Zwei Sätze, mehr hat Qualcomm nicht veröffentlicht. Sie beenden trotzdem eine Frage, die über der Beziehung beider Konzerne hing: was passiert, wenn die Patentlizenz aus dem großen Vergleich von 2019 im Frühjahr ausläuft. Für iPhone-Käufer in Deutschland ist das mehr als eine Randnotiz.
Qualcomm hat am Donnerstag die Verlängerung seiner weltweiten Patentlizenz mit Apple bekanntgegeben. Die neue Vereinbarung gilt ab dem 1. April 2027. Laufzeit, Lizenzgebühren und weitere Bedingungen nennt die Mitteilung nicht.
Die Lizenz ist unabhängig davon, von wem die Modems im iPhone stammen. Apple ersetzt die Qualcomm-Chips seit dem iPhone 16e Schritt für Schritt durch eigene Entwicklungen, und Qualcomm verliert das Apple-Geschäft schneller als ursprünglich geplant.
Das Wichtigste in Kürze
- Qualcomm und Apple verlängern ihre weltweite Patentlizenz, die neue Vereinbarung gilt ab dem 1. April 2027.
- Laufzeit und finanzielle Bedingungen sind nicht bekannt.
- Die bisherige Lizenz stammt aus dem Vergleich vom April 2019 und läuft Ende März 2027 aus.
- Mit dem Modemwechsel hat die Lizenz nichts zu tun: Die neuen Pro-Modelle für Deutschland, Österreich und die Schweiz funken bereits mit Apples eigenem C2-Modem.
Was die Lizenz abdeckt
Die Patentlizenz regelt, dass Apple Qualcomms Patente nutzen darf und dafür zahlt. Davon getrennt lief ein Liefervertrag, mit dem Qualcomm Apple bis einschließlich der Geräte von 2026 mit Modems versorgt. Verlängert wurde jetzt nur die Lizenz, nicht die Chiplieferung.
Die Vereinbarung von 2019 lief über sechs Jahre ab dem 1. April 2019, mit der Option auf zwei weitere Jahre. Apple hat diese Option gezogen, damit endet die alte Lizenz am 31. März 2027. Die neue schließt direkt am Folgetag an.
Der Streit, der in Deutschland zu spüren war
Wie viel an dieser Lizenz hängt, haben iPhone-Käufer hierzulande schon einmal erlebt. Im Dezember 2018 entschied das Landgericht München I, dass Apple mit einer Stromspartechnik im Funkteil mehrerer iPhones ein Qualcomm-Patent verletzt. Betroffen waren iPhone 7, 7 Plus, 8, 8 Plus und X.
Anfang Januar 2019 hinterlegte Qualcomm die geforderte Sicherheitsleistung von 1,34 Milliarden Euro, damit wurde das Verkaufsverbot vollstreckbar. Apple nahm iPhone 7 und iPhone 8 aus seinen 15 deutschen Apple Stores und aus dem Online-Shop. Beendet wurde der weltweite Streit erst im April 2019 mit dem Vergleich, aus dem die jetzt verlängerte Lizenz stammt.
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| Januar 2017 | Apple verklagt Qualcomm in den USA |
| 20. Dezember 2018 | Landgericht München I sieht Patentverletzung durch mehrere iPhones |
| 3. Januar 2019 | Qualcomm hinterlegt 1,34 Milliarden Euro, Verkaufsverbot greift |
| April 2019 | Vergleich, sechsjährige Lizenz ab 1. April 2019 mit Option auf zwei Jahre |
| 31. März 2027 | Ende der alten Lizenz |
| 1. April 2027 | neue Lizenz tritt in Kraft |
Apples eigene Modems laufen weiter
Beim Modem ist der Wechsel weitgehend vollzogen. Laut Apple nutzen das iPhone 18 Pro und das iPhone Duo weltweit das eigene C2-Modem, das iPhone 18 Pro Max überall außer in den USA. Nur das US-Modell des Pro Max funkt noch mit einem Qualcomm-Chip.
Für Käufer in Deutschland, Österreich und der Schweiz steckt in den aktuellen Pro-Modellen damit kein Qualcomm-Modem mehr. Dass Apple die Patentlizenz trotzdem verlängert, zeigt, wie getrennt beide Fragen inzwischen sind.
Warum die Verlängerung mehr ist als eine Formsache
Wir sehen in der Verlängerung vor allem einen verhinderten Streit. Die alte Lizenz wäre in einem Jahr ausgelaufen, in dem Apple kaum noch Qualcomm-Chips kauft. Ohne Anschlussvertrag hätte Qualcomm weniger Grund zur Zurückhaltung gehabt, und deutsche Patentgerichte waren schon einmal der Ort, an dem der Konflikt die Ladentheke erreicht hat.
Für dich als Käufer ändert sich damit nichts, und genau das ist die Nachricht: Ein Verkaufsverbot wie 2019 steht nicht im Raum.
Hättest du damit gerechnet, dass Apple trotz eigener Modems weiter an Qualcomm zahlt – oder war dir die Trennung zwischen Chip und Patent schon klar? Schreib uns deine Sicht in die Kommentare.



