Die Apple Card steht vor einem bedeutenden Wechsel. Anfang des Jahres hat Apple offiziell bestätigt, dass JP Morgan Chase die Apple Card von Goldman Sachs übernehmen wird. Der Übergang ist für Januar 2028 geplant. Nach den Milliardenverlusten von Goldman stellt sich eine zentrale Frage: Warum ist Chase überzeugt, dass sich dieses Szenario nicht wiederholen wird?
Die Apple Card wurde als moderne, verbraucherfreundliche Kreditkarte positioniert. Sie verzichtet auf Gebühren und setzt stark auf eine transparente, intuitive Software-Oberfläche. Genau diese Merkmale machten sie attraktiv – und gleichzeitig wirtschaftlich anspruchsvoll.
Goldman Sachs hatte große Erwartungen an den Einstieg ins Privatkundengeschäft. Doch das Apple-Card-Portfolio entwickelte sich finanziell problematisch. Hohe Verluste, überdurchschnittliche Ausfallquoten und ein großer Anteil risikoreicher Kreditnehmer belasteten das Geschäft massiv.
Mit Chase übernimmt nun eine Bank, die deutlich macht, dass sie die Risiken anders einschätzt und besser managen will.
Goldman Sachs und die Milliardenverluste
Dass Goldman Sachs mit der Apple Card Milliarden verloren hat, ist inzwischen gut dokumentiert. Die Gründe sind vielfältig.
Ein Faktor ist das Geschäftsmodell der Karte selbst. Die Apple Card ist gebührenfrei und stark auf Nutzerfreundlichkeit ausgerichtet. Das bedeutet weniger klassische Einnahmequellen wie Jahresgebühren oder zusätzliche Kostenpunkte. Der entscheidende Punkt liegt jedoch im Kreditnehmerprofil.
Hoher Anteil an Subprime-Kreditnehmern
Die Apple Card weist laut Zahlen, eine Subprime-Kreditnehmerquote von 34 Prozent auf. Das ist deutlich höher als bei vielen Wettbewerbern. Zum Vergleich:
- Chase: 15 Prozent
- Capital One: 31 Prozent
Ein Subprime-Anteil von 34 Prozent bedeutet ein erhöhtes Risiko für Zahlungsausfälle. Genau dieses Risiko hat sich im Portfolio bemerkbar gemacht.
Überdurchschnittliche Ausfallquoten
Die Ausfallquote der Apple Card liegt bei 4 Prozent. Der Branchendurchschnitt beträgt 3,05 Prozent.
Zusätzlich weist Goldman Sachs eine Netto-Ausfallquote von 2,93 Prozent auf. Diese Quote ist etwa doppelt so hoch wie bei Chase und bei der Bank of America.
Ein weiterer Faktor betrifft das Forderungsmanagement. Berichten zufolge ging Goldman Sachs bei der Eintreibung von ausstehenden Forderungen weniger aggressiv und weniger erfolgreich vor als andere Banken. Das verschärfte die Verluste zusätzlich.
Chase übernimmt: Die Argumentation der Bank
Im Rahmen der Präsentation „2026 Company Update“ hat sich Chase ausführlich zur Übernahme der Apple Card geäußert. CFO Jeremy Barnum ging dabei konkret auf die Sorgen rund um das Subprime-Portfolio ein.
Barnum bestätigte den „relativ höheren Subprime-Anteil“ im Apple-Card-Portfolio. Gleichzeitig stellte er klar, dass dieses Segment für Chase kein Neuland ist. Seine Kernpunkte:
- Subprime-Kredite machen bereits rund 15 Prozent des bestehenden Chase-Portfolios aus.
- Aufgrund der relativen Größe der Apple Card erwartet Chase keinen nennenswerten Anstieg dieses Anteils.
- Die Bank verfügt über Daten, Erfahrung und operative Fähigkeiten, um ein solches Portfolio erfolgreich zu integrieren.
Barnum betonte, dass Chase mit Subprime-Krediten vertraut sei und über die notwendige Infrastruktur verfüge. Das Unternehmen sehe sich gut aufgestellt, um das Apple-Card-Portfolio kontrolliert einzugliedern.
Zwischen den Zeilen richtet sich diese Aussage klar an Investoren. Die Botschaft lautet: Mit der Apple Card soll es keine Milliardenverluste wie bei Goldman Sachs geben.
Offene Fragen zur Zukunft der Apple Card
Trotz der klaren Positionierung bleiben Unsicherheiten. Der Übergang zu Chase ist erst für Januar 2028 geplant. Bis dahin sind viele Details offen.
Unklar ist vor allem, ob Chase strukturelle Änderungen an der Apple Card vornehmen wird. Denkbar wären Anpassungen bei:
- Kreditvergabekriterien
- Risikobewertung im Subprime-Segment
- Inkassostrategien
- Konditionen oder Vorteilen der Karte
Die Apple Card lebt stark von ihrer gebührenfreien Struktur und der verbraucherfreundlichen Software-Oberfläche. Sollte Chase die Profitabilität stärker in den Fokus rücken, könnten genau diese Merkmale unter Druck geraten.
Konkrete Ankündigungen dazu gibt es bislang nicht. Es bleibt abzuwarten, ob die zentralen Verkaufsargumente der Apple Card vollständig erhalten bleiben oder angepasst werden.
Apple Card: Strategischer Neustart unter Chase
Die Übernahme der Apple Card durch JP Morgan Chase markiert einen strategisch wichtigen Schritt. Goldman Sachs hat mit dem Portfolio Milliarden verloren, vor allem wegen des hohen Subprime-Anteils, überdurchschnittlicher Ausfallquoten und eines weniger konsequenten Forderungsmanagements.
Chase sieht sich dagegen gut vorbereitet. Die Bank verweist auf ihre Erfahrung im Subprime-Segment, bestehende Infrastruktur und vorhandene Risikomodelle. Nach eigener Einschätzung wird die Integration der Apple Card das Portfolio nicht wesentlich destabilisieren.
Ob diese Einschätzung zutrifft, wird sich nach dem geplanten Übergang im Januar 2028 zeigen. Bis dahin bleibt die Apple Card ein Kreditkartenprojekt mit besonderer Aufmerksamkeit – sowohl aus Sicht der Bankenbranche als auch der Investoren. (Bild: Shutterstock / David Finley)
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