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Siri und Qwen: Apple zieht die Mac-Anleitung zurück

Milan Jovicic by Milan Jovicic
10. August 2026 - 15:48 CEST
in Apple News
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MacBook, iPad und iPhone zeigen Apple Intelligence mit den Schreibwerkzeugen – die Verbindung von Siri und Qwen war nur für den Mac beschrieben

Apple Intelligence auf Mac, iPad und iPhone – in China ist bislang nur das iPhone freigegeben. (Bild: Apple)

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Für einen Tag stand auf Apples chinesischer Support-Seite, wie sich ein KI-Modell von Alibaba mit Siri verbinden lässt. Dann verschwand das Dokument wieder – und Apples Kundendienst wusste von nichts.

Apple Intelligence in China ist an eine Bedingung geknüpft: Ohne lokalen Partner geht nichts. Seit Juli ist der Dienst in China freigegeben, allerdings ausschließlich für das iPhone – ob und wann iPad und Mac folgen, ließ Apple offen. Ein kurzzeitig veröffentlichtes Support-Dokument liefert dazu nun den bislang deutlichsten Anhaltspunkt.

Entdeckt wurde die chinesischsprachige Anleitung am 8. August über einen Bericht von Reuters. Sie beschrieb, wie berechtigte Mac-Nutzer auf dem chinesischen Festland Qwen – die Modellfamilie von Alibaba – mit Siri und den Schreibwerkzeugen verbinden können. Einen Tag später war das Dokument nicht mehr abrufbar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Apple veröffentlichte am 8. August eine Anleitung zur Verbindung von Qwen mit Siri auf dem Mac und entfernte sie am Folgetag wieder.
  • Vorausgesetzt wurden macOS 26.6 oder neuer sowie ein eigener Qwen-Account.
  • Alibaba darf die übermittelten Inhalte laut dem Dokument nicht zum Training seiner Modelle verwenden.
  • Für iPhone und iPad erschien keine vergleichbare Anleitung.
  • Die chinesische Freigabe vom Juli deckt bislang nur das iPhone ab.

Was in der Anleitung stand

Der beschriebene Aufbau folgt einem bekannten Muster. Siri hätte für bestimmte Anfragen auf Qwen zurückgreifen können, um ausführlichere Antworten zu liefern – darunter die Analyse von Fotos und Dokumenten. Die Schreibwerkzeuge hätten das Modell zum Erzeugen von Texten und Bildern nutzen können.

Technisch verlangte das Dokument macOS 26.6 oder eine neuere Version und eine Anmeldung mit einem eigenen Qwen-Konto. Ausdrücklich festgehalten war, dass Alibaba die eingereichten Inhalte nicht zum Training oder zur Verbesserung seiner Modelle verwenden darf.

Damit entspricht die Konstruktion weitgehend der ChatGPT-Erweiterung, die außerhalb Chinas verfügbar ist: Siri reicht komplexe Anfragen weiter, die Schreibwerkzeuge bekommen eine zusätzliche Option, und der Nutzer muss aktiv zustimmen.

Ein Dokument, das nach einem Tag verschwand

Am 9. August war die Seite weg. Chinesische Medien berichteten über das Verschwinden, und Apples Kundendienst teilte ihnen mit, man habe keine Mitteilung über den Start einer neuen Funktion erhalten. Eine offizielle Erklärung gab es nicht.

Ein in chinesischen Medien zitierter Branchenanalyst hält die Rücknahme für ein Zeichen noch ausstehender technischer Anpassungen im Zulassungsverfahren – nicht für eine Kehrtwende. Belegen lässt sich diese Deutung bislang nicht.

Bemerkenswert ist die Wiederholung: Bereits im März war Apple Intelligence in China kurzzeitig ohne Freigabe erreichbar und wurde wieder offline genommen. Zweimal innerhalb weniger Monate ging in China etwas live, das noch nicht live sein sollte.

Warum Apple in China einen Partner braucht

China verlangt für generative KI-Dienste ein Zulassungsverfahren und in der Praxis die Zusammenarbeit mit einem heimischen Anbieter. Apple hatte diese Rolle zunächst Baidu zugedacht. Nach Berichten vom Februar 2025 übernahm Alibaba die Führung, nachdem Baidus Modelle Apples Anforderungen nicht erfüllten; Baidu blieb in unterstützender Funktion.

Im Juli registrierte die chinesische Cyberspace-Behörde Apples geräteinternen KI-Dienst. Diese Freigabe galt dem iPhone. Für iPad und Mac blieb offen, wann sie nachziehen – weshalb ausgerechnet ein Mac-spezifisches Dokument als Signal taugt.

Zwei Regionen, dieselbe Mechanik

Für Leser im deutschsprachigen Raum ist der Vorgang aus einem anderen Grund interessant, als es zunächst scheint. Auch hier entscheidet nicht die Technik darüber, welches Gerät eine KI-Funktion zuerst bekommt, sondern die Regulierung – nur mit umgekehrtem Ergebnis.

RegionZuerst freigegebenNoch offen
ChinaiPhoneiPad, Mac
EUMac, Vision ProiPhone, iPad, Apple Watch

In der EU startet Siri AI zunächst auf Mac und Vision Pro, während iPhone, iPad und Apple Watch außen vor bleiben. In China ist es genau andersherum. Die Schweiz gehört in beiden Fällen nicht zum EU-Raum und steht auf der Verfügbar-Seite. Welche Funktionen hierzulande sonst noch fehlen, ist im Evergreen zu den Apple-Funktionen ohne EU-Verfügbarkeit zusammengetragen.

Praktisch heißt das für dich: An deiner Gerätesituation ändert dieser Vorgang nichts. Er zeigt aber, dass Apple KI-Funktionen inzwischen regional zerlegt ausrollt – Land für Land, Gerät für Gerät, und jedes Mal in der Reihenfolge, die eine Behörde vorgibt. Ein einheitlicher Funktionsumfang über alle Märkte hinweg ist damit auf absehbare Zeit vom Tisch.

Wann Apple die Qwen-Verbindung für den Mac offiziell startet, ist offen. Dass die Anleitung überhaupt schon geschrieben war, spricht dafür, dass die Arbeit daran weitgehend abgeschlossen ist. (Bild: Apple)

  • Apple testet China-Speicher in iPhones und MacBooks
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Tags: Apple DiensteApple IntelligenceChinaSiri
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Milan Jovicic

Milan hat Apfelpatient 2016 gegründet und verantwortet seit 2018 sämtliche redaktionellen Inhalte – News, Gerüchte, Anleitungen und Produkttests. Apple-Geräte sind hier kein Testmaterial für zwei Wochen, sondern Alltagswerkzeug: Vom iPhone über MacBook Pro, MacBook Air und iMac bis zur Apple Vision Pro läuft aus fast jeder Produktkategorie mindestens ein Gerät im täglichen Einsatz, viele davon jährlich erneuert. Jeder Menüpfad in einer Anleitung wird am Gerät nachgeprüft, bevor er veröffentlicht wird.

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