehr braucht, kann bei der Führungsebene eine Ausnahme beantragen. Einige Teams sollen zudem auf günstigere Modelle oder solche umsteigen, die lokal auf dem Gerät laufen.
Was die Limits im Jahr bedeuten
Über ein Arbeitsjahr gerechnet sind die Summen beachtlich. Bei 220 Arbeitstagen entspricht das alte Limit von 300 Dollar einem Rahmen von 66.000 Dollar pro Person, das neue von 200 Dollar noch 44.000 Dollar. Bei 100 Dollar wären es 22.000 und bei 25 Dollar 5.500 Dollar.
Ausgeschöpft wurde das offenbar selten. Einige Mitarbeiter sagen laut Bloomberg, nur wenige hätten die 300 Dollar voll genutzt. Wie viel Apple tatsächlich spart, ist deshalb unklar, und spürbar dürfte es erst bei weiteren Schnitten werden.
Apple ist nicht allein, aber großzügiger
Andere Unternehmen ziehen enger gefasste Grenzen. Tesla begrenzt die KI-Ausgaben seiner Mitarbeiter seit Juli auf 200 Dollar pro Woche, mehr gibt es nur mit Freigabe. Bei fünf Arbeitstagen sind das 40 Dollar am Tag, also ein Fünftel von Apples neuem Limit für Ingenieure.
Bei Accenture ist die Lage strittig. Laut 404 Media übernimmt das Unternehmen seit Oktober nur noch 29 Dollar pro Monat und Mitarbeiter für Claude, der Rest muss aus Projekt- oder Teambudgets kommen. Accenture widerspricht gegenüber Forbes der Darstellung eines festen Monatslimits. Die Zahl bilde nur einen Teil der Finanzierung ab.
Sparen trotz Rekordausgaben
Apples Kosten laufen in die andere Richtung. Die Forschungsausgaben stiegen im Geschäftsjahr 2026 um 32 Prozent auf 45,8 Milliarden Dollar, laut Apple vor allem wegen höherer Infrastrukturkosten, darunter Investitionen in KI. Die gesamten Betriebsausgaben legten um 22 Prozent auf 75,5 Milliarden Dollar zu.
Unter den Beschäftigten kommt die Kürzung laut Bloomberg gemischt an. Einige sehen sie als weiteres Zeichen eines Sparkurses und fürchten Entlassungen, zumal einige Bereiche externe Berater für die Prüfung ihrer Abläufe geholt haben. Im August hatte Apple bereits über 200 Stellen bei Vision Pro, Siri und in Software-Teams gestrichen.
Ein Budget ist noch kein Rückzug von der KI
Ich halte die Kürzung für kein Alarmsignal. Wer rechnerisch 44.000 Dollar im Jahr für KI-Modelle ausgeben darf, ist nicht knapp gehalten, und die alte Grenze haben offenbar nur wenige erreicht. Interessanter sind die Ausnahmen über die Führungsebene und der Wechsel zu günstigeren Modellen, denn dadurch wird die Wahl des Modells zur Kostenfrage.
Für Kunden dürfte sich dadurch nichts Sichtbares ändern. Einige Teams sollen bereits auf günstigere oder lokale Modelle wechseln, und ich rechne damit, dass solche Vorgaben zunehmen, falls die weiteren Schnitte kommen.
Sind 200 Dollar am Tag für dich ein vernünftiger Rahmen, oder riskiert Apple damit, genau die Ingenieure auszubremsen, die es für die KI-Aufholjagd braucht? Schreib uns in den Kommentaren, wo du die Grenze ziehen würdest.





