Apple setzt im Kampf gegen die Speicherknappheit auf einen heiklen Weg: Der Konzern bemüht sich um die Erlaubnis der US-Regierung, Arbeitsspeicher von einem chinesischen Hersteller zu beziehen, der auf einer Schwarzen Liste des Pentagons steht. Es ist ein direkter Reflex auf die kräftig gestiegenen Chip-Preise.
Die weltweite Knappheit bei Speicherbausteinen trifft Apple hart – so hart, dass der Konzern in dieser Woche die Preise für Macs, iPads und die Vision Pro angehoben hat. Nun wird bekannt, wie weit Apple zu gehen bereit ist, um die Lage zu entspannen. Einem Bericht der Financial Times zufolge wirbt das Unternehmen in Washington dafür, Speicherchips von einem Anbieter kaufen zu dürfen, dessen Geschäfte mit US-Konzernen aus Sicherheitsgründen erschwert sind.
Worum Apple in Washington wirbt
Im Zentrum steht der chinesische Hersteller CXMT. Laut der Financial Times, die sich auf sechs mit dem Vorgang vertraute Personen beruft, führt Apple eine Lobbying-Kampagne, um vom Weißen Haus grünes Licht für den Bezug von Speicherchips dieses Unternehmens zu erhalten. Ziel ist es, den finanziellen Druck zu mildern, der durch die gestiegenen Preise entstanden ist.
Den ersten Kontakt zum Handelsministerium habe Apple bereits vor rund einem Monat aufgenommen und seine Bemühungen zuletzt ausgeweitet. Der Schritt soll helfen, die Nachfrage in der Produktion zu decken, solange der Engpass anhält.
Warum eine Schwarze Liste im Weg steht
Rein rechtlich ist Apple der Einkauf bei chinesischen Speicherherstellern nicht untersagt – weder bei CXMT noch beim ebenfalls chinesischen Anbieter YMTC. Die Schwierigkeit liegt an anderer Stelle: Das Pentagon hat beide Firmen auf seine Liste chinesischer Militärunternehmen gesetzt. Diese sogenannte 1260H-Liste führt Dutzende chinesischer Konzerne auf, denen Verbindungen zur Volksbefreiungsarmee nachgesagt werden und die nach US-Lesart die nationale Sicherheit untergraben. Für Geschäfte mit gelisteten Unternehmen dürften US-Konzerne daher Lizenzen benötigen – genau hier setzt Apples Vorstoß an.
Ein Vorstoß mit Vorgeschichte
Die jetzige Kampagne kommt nicht aus dem Nichts. Bereits eine Woche zuvor hatte Apple-Chef Tim Cook im Wall Street Journal erklärt, der Konzern habe keine andere Wahl gehabt, als die Preise zu erhöhen. Im selben Gespräch ließ Cook durchblicken, dass Apple durchaus Interesse habe, Speicherchips von chinesischen Firmen zu beziehen, sofern eine Genehmigung vorliege.
China verfüge über führende Unternehmen im Bereich Arbeits- und Datenspeicher, so Cook sinngemäß; wegen der Sicherheitsregeln bräuchten US-Firmen für eine Zusammenarbeit aber wohl Lizenzen. Auf die Frage, ob diese Beschränkungen gelockert werden sollten, antwortete Cook, es müsse alles auf den Tisch und man solle sämtliche Bezugsquellen prüfen.
Wenn Preiserhöhungen allein nicht reichen
Dass Apple nun stärker auf die chinesische Option drängt, lässt sich als Folge ausbleibender Ergebnisse lesen. Weder das Interview der Vorwoche noch die Preiserhöhungen dieser Woche haben den Druck genommen, der auf den Margen lastet. Die Anhebung selbst hatte Apple ausdrücklich mit den gestiegenen Kosten für Speicher- und Storage-Chips begründet.
Damit manövriert sich der Konzern in ein Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichem Kalkül und sicherheitspolitischen Vorgaben. Ob die Regierung dem Anliegen nachkommt, ist offen – die Entscheidung dürfte jedoch zeigen, wie viel Spielraum Washington heimischen Tech-Konzernen beim Einkauf in China zugesteht. (Bild: Shutterstock / FabrikaSimf)
- USA geben Claude Mythos 5 teilweise frei
- Datenleck bei Tata: Apple und Zulieferer reagieren
- OpenAI wirbt Apples Vision-Pro- und Brillen-Chef ab
- Speicherkrise: Auch Apple soll mitverantwortlich sein
- Apple steuert 2026 auf Rekord-Marktanteile zu
- Apple deutet weitere Preiserhöhungen an
- Apple erhöht die Preise: Macs, iPads und mehr werden teurer
- Siri AI soll URL-Zusammenfassungen klar ablehnen
- Gestohlenes iPhone: Apple verschärft seine Empfehlungen
- Eddy Cue verspricht Apple TV „besser und mehr“
- App-Store-Gebühren: Kartellbeschwerde gegen Apple in China
- Eddy Cue als Entertainment Person of the Year geehrt
- iOS 27 Beta 2: Diese Neuerungen bringt das Update
- Siri AI auf HomePod und Apple TV: Code liefert Hinweise
- Prime Day 2026: Die besten Apple-Angebote zum Auftakt
- Cyberangriff auf Tata: Vertrauliche Apple-Dokumente offenbar geleakt
- Apple gegen Prosser: Richter hebt das Versäumnisurteil auf
- Apple bestätigt das Aus für die AirPort-Utility-App
- macOS Tahoe 26.5.2 steht offenbar kurz bevor
- iOS 27 aktualisiert das Apple TV jetzt aus der Ferne
- iOS 27 Beta 2: Apple verfeinert die neue Generation



