Discord hat die geplante weltweite Einführung einer verpflichtenden Altersüberprüfung vorerst gestoppt. Nach deutlicher Kritik aus der Community wird das ursprüngliche Konzept nicht wie angekündigt umgesetzt. Stattdessen soll in der zweiten Hälfte 2026 ein überarbeiteter Ansatz starten, der zusätzliche Optionen, mehr Transparenz und technische Anpassungen enthält. Die Entscheidung markiert einen klaren Kurswechsel bei einem Thema, das innerhalb kurzer Zeit für erhebliche Diskussionen gesorgt hat.
Anfang des Monats wurde bekannt, dass Discord eine umfassende Altersüberprüfung einführen wollte. Geplant war, dass Nutzer ab März entweder einen Gesichtsscan durchführen oder ein offizielles Ausweisdokument einreichen müssen, um weiterhin vollen Zugriff auf die Plattform zu behalten.
Bis zur erfolgreichen Verifizierung wäre der Zugriff automatisch auf ein sogenanntes Teenager-Niveau beschränkt worden. Das hätte bedeutet, dass Inhalte oder Bereiche mit Altersbeschränkung nicht mehr zugänglich gewesen wären.
Die Reaktionen darauf waren kritisch. Vor allem Datenschutzfragen und Bedenken zur Datensicherheit standen im Mittelpunkt. Zusätzlich wurde bemängelt, dass Discord zunächst wichtige Details nicht klar kommuniziert hatte.
In einer ersten Reaktion stellte das Unternehmen klar, dass viele Nutzer niemals Bereiche aufrufen, die nur für Erwachsene zugänglich sind, und daher vermutlich keine Altersüberprüfung hätten durchführen müssen. Dennoch blieb die Skepsis bestehen.
Discord stoppt Einführung im März
In einem neuen Blogbeitrag ging Mitbegründer und CTO Stanislav Vishnevskiy deutlich weiter. Er bestätigte, dass die Altersüberprüfung nicht wie geplant im März starten wird. Stattdessen wird die Einführung auf die zweite Hälfte des Jahres 2026 verschoben.
Die Verzögerung ist jedoch nur ein Teil der Änderungen. Entscheidend sind vor allem die Anpassungen am Konzept selbst.
Mehr Verifizierungsoptionen geplant
Ein zentraler Kritikpunkt war die geringe Auswahl an Verifizierungsverfahren. Ursprünglich standen nur Gesichtsscan oder Ausweisprüfung im Raum.
Discord kündigt nun an, zusätzliche Optionen einzuführen. Eine bereits in Entwicklung befindliche Alternative ist die Verifizierung per Kreditkarte. Diese Methode soll vor dem weltweiten Rollout fertiggestellt und erweitert werden.
Ziel ist es, mehrere Wege zur Altersbestätigung anzubieten, sodass Nutzer die für sie passendste Methode wählen können.
Transparenz bei Verifizierungsanbietern
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Transparenz. Discord will künftig jeden eingesetzten Verifizierungsanbieter sowie dessen Praktiken öffentlich auf der eigenen Website dokumentieren. Zusätzlich soll im Produkt selbst klar erkennbar sein, welcher Anbieter konkret verwendet wird.
Darüber hinaus wurde eine neue verbindliche Anforderung definiert: Anbieter, die eine Schätzung des Gesichtsalters anbieten, müssen diese vollständig auf dem Gerät durchführen. Wenn diese Bedingung nicht erfüllt wird, wird Discord nicht mit dem entsprechenden Partner zusammenarbeiten.
Diese Maßnahme soll Datenschutzbedenken entgegenwirken und sicherstellen, dass sensible Daten das Gerät nicht verlassen, sofern Gesichtsaltersschätzung genutzt wird.
Neue Lösung für Spoiler- und Themenkanäle
Discord weist außerdem darauf hin, dass altersbeschränkte Kanäle nicht ausschließlich für Inhalte für Erwachsene genutzt werden. Viele Communities verwenden diese Einstellung für andere Zwecke, etwa für:
- Spoiler zu Filmen, Serien oder Spielen
- politische Diskussionen
- ernstere oder sensible Gesprächsthemen
Bisher mussten Server teilweise altersbeschränkt werden, um solche Inhalte optional zugänglich zu machen.
