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Weltweit wurden zwischen Juli und September so wenige Smartphones ausgeliefert wie seit 14 Jahren in keinem dritten Quartal mehr. Apple verliert dabei ebenfalls Stückzahlen – aber deutlich weniger als die Konkurrenz. Am Ende steht ein Marktanteil, den das iPhone in diesem Quartal noch nie erreicht hat.
Die Zahlen stammen aus einem Bericht von Counterpoint Research vom 12. Oktober. Demnach sind die weltweiten Smartphone-Auslieferungen im dritten Quartal um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Als Hauptgrund nennt das Marktforschungsunternehmen die anhaltend knappen und teuren Speicherchips, die seit Monaten die Kluft zwischen Premium- und Einstiegsgeräten vergrößern. Apple kam im selben Zeitraum auf 22 Prozent Marktanteil, nach 18 Prozent ein Jahr zuvor. Damit setzt sich ein Muster fort, das sich bereits im zweiten Quartal mit 20 Prozent trotz Markteinbruch abgezeichnet hatte.
Das Wichtigste in Kürze
- Die weltweiten Smartphone-Auslieferungen fielen im dritten Quartal 2026 um 20 Prozent auf den niedrigsten Stand für diesen Zeitraum seit 14 Jahren.
- Apple erreichte 22 Prozent Marktanteil und überschritt damit erstmals in einem dritten Quartal die Marke von 20 Prozent.
- Die eigenen Auslieferungen gingen trotzdem zurück, vor allem weil das reguläre iPhone 18 erst im Frühjahr 2027 folgt.
- Samsung bleibt mit 23 Prozent knapp vorn, Xiaomi, OPPO und vivo verlieren Anteile.
Fünf Hersteller, ein schrumpfender Markt
Counterpoint nennt für das dritte Quartal nur Anteile, keine absoluten Stückzahlen. Wie viele Geräte insgesamt ausgeliefert wurden, geht aus dem Bericht nicht hervor. Die Rangfolge der fünf größten Hersteller sieht so aus:
| Hersteller | Marktanteil Q3 2026 |
|---|---|
| Samsung | 23 % |
| Apple | 22 % |
| Xiaomi | 10 % |
| OPPO | 9 % |
| vivo | 8 % |
Für Apple nennt Counterpoint auch den Vorjahreswert von 18 Prozent. Xiaomi, OPPO und vivo haben laut Bericht gegenüber dem dritten Quartal 2025 jeweils Anteile verloren. Alle drei sind besonders stark im preissensiblen Segment vertreten, das unter den höheren Speicherkosten am meisten leidet.
Gemessen werden Auslieferungen an den Handel, nicht Verkäufe an Endkunden. Die Werte zeigen also, wie viele Geräte die Hersteller in die Vertriebskanäle gegeben haben.
Weniger iPhones, aber mehr Anteil
Der Rekordanteil bedeutet nicht, dass Apple mehr iPhones ausgeliefert hat. Laut Counterpoint gingen die Stückzahlen im Jahresvergleich zurück, nur eben weniger stark als beim Rest des Marktes. Den Rückgang führt das Unternehmen vor allem auf den getrennten Marktstart zurück: Im Herbst kamen nur die Pro-Modelle, das reguläre iPhone 18 folgt erst im Frühjahr 2027. Im Vorjahr hatte Apple die komplette iPhone-17-Reihe auf einmal in den Handel gebracht und die Kanäle im Startmonat entsprechend stärker befüllt.
Dazu kommen die Preiserhöhungen, die laut Counterpoint nur noch die letzten Wochen des Quartals betrafen. Gestützt haben die Zahlen zwei Dinge: Das iPhone 18 Pro startete stärker als seine Vorgänger, vor allem in China und Indien. Und die Nachfrage nach dem iPhone 17 blieb so stabil, dass sie einen größeren Rückgang abfing.
Der China-Befund passt zu den Verkaufsdaten aus der Startwoche, in der Apple dort laut Counterpoint mit 33 Prozent Marktanteil auf Platz eins lag.
Apples Anteil über das Jahr
Über die ersten drei Quartale 2026 zeigt sich bei Counterpoint ein klarer Verlauf: Der Gesamtmarkt schrumpft von Quartal zu Quartal stärker, Apples Anteil bleibt über 20 Prozent.
| Quartal 2026 | Gesamtmarkt zum Vorjahr | Apple | Samsung |
|---|---|---|---|
| Q1 (Jan.–März) | −6 % | 21 % | 20 % |
| Q2 (April–Juni) | −11 % | 20 % | 24 % |
| Q3 (Juli–Sept.) | −20 % | 22 % | 23 % |
Im ersten Quartal hatte Apple damit erstmals in einem ersten Quartal die Spitze des weltweiten Smartphone-Markts übernommen. Im zweiten Quartal holte sich Samsung den ersten Platz zurück, getragen von der Galaxy-S26-Reihe. Im dritten Quartal liegen beide nur noch einen Prozentpunkt auseinander.
Was die Zahlen für die Quartalsbilanz heißen
Das dritte Kalenderquartal entspricht bei Apple dem vierten Geschäftsquartal. Die eigenen Zahlen dazu legt Apple am 2. November vor. Die Pro-Modelle sind seit dem 18. September im Handel und decken damit nur knapp zwei Wochen dieses Zeitraums ab.
Das erklärt auch, warum der Counterpoint-Befund zum starken Start nicht im Widerspruch zu den gekürzten Bauteil-Bestellungen fürs iPhone 18 Pro steht, über die Nikkei Asia berichtet hatte. Die Kürzung betrifft Apples Planung für Oktober, also bereits das nächste Quartal. Beide Angaben beschreiben verschiedene Zeiträume.
Für den Rest des Jahres erwartet Counterpoint keine Besserung. Die Hersteller setzten wegen der hohen Bauteilkosten zunehmend auf Gewinn statt auf Stückzahlen, und gerade im günstigen Segment sei eine Erholung erst zu erwarten, wenn die Kosten sinken und die Versorgung sich entspannt.
Ein Rekord, der vor allem vom Markt erzählt
Ich halte den Rekordanteil weniger für ein Zeichen besonderer Stärke als für ein Zeichen dafür, wo der Markt gerade bricht. Wenn Einstiegs- und Mittelklassegeräte durch die Speicherpreise teurer werden, trifft das Hersteller mit breitem Günstig-Sortiment härter als Apple, dessen Reihe ohnehin oben ansetzt. Der Anteil steigt dann, auch wenn die eigenen Stückzahlen sinken.
Auf dem europäischen Markt ist dieses Muster schon länger sichtbar. Im zweiten Quartal kam Apple in Europa laut Counterpoint auf 34 Prozent und lag damit gleichauf mit Samsung, während der Markt dort um 10 Prozent schrumpfte. Gleichzeitig fielen die Aufschläge in Deutschland stärker aus als in den USA: Das iPhone 18 Pro startete 150 Euro über seinem Vorgänger, während Apple in den USA 100 Dollar aufschlug, und mit der Preisrunde im September wurde auch das iPhone 17 um 150 Euro teurer.
Planst du gerade einen Wechsel, bleibt dein Spielraum begrenzt: Ein neues günstigeres Modell kommt erst im Frühjahr, und auch die Vorjahresgeräte im aktuellen iPhone-Sortiment sind teurer geworden.
Würdest du für ein neues iPhone bis zum Frühjahr auf das reguläre iPhone 18 warten – oder greifst du jetzt zum teureren Pro-Modell oder einem Vorjahresgerät? Erzähl uns in den Kommentaren, wofür du dich entscheidest.





