Apple hat die Liste der kompatiblen Hörsysteme aktualisiert und dabei 43 Modelle von 22 Marken ergänzt. Fünf Hersteller tauchen zum ersten Mal darin auf, darunter mit Panasonic ein Name, den man eher mit Fernsehern verbindet. Bemerkenswerter für Mac-Nutzer ist eine Zeile weiter unten: Das MacBook Neo steht jetzt in den Systemvoraussetzungen.
Hörgeräte gehören zu den Zubehörkategorien, über die Apple selten spricht, obwohl das Programm seit über einem Jahrzehnt läuft. Für Betroffene ist die Kompatibilitätsliste dagegen ein handfestes Kaufkriterium – wer ein Hörsystem direkt mit dem iPhone koppeln will, muss vorher wissen, ob das Modell unterstützt wird. Wie tief das Thema inzwischen im System verankert ist, zeigt sich auch daran, dass Apple die AirPods Pro 2 seit 2024 für einen zertifizierten Hörtest freigegeben hat.
Die aktualisierte Übersicht steht als Liste der Made-for-iPhone-Hörgeräte im Apple-Support-Bereich. Mit den neuen Einträgen umfasst sie 623 Modelle von 104 Marken.
Das Wichtigste in Kürze
- 43 neu aufgenommene Modelle verteilen sich auf 22 Marken
- Fünf Marken sind zum ersten Mal vertreten: Bellson, MicroSom, Panasonic, RION und Yeasound
- Der Großteil der Neuzugänge beherrscht bidirektionales Streaming, also Freisprechen über das Hörsystem
- Drei bereits gelistete Modelle wurden nachträglich als bidirektional gekennzeichnet
- Das MacBook Neo steht ab macOS Tahoe 26 in den Systemvoraussetzungen für beide Streaming-Richtungen
Fünf Hersteller kommen neu dazu
Die Zugänge stammen überwiegend von Marken, die bereits in der Liste standen und einzelne Modellreihen nachgemeldet haben. Vier Neuzugänge entfallen allein auf OuïeZen, je drei auf Afflelou, Audibel, NuEar, Oticon und Starkey.
Interessanter sind die Hersteller, die zum ersten Mal auftauchen:
| Marke | Neu gelistete Modelle |
|---|---|
| Bellson | A1 X0 |
| MicroSom | Edge AI, Intrigue AI |
| Panasonic | WH-C5, WH-R5 |
| RION | HB-A8, HI-C7 |
| Yeasound | RIC700, RIC800 |
Panasonic und RION sind beide in Japan beheimatet und im dortigen Hörgerätemarkt seit Langem aktiv – im deutschsprachigen Raum spielen sie bislang keine nennenswerte Rolle.
Aus DACH-Sicht relevanter ist Bernafon: Das Unternehmen sitzt in Bern, fertigt Im-Ohr-Geräte in seiner Berliner Manufaktur und ist mit den Modellen A1 X0 und Encanta dabei. Bernafon gehört wie die ebenfalls gelisteten Marken Oticon und Sonic zur dänischen Demant-Gruppe – hinter der Vielzahl der Markennamen in Apples Liste stecken also deutlich weniger Konzerne, als die 104 Einträge vermuten lassen.
Was bidirektionales Streaming bedeutet
Apple unterscheidet in der Liste zwei Betriebsarten. Beim unidirektionalen Streaming wandert Ton nur vom iPhone ins Hörsystem – Musik, Anrufe, Navigationsansagen. Bidirektionale Geräte nehmen zusätzlich die Stimme des Trägers über die Mikrofone des Hörsystems auf.
Praktisch heißt das: Freisprechen ohne das iPhone in der Hand. Fast alle 43 Neuzugänge beherrschen diese Richtung, Ausnahmen sind der AudioStream Adapter und SONNET 3 von MED-EL, Oticons Engage und Semper sowie das Widex Moment MRRLD.
Zusätzlich hat Apple drei bereits vorhandene Einträge nachträglich als bidirektional gekennzeichnet: Bernafons Entra A X sowie Ineo A X von Pro Akustik und SoniTon.
