Apple möchte Speicherchips von zwei chinesischen Herstellern beziehen, die auf einer Blacklist des Pentagon stehen – und sucht dafür Rückendeckung im Weißen Haus. Ein erster Anlauf scheiterte schon einmal an parteiübergreifendem Widerstand. Selbst die Zusage, die Chips nur für in China verkaufte iPhones zu verwenden, half damals nicht.
Apple wirbt bei der Trump-Regierung darum, Speicherchips von zwei in Washington kritisch beäugten chinesischen Herstellern beziehen zu dürfen. Hinter dem Vorstoß steht die anhaltende globale Knappheit bei Arbeitsspeicher, die Apples Komponentenkosten spürbar nach oben treibt. Günstigere Bezugsquellen wären in diesem Umfeld ein willkommener Hebel. Der Haken: Genau dieser Schritt ist politisch hochsensibel – und Apple ist mit einem fast identischen Anliegen bereits einmal aufgelaufen.
Worum es bei dem Vorstoß geht
Im Zentrum stehen zwei Unternehmen: ChangXin Memory Technologies (CXMT), das DRAM-Arbeitsspeicher fertigt, sowie Yangtze Memory Technologies (YMTC), ein Hersteller von 3D-NAND-Flashspeicher. Beide stehen auf einer Liste des US-Verteidigungsministeriums, die chinesische Firmen mit Verbindungen zum dortigen Militärapparat markiert.
Rein rechtlich ist es Apple nicht verboten, bei diesen Herstellern einzukaufen. Dennoch sucht das Unternehmen vorab die ausdrückliche Zustimmung der Regierung – aus zwei Gründen. Zum einen könnte der Eintrag auf der Pentagon-Liste dazu führen, dass iPhones mit Bauteilen dieser Hersteller für einen Teil oder die gesamte Belegschaft von US-Bundesbehörden gesperrt würden. Zum anderen ist Apple grundsätzlich bemüht, ein gutes Verhältnis zur jeweils amtierenden Regierung zu wahren. Beides spricht dafür, lieber im Vorfeld grünes Licht einzuholen, als später vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.
Ein gescheiterter Anlauf aus dem Jahr 2022
Das Vorhaben ist nicht neu. Schon 2022 hatte Apple unter der damaligen Biden-Regierung eine vergleichbare Genehmigung angestrebt – und war damit nicht durchgekommen. Auch damals lautete die Zusage, die chinesischen Chips ausschließlich in iPhones zu verbauen, die für den chinesischen Markt bestimmt sind. Diese Einschränkung reichte den Kritikern jedoch nicht aus, um ihre Bedenken auszuräumen.
Parteiübergreifender Widerstand im Senat
Der Gegenwind kam damals von beiden Seiten des politischen Spektrums. Der Geheimdienstausschuss des US-Senats richtete einen deutlichen Brief an die Regierung, in dem die Abgeordneten ihre große Besorgnis über einen möglichen Bezug von 3D-NAND-Speicher bei YMTC formulierten. Sie warnten, ein solcher Schritt würde erhebliche Datenschutz- und Sicherheitsrisiken in eine globale Lieferkette einführen, die Apple maßgeblich mitprägt – und verwiesen auf die als undurchsichtig beschriebenen Verbindungen des staatlichen Herstellers zur Kommunistischen Partei Chinas.
Ein zweiter Einwand zielte auf die Handelsebene: Eine Partnerschaft mit YMTC würde nach Ansicht der Senatoren unfaire Handelspraktiken belohnen, die US-Unternehmen weltweit benachteiligen – und zwar unabhängig davon, für welchen Markt die entsprechenden Produkte am Ende gedacht seien. Damit war auch das zentrale Argument entkräftet, mit dem Apple den Schritt verkaufen wollte. Reuters berichtete seinerzeit, Apple habe die YMTC-Chips allein für in China verkaufte iPhones einsetzen wollen – die Gegner beschwichtigte das nicht.
Warum die Vorzeichen heute kaum besser stehen
Die Regierung ist heute eine andere, die politische Großwetterlage gegenüber chinesischen Chipherstellern aber kaum entspannter. Ein Detail wiegt dabei besonders schwer: Zu den Unterzeichnern des damaligen Senatsbriefs zählte Marco Rubio – jener Politiker, der unter Präsident Trump inzwischen die Rolle des Nationalen Sicherheitsberaters innehat. Dass ausgerechnet eine Stimme, die das Vorhaben 2022 mit klaren Worten ablehnte, heute an einer sicherheitspolitischen Schlüsselposition sitzt, lässt eine kurzfristige Freigabe wenig wahrscheinlich erscheinen. Sollte Apple den Vorstoß weiterverfolgen, dürfte der Konzern auf vertraute Hürden treffen – nur diesmal mit einem früheren Kritiker an entscheidender Stelle.
Politik schlägt Lieferkette
So nachvollziehbar Apples wirtschaftliches Interesse an günstigerem Speicher ist, so deutlich zeigt der Fall, wo die Grenzen rein ökonomischer Logik verlaufen. Die Speicherknappheit setzt Apple unter Kostendruck, doch der Weg über chinesische Hersteller führt mitten durch ein sicherheitspolitisches Minenfeld. Solange dieselben Bedenken im Raum stehen wie vor wenigen Jahren – und solange frühere Gegner heute mitentscheiden – bleibt fraglich, ob aus dem Vorstoß mehr wird als ein weiterer Anlauf ohne Ergebnis. (Bild: Shutterstock / Tartezy)
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