Einen iMac umzustellen ist unhandlich – und für Apple selbst wird es teuer, wenn Millionen davon verpackt und verschickt werden müssen. Ein frisch erteiltes Patent zeigt nun gleich zwei Wege, wie sich das ändern ließe: einen einklappbaren Standfuß, der zum Griff wird, und ein Dock, das den halben Rechner aufnimmt.
Der iMac gilt als eleganter, aber sperriger Begleiter: großer Bildschirm, dünnes Gehäuse, unpraktischer Transport. Genau daran setzt ein neu erteiltes Apple-Patent mit dem Titel „Low profile computer support“ an, das mehrere Ansätze für mehr Portabilität beschreibt. Es reiht sich in eine ganze Serie von Zukunftsideen ein, die auch die aktuelle Gerüchtelage zum kommenden iMac mit M5 begleitet – wobei zwischen Patent und Produkt Welten liegen können.
Zwei Wege zu einem mobileren Desktop
Das Patent verfolgt zwei getrennte Grundgedanken. Der erste dreht sich um den Standfuß: Statt eines starren Metallblocks beschreibt Apple einen einklappbaren Stand mit mehreren Gelenken, der sich bei Bedarf an das Gehäuse anlegen lässt. In dieser Form könnte er laut Patent einen „Tragegriff“ bilden, der die Handhabung verbessert. Statt der heute üblichen festen Verbindung zwischen Fuß und Rückseite würde der Stand also in das Gehäuse einschwenken und eine Griffmulde freigeben.
Der zweite Ansatz geht in eine andere Richtung und trennt den Rechner in zwei Teile. Display und Recheneinheit wären demnach nicht mehr fest verbunden, sondern über eine schlanke elektrische Schnittstelle gekoppelt – vergleichbar mit dem Smart Connector, wie ihn das iPad nutzt.
Das Dock als eigentlicher Rechner
In diesem zweiten Konzept übernimmt ein Dock die Rolle, die heute der Standfuß spielt – nur mit deutlich mehr Funktion. Apple beschreibt, dass ein solches Dock Komponenten wie Netzteil, Anschlüsse, Lautsprecher, Kabelmanagement oder kabellose Ladeflächen aufnehmen könnte. Im Extremfall säße die komplette Recheneinheit im Dock, während das Display nur noch als Bildschirm dient.
Der praktische Vorteil läge in der Verpackung: Werden Rechner und Dock getrennt, könnten beide Teile ähnlich flach ausfallen und sich platzsparend stapeln – ein Ansatz, den man von Flat-Pack-Möbeln kennt. Eine im Patent skizzierte Ablagefläche am Dock soll zudem mehrere Geräte kabellos laden können.
Warum Apple das überhaupt erforscht
Hinter den Ideen steht ein reales Problem. Das Patent selbst benennt den Zielkonflikt: Der Drang zu immer dünneren Geräten mit großen Displays habe Produkte hervorgebracht, die sich schwer bewegen und ineffizient verpacken und transportieren lassen. Für Apple ist das nicht nur eine Frage des Nutzerkomforts, sondern der Logistik – jede eingesparte Verpackungshöhe multipliziert sich über Millionen ausgelieferter Geräte.
Auffällig ist, dass Apple im gesamten Patent das Wort „iMac“ vermeidet, um den Schutzumfang breit zu halten. Die zugehörigen Zeichnungen zeigen allerdings durchgängig einen All-in-One-Rechner, der genau diesem Modell gleicht.
Vom Patent zum Produkt ist es weit
Bei aller Fantasie ist Zurückhaltung angebracht: Ein erteiltes Patent belegt vor allem Apples Forschungsinteresse, nicht die Produktplanung. Der aktuelle Antrag ist zudem eine Fortführung von Anmeldungen, die bis 2019 zurückreichen – ein Zeichen für ein langfristiges Thema, keinen unmittelbar bevorstehenden Umbau. Zu den Erfindern zählt mit Paul X Wang ein Apple-Ingenieur, dessen frühere Arbeiten bereits das Aufteilen eines MacBook Pro in einzelne Module betrafen. Dass Apple modulare und trennbare Bauweisen ernsthaft auslotet, zeigt sich auch an einem Patent zu einer modular aufrüstbaren Vision Pro. Ob eines dieser Konzepte je in einen fertigen iMac einfließt, bleibt vorerst offen. (Bild: Shutterstock / Gabo_Arts)
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