Deshalb entwickelt Discord eine spezielle Option für sogenannte Spoiler-Kanäle. Damit können Communities künftig entsprechende Inhalte kennzeichnen, ohne den gesamten Server oder einzelne Bereiche altersbeschränken zu müssen.
Diese Änderung soll verhindern, dass Altersverifizierung unnötig ausgelöst wird, wenn es nicht um Inhalte für Erwachsene geht.
Technischer Blogbeitrag vor dem globalen Start
Vor der endgültigen Einführung plant Discord einen ausführlichen technischen Blogbeitrag. Darin soll detailliert erklärt werden:
- wie automatische Altersbestimmungssysteme funktionieren
- welche Signalkategorien verwendet werden
- welche Datenschutzbeschränkungen gelten
Die Veröffentlichung soll es ermöglichen, den technischen Ansatz nachvollziehbar zu bewerten, bevor die Maßnahmen weltweit ausgerollt werden.
Altersüberprüfung wird Teil der Transparenzberichte
Zusätzlich sollen künftig Daten zur Altersüberprüfung in die regulären Transparenzberichte aufgenommen werden. Offengelegt werden sollen unter anderem:
- wie viele Nutzer zur Überprüfung aufgefordert wurden
- welche Verifizierungsmethoden genutzt wurden
- wie oft automatisierte Systeme eine Altersbestimmung ohne aktive Nutzeraktion vorgenommen haben
Damit will Discord messbare Einblicke in Umfang und Anwendung der Maßnahmen liefern.
Discord verschiebt Altersprüfung und überarbeitet das Konzept grundlegend
Die ursprünglich geplante verpflichtende Altersüberprüfung bei Discord wird nicht wie vorgesehen umgesetzt. Der Start im März ist gestrichen, die Einführung wurde auf die zweite Hälfte 2026 verschoben.
Neben der zeitlichen Verschiebung werden grundlegende Änderungen vorgenommen: zusätzliche Verifizierungsoptionen wie Kreditkartenprüfung, klare Transparenz bei Anbietern, verpflichtende On-Device-Gesichtsaltersschätzung, eine eigene Spoiler-Kanal-Option sowie detaillierte technische und statistische Offenlegung.
Ob der überarbeitete Ansatz die frühere Kritik entschärft, bleibt offen. Fest steht, dass Discord auf den Widerstand reagiert und das Konzept umfassend angepasst hat. (Bild: Shutterstock / Diego Thomazini)
- Apple Vision Pro: Hinter den Kulissen von visionOS 26
- Apple Card vor Wechsel: Warum Chase optimistisch ist
- Reddit & Discord: Ärger um Altersverifikation
- Apple TV enthüllt Trailer zur 5. Staffel For All Mankind
- Apple-Aktionäre folgen klar dem Management
- Apple: Warum kaum iOS-Leaks bekannt werden
- iPhone bricht 2025 Verkaufsrekord in Europa
- Apple wurde von der CIA wegen Taiwan-Risiko gewarnt
- Apple gibt Einblick in Mac mini Werk in Texas
- Apple baut Mac mini künftig direkt in den USA
- Apple führt Sales Coach App für iPhone & iPad ein
- iOS 26.4 Beta 2: Alle Features und Anpassungen
- WhatsApp arbeitet an geplanten Nachrichten
- David Pogue gibt Einblick in „Apple: The First 50 Years“
- Anthropic erhebt schwere Vorwürfe gegen China
- iOS 26.4: Zwei Apps erhalten das alte Suchlayout
- iOS 26.4 Beta 2 testet sichere RCS-Chats mit Android
- iOS 26.4 Beta 2 startet: Apple setzt Testphase fort
- Apple TV setzt auf Wonder Pets Staffel 2
- Apple Sports erweitert Fußball und Turnierpläne
- Apple TV zeigt neuen Thriller „Unconditional“
- iOS 26.3.1: Apple testet neues iPhone-Update



