Der weltweite Laptop-Markt steuert im laufenden Jahr auf einen deutlichen Rückgang zu – und Apples jüngste Preisrunde bei den MacBooks trägt ihren Teil dazu bei. Trotzdem soll ausgerechnet Apple besser abschneiden als der Rest der Branche.
Steigende Komponentenpreise haben die gesamte Notebook-Branche erfasst, und die Folgen werden nun in konkreten Zahlen greifbar. Einer neuen Prognose des Marktforschungsunternehmens TrendForce zufolge dürften die weltweiten Laptop-Auslieferungen 2026 um 13,6 Prozent einbrechen. Als einen Faktor nennt der Bericht ausdrücklich die höheren MacBook-Preise, die Apple zuletzt durchgesetzt hat. Schon zu Jahresbeginn hatte dieselbe Marktforschung Apple als Ausnahme in einem rückläufigen Markt gesehen – an dieser Grundaussage hat sich trotz der neuen Zahlen wenig geändert.
Warum selbst Premium-Marken die Kosten weitergeben
Die zentrale Erkenntnis des Berichts: Auch Premium-Anbieter sind nicht länger vor Speicherknappheit und steigenden Bauteilkosten geschützt. Dass Apple die Preise über die gesamte MacBook-Reihe hinweg angehoben hat, wertet TrendForce als Beleg genau dafür. Die Ursache liegt tiefer in der Lieferkette. Die anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Servern bindet Speicherkapazitäten und fortschrittliche Halbleiterressourcen, was den Druck auf die Komponentenkosten aufrechterhält. Diese Kosten werden nach und nach an die Ladenpreise weitergereicht – mit spürbaren Folgen für die Kaufbereitschaft.
Genau dieser Mechanismus zeigt sich bereits an anderer Stelle in Apples Sortiment, etwa als der Konzern die günstigste Mac-mini-Variante wegen der Speicherchip-Knappheit gestrichen hat. Der Bericht sieht in der Weitergabe der Kosten den Punkt, an dem sich eine nachlassende Konsumnachfrage abzeichnet. Mehrere Notebook-Marken hätten bereits eine schwächere Nachfrage verzeichnet – besonders deutlich im Einstiegs- und Mittelklassesegment, wo die Preissensibilität am stärksten ausgeprägt ist.
Höhere Preise könnten einige Käufer abwandern lassen
Ein Nebeneffekt der teureren MacBooks betrifft die Konkurrenz. Laut Bericht verringern die höheren Apple-Preise die Überschneidung mit bestimmten Premium-Windows-Notebooks. Dadurch könnten einige preissensible Käufer zu Windows-Geräten wechseln. Groß ist dieser Effekt allerdings nicht: Weil die Notebook-Preise auf breiter Front steigen und die Nachfrage insgesamt schwächelt, dürfte die Abwanderung begrenzt bleiben. Als spürbaren Treiber für eine allgemeine Markterholung sieht TrendForce diesen Wechsel ausdrücklich nicht.
Apple bleibt der Ausreißer nach oben
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen fällt Apples Aussicht besser aus als die des Gesamtmarkts. TrendForce rechnet damit, dass Apple 2026 rund 23,1 Millionen Notebooks ausliefert, auch wenn die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte nachgibt. Möglich macht das eine überraschend starke erste Jahreshälfte, die dem Konzern über das gesamte Jahr ein zweistelliges Wachstum im Jahresvergleich bescheren soll.
Als Gründe nennt der Bericht die Aufrüstung auf Basis der hauseigenen Apple-Silicon-Chips sowie ein stabiles macOS-Ökosystem. Diese strukturellen Vorteile hatten sich schon zuvor abgezeichnet, als Apple die gestiegenen Speicherkosten teils selbst schluckte, statt sie voll an die Kunden weiterzugeben. Während viele Wettbewerber die Preise anheben müssen, verschafft Apple die Kontrolle über die eigene Chip-Basis mehr Spielraum bei Kapazitätsplanung und Kostenverhandlung.
Warum die zweite Jahreshälfte kritischer wird
Die starke erste Jahreshälfte hat allerdings eine Kehrseite. Ein Teil der Nachfrage aus dem zweiten Halbjahr wurde nach vorne gezogen, sodass gegen Jahresende weniger übrig bleibt, um den Markt zu stützen. Gleichzeitig treffen die weitergereichten Komponentenkosten auf eine wachsende Zurückhaltung der Verbraucher gegenüber höheren Preisen. Aus dieser Kombination – vorgezogene Nachfrage, steigende Kosten und zunehmender Preiswiderstand – leitet TrendForce den prognostizierten Rückgang von 13,6 Prozent bei den weltweiten Laptop-Auslieferungen ab.
Ein Markt unter Druck, ein Hersteller mit Rückenwind
Der Bericht zeichnet das Bild einer Branche, die sich zwischen Kostendruck und schwacher Nachfrage bewegt. Für Apple fällt die Bilanz dennoch vergleichsweise günstig aus: Die Preisrunde bei den MacBooks trägt zwar zum Gegenwind bei, doch die eigene Lieferkette und die Bindung ans macOS-Ökosystem sorgen dafür, dass der Konzern den allgemeinen Abwärtstrend voraussichtlich übertrifft. (Bild: Shutterstock / Suman Maji77)
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