Apples erstes MacBook mit OLED-Touchscreen kommt offenbar nicht mit der nächsten Chip-Generation. Statt auf einen M6 Pro oder M6 Max soll das neue Spitzenmodell auf die bereits bekannten M5-Pro- und M5-Max-Chips setzen. Der Grund dafür liegt in einer kurzfristigen Umstellung von Apples Chip-Fahrplan.
Lange galt das hochwertige OLED-MacBook als das Gerät, das Apples nächste Chip-Generation einläuten würde. Ein neuer Bericht von Mark Gurman dreht diese Erwartung nun um: Das als MacBook Ultra gehandelte Spitzenmodell soll mit den aktuellen M5-Pro- und M5-Max-Chips erscheinen statt mit M6-Versionen. Auslöser ist eine Entscheidung, die Apples gesamte Mac-Roadmap betrifft – und das neue Modell zu einem ungewöhnlichen Zwischenschritt macht.
Bekannte Chips statt neuer Generation
Dass das neue MacBook auf M5 Pro und M5 Max setzt, hängt unmittelbar mit Apples jüngst kolportierter Chip-Strategie zusammen. Demnach überspringt der Konzern bei der M6-Reihe die starken Ableger und zieht die Pro- und Max-Modelle in die M7-Generation vor. Ein M6 Pro oder M6 Max, wie ihn frühere Berichte für das OLED-MacBook noch vorgesehen hatten, existiert in dieser Planung schlicht nicht mehr. Damit bleibt Apple für das Spitzenmodell zunächst bei den vorhandenen High-End-Chips. Ein neues Einsteiger-MacBook-Pro mit dem regulären M6 wird davon unabhängig weiterhin für dieses Jahr erwartet.
Apples erster Touchscreen-Mac
Abseits der Chip-Frage bleibt das Gerät ein Meilenstein. Es wäre Apples erster Mac mit Touchscreen – eine Idee, die der Konzern über Jahre hinweg öffentlich abgelehnt hatte. Dass ein Touchscreen-MacBook tatsächlich kommt, hatte sich zuletzt bereits verdichtet. Hinzu kommt ein OLED-Bildschirm, ebenfalls eine Premiere für den Mac.
Auch optisch soll sich einiges tun: Das MacBook Ultra erhält dem Bericht zufolge eine iPhone-typische Dynamic Island, die das bisherige Notch-Design ablöst. Insgesamt ist von einem überarbeiteten Industriedesign die Rede – der ersten sichtbaren Veränderung bei den High-End-MacBooks seit 2021. Angeboten werden soll das Modell wie das MacBook Pro in 14 und 16 Zoll; intern laufen die beiden Varianten unter den Codenamen „K114″ und „K116″. Der OLED-Schritt gilt zugleich als Auslöser einer breiteren Display-Wende in der Laptop-Branche.
Marktstart und Preis
Den Zeitraum für die Markteinführung verortet der Bericht zwischen dem späten laufenden Jahr und dem frühen kommenden Jahr. Preislich dürfte das MacBook Ultra über dem M5-Pro-MacBook-Pro liegen, das nach der jüngsten Preisrunde bei 1.999 Dollar beginnt. Ein konkreter Preis wurde bislang nicht genannt, ein deutlicher Aufschlag gegenüber dem regulären Pro-Modell gilt aber als wahrscheinlich.
Der Nachfolger steht schon bereit
Bemerkenswert ist, dass Apple parallel bereits am Nachfolger arbeitet. Dieser soll mit den kommenden M7-Pro- und M7-Max-Chips ausgestattet sein und befindet sich dem Bericht zufolge in einer fortgeschrittenen Testphase; ein Marktstart wird frühestens für Ende 2027 erwartet. Die M7-Reihe ist demnach gezielt auf anspruchsvolle KI-Aufgaben ausgelegt und bringt verbesserte Neural-Beschleuniger, eine stärkere Grafikeinheit und eine höhere Speicherbandbreite mit. Über das MacBook hinaus plant Apple zudem, das Mac Studio im Jahr 2028 mit M7-Max- und M7-Ultra-Optionen aufzufrischen.
Ein Spitzenmodell mit offener Namensfrage
Kurios bleibt die Konstellation: Apple bringt ein völlig neu gestaltetes Premium-MacBook auf den Markt, das im Inneren auf derselben Chip-Stufe arbeitet wie das aktuelle MacBook Pro. Genau das macht die Namensgebung spannend – „MacBook Ultra“ wäre die naheliegende Wahl, um das Gerät klar vom regulären Pro-Modell abzugrenzen, offiziell bestätigt ist die Bezeichnung jedoch nicht. Sollte der Zeitplan halten, dürfte Apple die Lücke zwischen Design-Sprung und Chip-Stillstand mit dem schnellen M7-Nachfolger 2027 wieder schließen. (Bild: Shutterstock / Yalcin Sonat)
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