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Apple und die DRAM-Knappheit 2026 im Fokus

by Milan
26. Februar 2026 - 22:54
in Apple News
Apple DRAM-Knappheit

Bild: Shutterstock / Gorodenkoff

Die weltweite DRAM-Knappheit wird den Smartphone-Markt im Jahr 2026 spürbar treffen. Laut IDC soll der globale Absatz um 13 Prozent zurückgehen. Statt 1,26 Milliarden ausgelieferter Geräte im Jahr 2025 werden für 2026 nur noch 1,1 Milliarden Smartphones erwartet. Besonders günstige Android-Modelle stehen unter Druck. Apple gilt dagegen als vergleichsweise widerstandsfähig, auch wenn das Unternehmen höhere Kosten nicht vollständig vermeiden kann.

DRAM ist ein zentraler Bestandteil jedes Smartphones. Ohne Arbeitsspeicher funktionieren weder Apps noch Betriebssysteme oder KI-Funktionen. Genau dieser Speicher wird jedoch knapp. Der Engpass entsteht nicht primär durch Smartphone-Hersteller selbst, sondern durch die stark wachsende Nachfrage im KI-Sektor.

Unternehmen, die Rechenzentren betreiben, kaufen große Mengen an High-Bandwidth-Memory (HBM) für KI-Server. Speicherhersteller priorisieren diese margenstarken HBM-Produkte. Das führt dazu, dass weniger Kapazitäten für klassischen DRAM zur Verfügung stehen, der in Verbrauchergeräten eingesetzt wird. Die Folge sind steigende Preise und ein zunehmender Versorgungsdruck.

DRAM-Knappheit führt zu Absatzrückgang von 13 Prozent

IDC erwartet, dass die weltweiten Speicherbestände bis ins nächste Jahr erschöpft sein werden. Smartphone-Hersteller geraten dadurch in eine schwierige Lage. Es steht nicht genügend Speicher zur Verfügung, um die Produktionsnachfrage zu decken. Die Preise für DRAM sind bereits deutlich gestiegen (via Bloomberg).

Laut Prognose von IDC werden 2026 nur noch 1,1 Milliarden Smartphones ausgeliefert. Im Jahr 2025 waren es noch 1,26 Milliarden Geräte. Das entspricht einem Rückgang von rund 13 Prozent innerhalb eines Jahres.

IDC spricht von einer „beispiellosen Krise“ für den Smartphone-Markt. Nabila Popal, Senior Research Director bei IDC, ordnet die Situation deutlich ein. Ihrer Einschätzung nach wirken selbst Zölle und die Pandemiekrise im Vergleich harmlos. Der Markt werde bis zum Ende dieser Krise eine gewaltige Veränderung erleben. Betroffen seien Marktgröße, durchschnittliche Verkaufspreise und das Wettbewerbsumfeld. Eine Entspannung erwartet IDC nicht vor Mitte 2027.

KI-Boom verschärft die Speicherkrise

Der Engpass bei DRAM steht in direktem Zusammenhang mit der starken Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Unternehmen investieren massiv in Rechenzentren und benötigen dafür High-Bandwidth-Memory. Diese Speichertechnologie wird bevorzugt produziert, weil sie höhere Margen verspricht.

Da Produktionskapazitäten begrenzt sind, wird klassischer DRAM für Smartphones weniger priorisiert. Das verknappt das Angebot für Gerätehersteller zusätzlich. Die gestiegene Nachfrage aus dem KI-Sektor verschiebt damit die Marktlogik innerhalb der Speicherindustrie.

Günstige Android-Smartphones besonders unter Druck

Besonders stark betroffen sind Hersteller günstiger Android-Smartphones. In diesem Segment sind die Gewinnmargen traditionell niedrig. Steigende DRAM-Kosten lassen sich dort nur schwer ausgleichen.

Wenn Speicherpreise steigen, müssen Hersteller entweder die Gerätepreise erhöhen oder bei Ausstattung und Spezifikationen sparen. Beide Optionen erschweren den Wettbewerb im Einstiegs- und Mittelklassesegment. Dadurch könnte sich der Markt stärker in Richtung höherpreisiger Smartphones verschieben.

IDC geht davon aus, dass selbst nach einer möglichen Behebung des DRAM-Mangels die Speicherpreise nicht wieder auf das Niveau von 2025 zurückkehren werden. Das würde langfristig höhere Durchschnittspreise im Smartphone-Markt bedeuten.

Warum Apple besser positioniert ist

Apple ist im Vergleich zu vielen Android-Herstellern besser aufgestellt. Das Unternehmen konzentriert sich auf Premium-Geräte mit höheren Verkaufspreisen und stärkeren Gewinnmargen. Diese Margen bieten Spielraum, um steigende DRAM-Kosten zumindest kurzfristig abzufedern.

Apple verfügt zudem über eine starke Lieferkette und langfristige Beziehungen zu Zulieferern. Dadurch kann sich das Unternehmen verfügbare Speicherlieferungen eher sichern als kleinere oder margenschwächere Anbieter.

Ganz ohne Auswirkungen bleibt die Situation jedoch auch für Apple nicht. Berichten zufolge zahlt Apple aktuell Samsung doppelt so viel für LPDDR5X-Speicherchips, die für die Produktion der iPhone-17-Modelle benötigt werden. Das zeigt, wie angespannt der Markt ist.

Während der Bilanzpressekonferenz im Januar erklärte Apple-CEO Tim Cook, dass die gestiegenen Speicherpreise im Weihnachtsquartal 2025 nur einen minimalen Einfluss auf die Bruttomarge von Apple gehabt hätten. Für das erste Kalenderquartal 2026 rechnet das Unternehmen jedoch mit etwas stärkeren Auswirkungen.

Kurzfristig kann Apple höhere Speicherkosten auffangen. Dennoch bleibt auch Apple von der allgemeinen Knappheit betroffen.

Dauerhafte Marktverschiebung möglich

Die DRAM-Krise könnte langfristige strukturelle Veränderungen im Smartphone-Markt auslösen. Wenn Speicherpreise dauerhaft höher bleiben, steigen auch die durchschnittlichen Verkaufspreise von Smartphones. Hersteller könnten gezwungen sein, stärker auf Premium-Modelle zu setzen.

IDC erwartet, dass sich die Marktsituation frühestens ab Mitte 2027 entspannt. Bis dahin dürfte der Wettbewerbsdruck steigen. Besonders Anbieter mit niedrigen Margen geraten unter Druck, während finanzstarke Unternehmen stabiler bleiben.

DRAM-Knappheit 2026: Warum der Smartphone-Markt vor einem Wendepunkt steht

Die DRAM-Knappheit entwickelt sich zu einem zentralen Faktor für den Smartphone-Markt 2026. IDC prognostiziert einen Rückgang der Auslieferungen um 13 Prozent und spricht von einer Krise, die größer sein könnte als frühere Belastungen wie Zölle oder die Pandemie.

Günstige Android-Smartphones sind besonders anfällig für steigende Speicherpreise. Apple steht dagegen vergleichsweise stabil da. Hohe Margen, starke Lieferketten und der Fokus auf Premium-Geräte verschaffen dem Unternehmen Vorteile. Dennoch wird auch Apple höhere Kosten tragen müssen, insbesondere im Jahr 2026.

Die kommenden Jahre dürften zeigen, ob sich der Markt dauerhaft in Richtung teurerer Smartphones verschiebt. Klar ist: Die DRAM-Knappheit markiert einen tiefgreifenden Wendepunkt für die gesamte Branche. (Bild: Shutterstock / Gorodenkoff)

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