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Großbritannien will Apples App Store nach EU-Vorbild öffnen

by Milan
30. Juni 2026
in Apple News
Apple UK

Bild: Shutterstock / SashaMagic

Großbritannien könnte Apple bald zu denselben Zugeständnissen verpflichten, die in der EU längst gelten. Die Wettbewerbsbehörde CMA erwägt, alternative Zahlungssysteme und einen offenen NFC-Zugang vorzuschreiben, und nähert sich damit den Positionen des Digital Markets Act an. Noch sind es Vorschläge, doch die Richtung ist deutlich erkennbar.

Bereits im Februar 2026 hatten sich Apple und Google gegenüber der Competition and Markets Authority (CMA) zu mehr Fairness im britischen App-Geschäft verpflichtet – allerdings vor allem in Punkten rund um Transparenz, die beide Konzerne in der EU ohnehin schon umsetzten. Nun geht die Behörde laut einem Bericht von Reuters deutlich weiter und schlägt vor, einen erheblichen Teil der EU-Vorgaben zu übernehmen. Im Kern zielt sie darauf ab, Entwicklern mehr Freiheiten bei Zahlungen und bei der Bewerbung von Alternativen zum App Store einzuräumen.

Was die CMA von Apple verlangt

Konkret will die Behörde zwei zentrale Beschränkungen aufheben. Zum einen sollen Entwickler ihre Kunden künftig zu Zahlungsoptionen außerhalb des App Store lenken dürfen – das sogenannte Steering, das Apple bislang stark einschränkt. Zum anderen erwägt die CMA, Apple zur Öffnung der NFC-Schnittstelle zu zwingen, über die heute die kontaktlosen Zahlungen via Apple Pay laufen. Damit könnten Entwickler eigene Bezahllösungen anbieten, die in direkter Konkurrenz zu Apple Wallet stehen.

Den Rahmen für mögliche Gebühren steckt die Behörde dabei eng ab. Apple und Google dürften zwar für ihre Leistungen entschädigt werden, doch nach den Worten von CMA-Direktor Will Hayter müssten alle Gebühren über ein belastbares, an Kosten und Wert orientiertes Verfahren gerechtfertigt werden. Eine pauschale Abgabe in Höhe der bisherigen Provisionen schwebt der Behörde damit ausdrücklich nicht vor.

Niedrigere Gebühren mit umstrittener Wirkung

Die CMA geht davon aus, dass solche Gebühren unter den aktuellen App-Store-Provisionen liegen sollten und dass die Ersparnis bei den Verbrauchern ankommt oder in neue Entwicklungen fließt. Genau dieser Punkt ist allerdings umstritten. In der EU, wo vergleichbare Regeln bereits gelten, deuten die bisherigen Daten darauf hin, dass Entwickler ihre niedrigeren Kosten kaum an die Kundschaft weitergeben. Eine von Apple in Auftrag gegebene Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass der DMA bislang nicht zu spürbar günstigeren App-Preisen geführt hat. Ob die von der CMA erhoffte Entlastung der Verbraucher tatsächlich eintritt, ist damit offen.

Apples Widerstand

Apple lehnt die Pläne ab und führt vor allem Sicherheitsargumente an. Werden Nutzer von der eigenen, geprüften Zahlungsinfrastruktur weggeleitet, verlören sie nach Darstellung des Konzerns genau jene Schutzmechanismen, auf die sie sich verlassen. Ein Sprecher warnte, die Vorschläge könnten Betrug, Bait-and-Switch-Taktiken und der Umgehung von Kindersicherungen Vorschub leisten und zugleich die Möglichkeit einschränken, Transaktionen verlässlich zu überprüfen. Apple kündigte an, seine Bedenken gegenüber der CMA deutlich zu machen. Google verfolgt einen anderen Kurs und setzt eigenen Angaben zufolge bereits erste Schritte zur Umsetzung um; die Behörde will prüfen, wie weit der Konzern damit gekommen ist.

Brexit-Großbritannien auf EU-Kurs

Noch handelt es sich ausschließlich um Vorschläge der CMA, nicht um beschlossene Gesetze. Wie lange der Abstimmungsprozess mit Apple und Google dauert, ist offen. Grundlage der Pläne ist der im Oktober 2025 zuerkannte „strategische Marktstatus“ für iOS und iPadOS, mit dem sich die Behörde gezielte Eingriffe in beide Plattformen vorbehält – faktisch das britische Gegenstück zum Gatekeeper-Status der EU. Auch wenn im Vereinigten Königreich nach dem Brexit niemand offen davon sprechen würde, die Europäische Union nachzuahmen, läuft die Entwicklung genau darauf hinaus. Für Apple bedeutet das, dass sich die in der EU bereits spürbaren Folgen des regulatorischen Drucks mittelfristig auch auf einem weiteren großen Markt wiederholen könnten. (Bild: Shutterstock / SashaMagic)

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