Drei Wochen nach dem Verkaufsstart gibt es die ersten Signale, dass die Nachfrage nach dem iPhone 18 Pro hinter Apples Planung zurückbleibt. Laut einem Bericht aus der Lieferkette hat Apple seine Bestellungen für Oktober deutlich zurückgefahren. Als Grund gelten die höheren Preise – und die fallen hierzulande stärker aus als in den USA.
Apple soll mehrere Zulieferer angewiesen haben, weniger Bauteile für das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max zu produzieren. Das berichtet Nikkei Asia unter Berufung auf Personen aus der Lieferkette. Die beiden Modelle sind seit dem 18. September im Handel und neben dem faltbaren iPhone Duo die einzigen neuen Modelle dieses Herbstes. Ausstattung und Preise des iPhone 18 Pro und Pro Max hatte Apple am 9. September vorgestellt.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple soll die Bauteil-Bestellungen für Oktober um mindestens 15 Prozent gegenüber der ursprünglichen Planung gekürzt haben.
- Als Gründe nennt der Bericht die höheren Preise und den getrennten Marktstart, bei dem das iPhone 18 erst im Frühjahr folgt.
- In Deutschland ist der Aufschlag gegenüber dem Vorgänger mit 150 Euro größer als in den USA mit 100 Dollar.
- Ein Zulieferer rechnet laut Bericht mit einem ähnlichen Verlauf beim iPhone Duo.
Was der Bericht nennt
Laut Nikkei Asia wurden die Bestellungen für Bauteile im Oktober um mindestens 15 Prozent gegenüber Apples ursprünglicher Anfrage gekürzt, das bestätigen demnach zwei Quellen. Eine Führungskraft aus der Lieferkette spricht von 15 bis 20 Prozent weniger für beide Pro-Modelle. Vorsichtiger bei den Liefermengen sei Apple bereits seit Anfang September.
Betroffen sind nicht alle Zulieferer gleichermaßen, weil die Vorlaufzeiten je nach Bauteil unterschiedlich sind. Ob Apple für November weitere Anpassungen plant, geht aus dem Bericht nicht hervor. Wichtig für die Zahlen: Die Kürzung bezieht sich auf Apples eigene Planung für Oktober, nicht auf das Vorjahr. Wie viele Geräte ursprünglich vorgesehen waren, nennt Nikkei nicht.
Zur Zuverlässigkeit: Nikkei Asia berichtet regelmäßig aus der asiatischen Lieferkette und stützt sich hier auf mehrere Quellen, darunter eine Führungskraft eines Zulieferers. Ein Dokument oder eine Bestätigung von Apple liegt nicht vor.
Zwei Gründe für die schwächere Nachfrage
Der erste Grund sind die Preise. Apple hat die Pro-Modelle mit steigenden Kosten für Speicherchips begründet und in den USA um jeweils 100 Dollar angehoben. Im deutschen Apple Store fällt der Schritt deutlicher aus:
| Modell | Einstiegspreis Deutschland | Aufschlag zum Vorgänger |
|---|---|---|
| iPhone 18 Pro | 1.449 € | +150 € |
| iPhone 18 Pro Max | 1.599 € | +150 € |
Mit derselben Preisrunde im September wurden auch ältere Modelle teurer, das iPhone 17 etwa um 150 Euro, das iPhone Air in den kleineren Speicherstufen um 100 Euro.
Der zweite Grund ist der getrennte Marktstart. In diesem Herbst hat Apple nur die Pro-Modelle und das faltbare iPhone Duo vorgestellt, das reguläre iPhone 18 folgt erst im Frühjahr 2027. Laut einer Quelle von Nikkei fällt die Nachfrage deshalb schwächer aus als in Jahren, in denen alle Modelle gleichzeitig kamen.
Was dazu bisher bekannt war
Die Meldung passt zu einer früheren Einschätzung: Bereits Mitte September hatte Analyst Jeff Pu seine Produktionsschätzung für das iPhone 18 Pro gesenkt, auf 72 Millionen Geräte für Pro und Pro Max. Er stützte sich damals allerdings auf Lieferzeiten in den USA, nicht auf Bestelldaten.
Im Widerspruch dazu steht der Start in China. Dort lag Apple in der Verkaufswoche der Pro-Modelle laut Counterpoint mit 33 Prozent Marktanteil auf Platz eins, die Pro-Reihe verkaufte sich 12 Prozent besser als im Vorjahr. Beide Angaben schließen sich nicht aus: Die China-Zahlen beschreiben drei Verkaufstage im September, die Kürzung betrifft die Planung für Oktober. Zudem fehlte zum Start das reguläre Modell, sodass ein Teil der Käufer ohnehin zum Pro griff.
Warum die Quartalszahlen wenig verraten werden
Ich erwarte von den Quartalszahlen am 2. November wenig Klarheit zur Nachfrage. Sie decken Juli bis September ab, die Pro-Modelle waren darin nur knapp zwei Wochen im Handel. Die gekürzten Oktober-Bestellungen fallen erst ins nächste Quartal, dessen Zahlen Apple Ende Januar vorlegt.
Ich halte die Meldung trotzdem für ein ernstes Signal, weil sie zwei bekannte Risiken zusammenführt: Der Aufschlag trifft Käufer in Deutschland stärker als in den USA, und ohne günstigeres Herbstmodell bleibt für Preisbewusste derzeit nur der Griff zu einem Vorjahresgerät, das ebenfalls teurer geworden ist. Laut Nikkei rechnet ein Zulieferer beim iPhone Duo nach dem Verkaufsstart am 23. Oktober mit einem ähnlichen Verlauf. Wer auf ein günstigeres neues iPhone wartet, muss sich mit Blick auf das reguläre iPhone 18 ohnehin bis zum Frühjahr gedulden.
Hat dich der Aufschlag von 150 Euro vom Kauf eines iPhone 18 Pro abgehalten, oder hast du trotzdem zugegriffen? Schreib uns in die Kommentare, wie deine Rechnung aussieht.





