Ein Polizist verliert seine Tochter, elf Jahre später hört er ihre Stimme am Notruftelefon. Die australische Serie startet am 9. September – inszeniert hat sie ein Regisseur von Rügen, der zuvor bei „The Crown“ und „Bad Banks“ hinter der Kamera stand.
Apple TV hat den Trailer zu „Last Seen“ veröffentlicht und damit auch den Starttermin bestätigt: Die sechsteilige Serie läuft ab Mittwoch, 9. September. Sie basiert auf einem Roman, der auf Deutsch unter anderem Titel erschienen ist, und entstand vollständig im australischen Bundesstaat Victoria. Damit reiht sie sich in ein dicht besetztes Herbstprogramm ein, das wir in der Übersicht zu Apple TV im Herbst 2026 fortlaufend sortieren.
Das Wichtigste in Kürze
- „Last Seen“ startet am 9. September mit zwei Folgen, danach folgt wöchentlich eine weitere bis zum 7. Oktober
- Sämtliche Episoden inszenierte der deutsche Regisseur Christian Schwochow, der auch als ausführender Produzent auftritt
- In der Hauptrolle ist Patrick Brammall zu sehen, bekannt aus „Colin from Accounts“
- Die Vorlage stammt von Ryan David Jahn und erschien auf Deutsch unter dem Titel „Der Cop“
- Serie und Roman unterscheiden sich in Schauplatz, Zeitrahmen und Figurennamen
Worum es geht
Ian Ridley war Polizist, bis seine Tochter Maggie vor elf Jahren spurlos verschwand. Heute arbeitet er als Disponent in der Notrufzentrale und hat sich nie damit abgefunden, dass sie tot sein könnte.
Dann geht ein Notruf eines Mädchens bei ihm ein, und er ist überzeugt, Maggies Stimme zu erkennen. Von diesem Moment an setzt er alles daran, sie zu finden – ungeachtet der Folgen für sich und den Rest der Familie.
Neben Brammall stehen Maxine Peake, Brendan Cowell, Daniel Henshall, Zahra Newman, Jessica Wren und Tobias Muhafidin vor der Kamera. In einer der Hauptrollen debütiert Chloe Jean Lourdes.
Ein Regisseur von Rügen führt durch alle Folgen
Für den deutschsprachigen Raum ist die Personalie hinter der Kamera der interessanteste Teil. Christian Schwochow, 1978 in Bergen auf Rügen geboren, hat sämtliche Episoden inszeniert und ist zugleich ausführender Produzent.
Sein Weg dorthin führte über deutsche Stoffe und internationale Produktionen gleichermaßen: Für „Bad Banks“ bekam er den Deutschen Fernsehpreis und den Grimme-Preis, dazu kommen „Bornholmer Straße“, „Deutschstunde“, „Paula“ und „Je suis Karl“. International inszenierte er sieben Folgen von „The Crown“ sowie „München – Im Angesicht des Krieges“.
Dass ein deutscher Regisseur eine komplette Apple-Serie allein verantwortet, ist ungewöhnlich – die meisten Serienproduktionen verteilen die Regie auf mehrere Namen. Bei „Bad Banks“ hatte Schwochow das schon einmal gemacht und alle sechs Folgen der ersten Staffel selbst gedreht.
Was die Serie gegenüber dem Roman ändert
Die Vorlage erschien 2011 als „The Dispatcher“ und liegt auf Deutsch als „Der Cop“ bei Heyne Hardcore vor, übersetzt von Ulrich Thiele. Beim Vergleich mit der Serienfassung fallen drei Verschiebungen auf:
| Detail | Roman | Serie |
|---|---|---|
| Name der Hauptfigur | Ian Hunt | Ian Ridley |
| Schauplatz | Kleinstadt in Osttexas | Victoria, Australien |
| Zeit seit dem Verschwinden | sieben Jahre | elf Jahre |
Der Kern bleibt: ein Vater in der Notrufzentrale, ein Anruf, eine verschwundene Tochter namens Maggie. Verlegt wurde vor allem das Umfeld – aus der texanischen Kleinstadt wird der australische Bundesstaat, in dem auch gedreht wurde.
Eine Präzisierung zur Auszeichnung des Autors: Jahn erhielt den CWA John Creasey Dagger für seinen Debütroman, nicht für „The Dispatcher“. Dieser stand lediglich auf der Longlist für den CWA Ian Fleming Steel Dagger.
Sechs Folgen bis Anfang Oktober
Der Sendeplan folgt Apples üblichem Muster mit einem Doppelstart und wöchentlicher Fortsetzung:
| Datum | Inhalt |
|---|---|
| Mittwoch, 9. September | Folge 1 und 2 |
| Mittwoch, 16. September | Folge 3 |
| Mittwoch, 23. September | Folge 4 |
| Mittwoch, 30. September | Folge 5 |
| Mittwoch, 7. Oktober | Folge 6 |
Damit umfasst die erste Staffel sechs Episoden. Das ist knapp für einen Thriller mit familiärem Kern – zum Vergleich: „Hijack“, ebenfalls von 60Forty Films produziert, kam auf sieben Folgen je Staffel.
Warum der Mittwoch ungewöhnlich ist
Auffällig ist der Wochentag. Apple startet Serien traditionell freitags; ein Mittwoch als Premierentag kommt seltener vor und rückt die Folgen in eine Woche, in der ohnehin viel Aufmerksamkeit auf Apple liegen dürfte. Für die zweite Septemberwoche wird das iPhone-Event erwartet, das die Berichterstattung über Tage bestimmt.
Praktisch heißt das für dich: Wenn du die Serie im Blick behalten willst, lohnt sich der Blick in die Mediathek eher am Mittwochvormittag als am Wochenende. Ob Apple den Termin bewusst an das Event koppelt oder ob schlicht der Produktionsplan den Ausschlag gab, lässt sich von außen nicht beurteilen.
Der Serienherbst bei Apple TV nimmt Form an
Mit „Last Seen“ steht der nächste Titel eines Herbstes fest, in dem Apple deutlich mehr Drama auffährt als zuletzt. Neben dieser Produktion laufen unter anderem Neuromancer und die zweite Staffel von Women in Blue an. Wie sich das Programm im laufenden Monat verteilt, steht in der Augustübersicht. (Bild: Apple)
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