600 Plätze, 48 Lautsprecher rund ums Publikum und mehr als 16 fest verkabelte Kameras: Apple hat in London einen eigenen Konzertsaal eröffnet. Wer dort auftritt, geht nach der Show mit einer fertigen Aufnahme, einer sendefähigen Mischung und einem Mehrkamera-Video nach Hause.
Die Apple Music Hall liegt in der Battersea Power Station an der Themse, dem früheren Kohlekraftwerk, in dem Apple seit 2023 seinen britischen Hauptsitz und direkt darunter den Store Apple Battersea betreibt. Angekündigt hat Apple den Saal in einer Mitteilung im Newsroom.

Neu ist Apples Nähe zu Live-Musik in London nicht. Das iTunes Festival, später Apple Music Festival, lief jahrelang in der Stadt und feierte 2016 im Roundhouse sein zehntes Jubiläum. Diesmal baut Apple keinen Festivalbetrieb in fremden Hallen, sondern einen eigenen Saal samt Studios für den eigenen Streamingdienst.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Apple Music Hall fasst 600 Gäste und liegt in der Battersea Power Station in London.
- Eine Bühne von knapp 11,6 Metern Breite und ein Soundsystem mit 48 Lautsprechern sind auf 3D Audio ausgelegt.
- Zwei Studios und ein Regieraum für mehr als 16 Kameras machen aus jedem Konzert eine fertige Produktion.
- Die Auftritte sollen weltweit per Livestream übertragen werden, auch die Londoner Sendungen von Apple Music Radio kommen jetzt aus Battersea.
Ein kleiner Saal mit der Technik einer Arena
Apple beschreibt die Halle als bewusst klein gehalten: Jeder Platz soll nah an der Bühne liegen, die Technik aber dem entsprechen, was ein Künstler für eine Arena-Tournee braucht. Die Bühne ist 38 Fuß breit, also knapp 11,6 Meter, und lässt sich für klassische Frontalauftritte ebenso umbauen wie für Konzerte, bei denen das Publikum rundherum steht.

Das Soundsystem besteht aus 48 Lautsprechern, die rings um die Zuschauer verteilt sind. Tritt ein Künstler in 3D Audio auf, hört das Publikum den Auftritt räumlich. Architektonisch greift der Saal das Kraftwerk auf, mit Ziegelmauerwerk, kannelierten Bögen und Bronze-Balkonen. Eine große Glaswand gibt den Blick auf die Halle des Gebäudes und den Fluss frei.
Hinter der Bühne ein Produktionsbetrieb
Hinter der Bühne liegen zwei Aufnahme- und Mischstudios nach professionellem Standard. Jeder Auftritt kann als Mehrspuraufnahme mitgeschnitten und in 3D Audio gemischt werden, live oder nachträglich. Dazu kommt ein eigener Regieraum für mehr als 16 fest verkabelte Kameras, in den neben klassischen Sendekameras auch iPhone-Aufnahmen parallel einlaufen können.
Laut Apple verlässt ein Künstler den Saal nach einem einzigen Abend mit einer fertigen 3D-Audio-Aufnahme, einer sendefähigen Mischung und einem Mehrkamera-Video.
Neue Studios für Apple Music Radio
Mit der Halle hat Apple auch neue Radiostudios in Battersea eröffnet. Alle Londoner Moderatoren und Sendungen von Apple Music Radio senden künftig live von dort. Zum Radioangebot gehört auch Apple Music 1, das frühere Beats 1. Apple Music Radio läuft rund um die Uhr und ist laut Apple weltweit kostenlos zu hören, also auch ohne Abo im deutschsprachigen Raum.
Karten und Termine für kommende Konzerte gibt es über die Website applemusichall.com sowie über die Kanäle der Halle bei Instagram und TikTok.
Mehr Studio als Konzertsaal
Zwei Studios und ein Regieraum für einen Saal mit 600 Plätzen zeigen, worum es geht. Wir sehen in der Apple Music Hall deshalb vor allem eine Produktionsstätte: Jeder Auftritt liefert Aufnahmen in 3D Audio und Video, die Apple über seinen Streamingdienst weltweit ausspielen kann. Der Saal ist die Bühne dafür, der eigentliche Ertrag entsteht dahinter.

Für Musikfans im deutschsprachigen Raum ist das die bessere Nachricht. Eine Karte für einen Saal mit 600 Plätzen in London bleibt ein Glücksfall, die Livestreams und die Aufnahmen danach sind dagegen für alle gedacht, die nicht vor Ort sein können.
Würdest du für eine Show vor gerade einmal 600 Leuten nach London reisen – oder genügt dir der Livestream in 3D Audio vom Sofa aus? Schreib uns in die Kommentare, welcher Künstler dich dorthin locken würde.