Das MacBook Neo rückt in die Systemvoraussetzungen
Für Apple-Nutzer ohne Hörsystem ist das die eigentliche Neuigkeit der Aktualisierung. Apple hat das günstigste Modell der Mac-Reihe in die Anforderungsliste aufgenommen, und zwar für beide Streaming-Richtungen. Voraussetzung ist macOS Tahoe 26 oder neuer.
Damit schließt Apple eine Lücke, die beim Marktstart im März offenblieb: Das MacBook Neo war zwar von Anfang an ein vollwertiger Mac, tauchte in mehreren Zubehör- und Kompatibilitätsdokumenten aber schlicht noch nicht auf.
Dass so etwas keine Formsache ist, hat die Vergangenheit gezeigt. Nach dem Marktstart des iPhone 12 räumte Apple Verbindungsprobleme mit MFi-Hörgeräten ein, die erst über ein Softwareupdate behoben wurden.
Zwei Wege zum besseren Hören, ein System
Apple verfolgt beim Thema Hören inzwischen zwei parallele Ansätze. Der ältere ist das MFi-Programm mit zertifizierten Hörsystemen vom Akustiker, der jüngere die eigene Hardware: Seit der FDA-Zulassung der Hörgerätefunktion für die AirPods Pro 2 lassen sich die Ohrhörer bei leichter bis mittlerer Schwerhörigkeit selbst als Hörhilfe nutzen. In Deutschland wurde die Funktion am 28. Oktober 2024 freigeschaltet.
Die beiden Wege zielen auf unterschiedliche Gruppen. Die AirPods decken den Einstiegsbereich ab und kosten einen Bruchteil eines Hörsystems, sind aber weder für dauerhaftes Tragen noch für stärkere Hörverluste gedacht. Ein angepasstes Hörgerät bleibt dort die Lösung – und für dessen Zusammenspiel mit iPhone, iPad, Mac und Apple Vision Pro ist genau diese Liste zuständig.
Warum eine Listenpflege mehr ist als Routine
Für die meisten Leser hier ändert die Aktualisierung nichts. Für jemanden, der demnächst beim Akustiker sitzt, ist sie dagegen die Grundlage einer Kaufentscheidung, die für Jahre gilt und im DACH-Raum schnell vierstellig wird.
Wenn du selbst betroffen bist oder für Angehörige mitsuchst, lohnt der Blick in die Liste vor dem Termin beim Akustiker – und die Frage nach bidirektionalem Streaming, weil genau dieses Detail über den Alltagskomfort entscheidet und im Beratungsgespräch selten von allein zur Sprache kommt. Welche Hörfunktionen das iPhone darüber hinaus mitbringt, zeigt der Überblick zu den Bedienungshilfen des iPhone.
Bemerkenswert bleibt die Beharrlichkeit. Apple pflegt diese Liste seit 2014, meist ohne jede Ankündigung, und hat sie in dieser Zeit auf über 600 Modelle wachsen lassen. Das ist unspektakulär und genau deshalb erwähnenswert: Barrierefreiheit funktioniert dort am besten, wo sie nicht als Feature vermarktet wird, sondern als Wartungsaufgabe behandelt. Sichtbarer wird der Bereich derzeit ohnehin, seit Apple Apple Intelligence in die Bedienungshilfen bringt.
Was sich damit für Hörsystem-Träger ändert
Wer eines der neu gelisteten Modelle trägt, kann es ab sofort ohne Zwischengerät mit iPhone, iPad, Mac oder Apple Vision Pro koppeln. Wer ein älteres Modell nutzt, das nicht in der Liste steht, bleibt auf die App des Herstellers oder einen separaten Streaming-Adapter angewiesen.
Gekoppelt wird unter iOS 26 über Einstellungen, Bedienungshilfen und dort im Abschnitt „Hören“ den Punkt „Hörhilfen“. Direkt darunter sitzt das „Hörkontrollzentrum“, über das sich Lautstärke und Programme des gekoppelten Systems steuern lassen, ohne jedes Mal in die Einstellungen zurückzukehren.

Offen ist, wie lange Apple das eigene MFi-Protokoll neben dem Branchenstandard Bluetooth LE Audio weiterführt. Mehrere Hersteller unterstützen inzwischen beide Wege, und ein einheitlicher Standard würde Kompatibilitätslisten wie diese langfristig überflüssig machen. (Bild: Apfelpatient)
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