Apples Einstieg in den Foldable-Markt könnte dem zuletzt schwächelnden Geschäft mit faltbaren Displays kräftig auf die Sprünge helfen. Eine neue Marktanalyse rechnet für dieses Jahr mit deutlich steigenden Panel-Auslieferungen – und sieht Samsung Display als einen der großen Profiteure.
Der Markt für faltbare Smartphones steckt in einer Phase der Neusortierung, und Apples erstes Foldable dürfte dabei zum Wendepunkt werden. Schon zuvor gab es Schätzungen, wonach Apple im ersten Jahr rund ein Fünftel des weltweiten Foldable-Marktes erobern könnte. Eine aktuelle Analyse von Counterpoint Research untermauert diese Erwartung nun mit konkreten Zahlen: Der Einstieg des iPhone Ultra soll die Auslieferungen faltbarer Display-Panels 2026 spürbar nach oben treiben. Offiziell bestätigt ist der Marktstart des Geräts zwar noch nicht, doch die Lieferkette bereitet sich sichtbar darauf vor.
Faltbare Panels sollen 2026 wieder deutlich wachsen
Laut dem Bericht dürften die Auslieferungen faltbarer Smartphone-Panels in diesem Jahr um 24 Prozent zulegen, während der zugehörige Umsatz sogar um rund 48 Prozent im Jahresvergleich steigen soll. Dieser Aufschwung folgt auf einen schwachen Jahresauftakt: Im ersten Quartal 2026 gingen die Panel-Auslieferungen gegenüber dem Vorjahresquartal um 7 Prozent zurück. Als Gründe nennt der Bericht eine zurückhaltende Lagerpolitik der Marken sowie eine geringere Zahl neuer Produktvorstellungen.
Wer den Panel-Markt aktuell beherrscht
Ein Blick auf die Marktanteile im ersten Quartal 2026 zeigt, wie die Kräfte derzeit verteilt sind. Größter Lieferant blieb der chinesische Hersteller BOE mit einem Anteil von 45 Prozent, gefolgt von Samsung Display mit 22 Prozent. Dahinter reihen sich Visionox mit 16 Prozent, TCL CSOT mit 13 Prozent und Tianma mit 4 Prozent ein – wobei Tianma zuvor ein außergewöhnliches Wachstum von 578 Prozent im Jahresvergleich hingelegt hatte.
Dass ausgerechnet BOE den Foldable-Panel-Markt anführt, ist bemerkenswert, denn bei Apples OLED-Aufträgen für die kommende Gerätegeneration spielt der chinesische Hersteller keine Rolle mehr. Für das faltbare iPhone setzt Apple auf einen anderen Partner.
Samsung Display profitiert doppelt
Nach den bisherigen Berichten wird Samsung Display der alleinige Panel-Lieferant für Apples erstes faltbares iPhone sein – eine exklusive Vereinbarung, die dem südkoreanischen Konzern zusätzlichen Schub verleiht. Schon im ersten Quartal 2026 legten die Auslieferungen von Samsung Display um 37 Prozent im Jahresvergleich zu, der Marktanteil stieg um sieben Prozentpunkte.
Damit baut Samsung Display seine Position weiter aus und dürfte vom Anlauf des iPhone Ultra überproportional profitieren – während der Konzern gleichzeitig sein eigenes Foldable-Geschäft mit den Galaxy-Modellen betreibt.
Warum sich der Foldable-Markt gerade verschiebt
Hinter den Zahlen steht eine Verschiebung bei den Bauformen. Aufklappbare Modelle im Buchdesign, die sich zu einer tabletähnlichen Fläche öffnen, haben sich dem Bericht zufolge vom Nischenformat zum Standard entwickelt. Standen sie 2025 noch etwa gleichauf mit den kleineren Klapp-Modellen im Clamshell-Stil, ziehen sie 2026 klar davon, während das Clamshell-Segment schrumpft.
Wichtig ist die Einordnung, dass dieser Trend nicht allein von Apple getragen wird. Als weitere Treiber nennt der Bericht produktivitätsorientierte Einsatzszenarien, das Erlebnis größerer Bildschirme und eine bessere Profitabilität. Apple sei damit zwar nicht der einzige Faktor, spiele für die erwartete Erholung aber eine zentrale Rolle.
Erst der Boden, dann die Erholung
Für das Gesamtjahr 2026 zeichnet der Bericht ein zweigeteiltes Bild: Die erste Jahreshälfte lotet den Tiefpunkt aus, die zweite stellt die Erholung auf die Probe. Sollten Apple und Samsung ihre neuen Produkte erfolgreich hochfahren und beim Nutzererlebnis überzeugen, könnte der Foldable-Markt zurück in einen Wachstumszyklus finden. Das faltbare iPhone wäre in diesem Szenario weniger ein einzelnes neues Modell als der Auslöser für eine ganze Marktbewegung. (Bild: Shutterstock / Media Whale Stock)
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