Apple arbeitet einem Bericht zufolge an einer eigenen Überwachungskamera samt zugehörigem Dienst. Der Ansatz soll die Umgebung per KI auswerten, statt Videomaterial zu speichern. Beides wird für 2027 erwartet.
Kurz vor dem Apple Event vom 9. September hat Mark Gurman bei Bloomberg einen Überblick über Apples Produktplanung veröffentlicht. Ein Abschnitt daraus betrifft das vernetzte Zuhause: Für 2027 stünden ein Sicherheitssystem und ein dazugehöriger Dienst im Plan. Gurman gehört zu den treffsichersten Quellen zu Apples Produktplanung; belegt ist damit nichts, aber die Trefferbilanz ist hoch.
Der Bericht schließt an einen Fahrplan an, der bereits bekannt ist. Apples Vorhaben für das vernetzte Zuhause reichen bis 2028, und eine eigene Kamera stand schon im Sommer 2025 im Raum. Neu ist die Beschreibung, wie das Gerät arbeiten soll.
Das Wichtigste in Kürze
- Für 2027 sind eine Sicherheitskamera und ein zugehöriger Dienst im Gespräch
- Die Kamera soll die Umgebung per KI auswerten statt Videomaterial zu speichern
- Zum Dienst selbst nennt der Bericht keine weiteren Angaben
- Die Smart-Home-Zentrale soll bereits vor Jahresende erscheinen
- Kamerafunktionen in der Home-App hängen schon heute am iCloud+-Tarif
Was der Bericht zur Kamera sagt
Der beschriebene Ansatz dreht die übliche Funktionsweise um. Statt fortlaufend Videomaterial aufzuzeichnen und dieses später auszuwerten, soll die Kamera die Umgebung unmittelbar analysieren. Was sie erkennt, wird verarbeitet; das Bild selbst muss dafür nicht dauerhaft gespeichert werden.
Damit wäre die Kamera näher an einem Sensor als an einem Aufzeichnungsgerät. Für die Datenschutzfrage macht das einen Unterschied: Wo nichts gespeichert wird, kann auch nichts abfließen. Wie weit Apple diesen Ansatz tatsächlich treibt, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Der Dienst bleibt eine Leerstelle
Zum angekündigten Sicherheits- und Überwachungsdienst nennt der Bericht nichts außer der Existenz. Weder Umfang noch Preis noch Startmärkte sind beschrieben.
Das ist die entscheidende offene Stelle, denn ein Dienst dieser Art unterscheidet sich stark je nach Ausgestaltung: eine reine Softwarefunktion in der Home-App wäre etwas anderes als eine Aufschaltung mit Reaktion auf Alarme, wie sie klassische Sicherheitsanbieter betreiben.
Wie das zur Zentrale passt
Die Smart-Home-Zentrale soll noch in diesem Jahr erscheinen. Sie bringt nach bisherigem Stand selbst eine Kamera mit, die Nutzerprofile automatisch wechselt. Eine separate Sicherheitskamera wäre also kein Ersatz, sondern eine Ergänzung – Zentrale im Wohnraum, Kamera an Tür, Einfahrt oder Garten.
Beide Geräte stammen aus derselben Planung. Der Fahrplan bis 2028, den derselbe Bericht für die iPhone-Reihe zeichnet, zeigt dasselbe Muster: Apple denkt inzwischen in Produktlinien mit jährlichem Takt statt in Einzelgeräten.
Was Kamerafunktionen hierzulande heute kosten
Ein Punkt lässt sich schon jetzt beziffern, und er dürfte für den kommenden Dienst maßgeblich sein: Apple koppelt Kamerafunktionen an den gebuchten Speicher. HomeKit Secure Video setzt ohnehin ein kostenpflichtiges iCloud+-Abo voraus, und die neuen KI-Funktionen der Home-App in iOS 27 verlangen mindestens das 2-TB-Paket.
| iCloud+-Tarif | Preis in Deutschland | Kameras mit HomeKit Secure Video | KI-Funktionen der Home-App |
|---|---|---|---|
| 50 GB | 0,99 € pro Monat | 1 | nein |
| 200 GB | 2,99 € pro Monat | bis zu 5 | nein |
| 2 TB | 9,99 € pro Monat | unbegrenzt | ja |
Die Aufnahmen selbst werden dabei nicht auf das Speicherkontingent angerechnet. Wer die Speicherpläne im Detail vergleichen will, findet dort auch die größeren Stufen.
Warum der Dienst mehr über Apples Absicht verrät als die Kamera
Eine Kamera allein wäre ein Zubehörteil unter vielen. Interessant ist die Kombination: Hardware plus laufender Dienst, dazu die bereits bestehende Kopplung von Kamerafunktionen an iCloud+. Wir erwarten deshalb, dass Apple hier keinen einzelnen Verkaufsartikel plant, sondern ein Abo-Angebot, an dem die Kamera hängt.
Der belegte Ausgangspunkt dafür steht in der Tabelle oben: Die Auswertung von Kameramaterial ist bei Apple bereits heute eine Funktion des Speicherabos und keine des Geräts. Ein eigener Sicherheitsdienst wäre die Fortsetzung dieser Linie.
Was müsste eine Apple-Kamera können, damit du deine vorhandene ersetzt – reicht dir die Aussicht, dass kein Videomaterial mehr gespeichert wird, oder wäre ein zusätzliches Abo für dich das Ausschlusskriterium? Schreib uns in die Kommentare, wie dein Kamera-Setup heute aussieht.


