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Wer ein Foto oder eine Datei per öffentlichem iCloud-Link teilt, gibt den Inhalt ab iOS 27.3 auch für eine Prüfung durch Apple frei. Das Unternehmen behält sich bei schädlichen Inhalten Sperren bis hin zum Einschalten der Behörden vor. Die Änderung betrifft eine einzelne Freigabeoption, ihre Folgen reichen aber bis zum Apple Account.
Apple hat am 3. November ein neues Support-Dokument veröffentlicht, das bisher nur auf Englisch vorliegt. Es beschreibt eine Änderung, die mit Version 27.3 von iOS, iPadOS, macOS und visionOS greift. Die erste Beta von iOS 27.3 steht Entwicklern bereits zur Verfügung, die finale Version soll laut Apple im Dezember erscheinen.
Alle Beiträge zur Version bündelt die Seite zu iOS 27.3, die Neuerungen der Generation stehen unter iOS 27. Was sich beim Dienst selbst getan hat, zeigt die Übersicht zu iCloud in iOS 27.
Das Wichtigste in Kürze
- Ab Version 27.3 prüft Apple Inhalte, die mit der Option „Alle mit dem Link“ geteilt werden, auf schädliche Inhalte.
- Betroffen sind iOS, iPadOS, macOS und visionOS, als Beispiele nennt Apple iCloud-Fotos und iCloud Drive.
- Bei schädlichen Inhalten drohen das Entfernen, die Sperre des Apple Account und das Einschalten von Strafverfolgungsbehörden.
- Was als schädlich gilt und wie die Prüfung abläuft, steht nicht im Dokument.
- Ende-zu-Ende-verschlüsselt waren solche Links schon vorher nicht.
Was sich mit Version 27.3 ändert
Wer einen in iCloud gespeicherten Inhalt teilt, hat zwei Wege: einen Link oder eine Kopie. Beim Link geht die Freigabe entweder an ausgewählte Personen oder an „Alle mit dem Link“. Die zweite Option macht den Inhalt laut Apple für alle zugänglich, die den Link haben, und das schließt Apple selbst ein. Im Dokument heißt es dazu:
Ab Version 27.3 von iOS, iPadOS, macOS und visionOS werden Inhalte, die mit der Option ‚Alle mit dem Link‘ geteilt werden, von Apple auf schädliche Inhalte geprüft.
Als Beispiele nennt Apple ein Foto aus iCloud-Fotos und eine Datei aus iCloud Drive. Eine Prüfung nennt das Dokument nur für diese eine Option, nicht für Freigaben an ausgewählte Personen und nicht für das Senden einer Kopie.
Auf meinem iPhone zeigt die Beta von iOS 27.3 den Hinweis schon direkt in den Freigabeoptionen, bisher nur auf Englisch. Dort nennt Apple ausdrücklich geteilte Alben: Werden sie mit dieser Option geteilt, macht das sie für Apple zugänglich, um sie auf schädliche Inhalte zu prüfen.
Was bei schädlichen Inhalten passieren kann
Apple behält sich vor, solche Inhalte jederzeit zu verschieben, abzulehnen, zu verändern, zu entfernen oder zu löschen. Darüber hinaus kann das Unternehmen gegen den Apple Account vorgehen: ihn sperren oder deaktivieren und ein neues Konto mit derselben E-Mail-Adresse oder Telefonnummer verhindern. Wenn nötig, kann Apple auch Strafverfolgungsbehörden einschalten.
Was unter schädlichen Inhalten fällt, definiert das Dokument nicht. Es nennt auch nicht, ob Software oder Menschen prüfen. Eine Ausnahme für Deutschland, Österreich oder die Schweiz enthält es ebenfalls nicht, nur den allgemeinen Hinweis, dass nicht alle Funktionen in allen Ländern verfügbar sind.
Verschlüsselung und Nutzungsbedingungen
Dass solche Links nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind, ist keine Folge der neuen Prüfung. Laut Apples Anleitung zum erweiterten Datenschutz unterstützt diese Option den Schutz nicht, die Support-Dokumente führen sie dabei noch als „Jeder mit dem Link“. Das gilt selbst dann, wenn er für iCloud aktiviert ist. Die Schlüssel für freigegebene Inhalte landen laut Apples Sicherheitsüberblick zu iCloud dann in den Rechenzentren des Unternehmens.
Auch rechtlich hatte sich Apple das Recht schon gesichert. In den iCloud-Nutzungsbedingungen behält sich das Unternehmen vor, Inhalte jederzeit darauf zu prüfen, ob sie rechtmäßig und angemessen sind, und sie ohne Ankündigung herauszufiltern, zu verschieben, abzulehnen oder zu verändern, wenn sie gegen Recht oder die Vereinbarung verstoßen oder anstößig sind. Dieselben Bedingungen nennen auch Kontrollen beim Teilen von Inhalten zwischen Nutzern, die etwa gegen Darstellungen von Kindesmissbrauch gerichtet sind. Neu ist, dass Apple die Prüfung für diese Freigabeoption ausdrücklich ankündigt.
Warum der Schritt kleiner ist, als er klingt
Das Dokument beschreibt keine Prüfung der privaten Mediathek, sondern von Inhalten, die der Besitzer selbst für alle mit dem Link geöffnet hat. Das ist ein anderer Ansatz als Apples Plan von 2021, Fotos direkt auf dem Gerät mit Datenbanken von Missbrauchsdarstellungen abzugleichen. Dieses System wurde nach Kritik nicht umgesetzt. Im Februar verklagte der US-Bundesstaat West Virginia das Unternehmen, weil es solche Inhalte in iCloud nicht wirksam erkenne, und führt dabei auch den aufgegebenen Plan an.
Ich halte die Grenze für nachvollziehbar, auch wenn der fehlende Maßstab stört. Ein Link, den jeder öffnen kann, ist kein privater Speicher, und ein Anbieter dürfte kaum dulden wollen, dass seine Server zum Verteilen schädlicher Inhalte dienen. Schwerer wiegt, dass Apple Folgen bis zum Verlust des Kontos nennt, ohne zu sagen, was sie auslöst.
Wer sensible Dateien teilen will, wählt besser die Freigabe an ausgewählte Personen. Hast du den erweiterten Datenschutz aktiviert, bleiben etwa geteilte iCloud-Drive-Ordner laut Apple Ende-zu-Ende-verschlüsselt, sofern alle Beteiligten ihn ebenfalls nutzen.
Nutzt du öffentliche iCloud-Links für private Fotos und Dateien, oder schickst du lieber gleich eine Kopie? Schreib uns in die Kommentare, ob die Prüfung an deinem Teilen etwas ändert.





