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Eine Woche, ein Gerät, und fast jede Meldung drehte sich darum. Seit Freitag liegt das iPhone Duo in den Läden, begleitet von Testberichten, einem Bestelllimit und ersten Fotos gerissener Displays. Daneben öffnen zwei Länder das iPhone ein Stück weiter, und Apples Büro-Apps bekommen einen KI-Assistenten, der hierzulande kaum etwas bringt.
Die vergangene Ausgabe stand im Zeichen von Apples Zuhause. Diese Woche gehört dem iPhone Duo: Testberichte am Mittwoch, Verkaufsstart am Freitag, das Reparaturhandbuch am selben Tag.
Abseits davon war die Woche dichter, als es die Schlagzeilen vermuten lassen. Apple holt in China kräftig auf, Australien und Großbritannien ziehen die Regeln für das iPhone enger, und die HomePods bekommen mit der nächsten Software mehr, als Apple angekündigt hatte.
🔥 Story der Woche: Das iPhone Duo ist im Handel
Seit Freitag, 23. Oktober, ist das iPhone Duo in mehr als 70 Ländern und Regionen erhältlich. Deutschland, Österreich und die Schweiz gehören zur ersten Welle, 28 weitere Länder folgen am 30. Oktober. In Österreich liegt jede Speicherstufe 20 Euro über dem deutschen Preis.
| Speicher | Deutschland | Österreich | Schweiz |
|---|---|---|---|
| 256 GB | 2.299 € | 2.319 € | 1.999 CHF |
| 512 GB | 2.549 € | 2.569 € | 2.199 CHF |
| 1 TB | 3.049 € | 3.069 € | 2.599 CHF |
| 2 TB | 3.799 € | 3.819 € | 3.199 CHF |
Für Kunden ohne Vorbestellung hatten die Apple Stores laut Apple nur begrenzte Stückzahlen zum Verkaufsstart, online lag der Termin für Neubestellungen zuletzt Ende Januar 2027. Bewegung gab es trotzdem: Einzelne Vorbestellungen rückten auf frühere Termine, vor allem in Japan, während andere Käufer von späteren Zeiträumen berichten. Mehr als zwei Geräte pro Kunde gehen nicht – das Bestelllimit gilt auch im deutschen Store, erscheint dort aber erst im Warenkorb.
Was die Tests loben und was sie bemängeln
Zwei Tage vor dem Start erschienen die ersten Testberichte von 9to5Mac, Engadget, TechRadar und CNET. Einig sind sich alle vier bei Scharnier, Verarbeitung und dem matten Innendisplay, das die Falte im normalen Gebrauch weitgehend verschwinden lässt. Engadget vergibt 8,8 von 10 Punkten, CNET 8,7 samt Editors’ Choice.
Am stärksten kritisiert wird das fehlende Face ID, dazu die fehlende Telekamera, 254 Gramm Gewicht und viele noch nicht angepasste Apps. Auch Safari wirkt auf dem Außendisplay beengt, weil die Leiste am Rand Breite kostet. Apple untersucht laut WebKit-Team inzwischen, wie Websites den Raum hinter dieser Leiste nutzen können, nennt aber weder Lösung noch Termin.
Apps, Pencil und Reparatur
Apple hat knapp 60 Apps und Spiele genannt, die angepasst sind oder es bald werden, von Netflix über Instagram bis Zoom. Microsoft Word und Outlook folgen erst in den kommenden Wochen. Im deutschen App Store umfassten Apples Sammlungen am Samstag 37 angepasste Apps und 20 Spiele, erkennbar an der Angabe „Entwickelt für: iPhone Duo“ auf der Produktseite.
Der Apple Pencil mit USB-C funktioniert auf dem Duo erst mit iOS 27.2. Das Reparaturhandbuch vom Verkaufstag zeigt zwei getrennte Akkus und ein Scharnier, das es nicht als eigenes Ersatzteil gibt: Bei Defekten tauscht Apple die komplette Innendisplay-Einheit. Im Self Service Repair Store für Deutschland, Österreich und die Schweiz fehlen Duo-Teile bislang.
Erste Schäden entlang des Scharniers
Noch am Freitag tauchten Fotos gerissener Innendisplays auf, fast immer entlang der Faltlinie. Einem privaten Gerät aus Australien, das sein Besitzer im Apple Store sofort getauscht bekam, steht eine Reihe beschädigter Vorführgeräte aus China gegenüber, deren Vorgeschichte niemand kennt. Bei Apple gekaufte Geräte lassen sich hierzulande innerhalb von 14 Tagen nach Zustellung zurückgeben.
📰 Was sonst wichtig war
iOS 27.2 steht kurz vor der Freigabe. Am Montag hat Apple den Release Candidate für alle Systeme verteilt. Die neue Health-App gehört nicht dazu, Siri AI kommt in fünf weiteren Sprachen ohne Deutsch. Spürbarer ist hierzulande die neue Tracking-Abfrage: Sie wird in Deutschland und vier weiteren EU-Ländern Pflicht, in Österreich entscheidet der App-Anbieter, die Schweiz ist nicht erfasst.
Die HomePods bekommen mehr, als Apple angekündigt hatte. Mit der HomePod-Software 27.2 kommt Sound Glow nicht nur auf den HomePod mini 2, sondern auch auf den großen HomePod der zweiten Generation und sogar auf den ersten HomePod mini von 2020. Die Sperre für die Touch-Bedienung gibt es für jedes Modell. Die Oberseite leuchtet dabei in Farben aus dem Albumcover und lässt sich in der Home-App abschalten.
Der Mac verliert weniger als der Markt. Laut Counterpoint sanken die PC-Auslieferungen im dritten Quartal um 21 Prozent auf 57,0 Millionen Geräte, Apple lieferte 5,6 Millionen Macs aus, elf Prozent weniger. Der Mac-Marktanteil stieg damit von 8,7 auf 9,8 Prozent. Für das vierte Quartal erwartet der Marktforscher allerdings einen Rückgang von 27 Prozent.
Apple holt sich Know-how aus Zürich. Laut der Übernahmeliste der EU-Kommission zum Digital Markets Act hat Apple im Juni Technik und einen Teil der Mitarbeiter des Zürcher KI-Audio-Start-ups Samplab übernommen. Dessen Software konnte einzelne Töne innerhalb eines Akkords verändern, ohne die Aufnahme zu zerstören. Das wäre genau die Funktion, die Logic Pro neben Spurtrennung und Akkorderkennung noch fehlt.
Im US-Kartellverfahren streiten Apple und das Justizministerium über einen Stichtag. Die Kläger wollen, dass Apple seine internen Unterlagen über den 20. Juni 2025 hinaus bis ins Frühjahr 2027 aktualisiert, Apple lehnt das ab. Beide Seiten haben dem Gericht ein Patt beim Stichtag gemeldet. Die Beweisaufnahme soll inzwischen erst Ende Mai 2027 enden, zehn Monate später als geplant.
Bei Apple TV gab es ein Finale und zwei Ausblicke. Die sechste Staffel von „Slow Horses“ endete am 21. Oktober mit einem Ende, das Showrunnerin Gaby Chiappe im Interview erklärt, Staffel 7 soll im kommenden Jahr folgen. Jason Sudeikis würde Ted Lasso gern fortsetzen, ein Autorenteam für eine fünfte Staffel gibt es aber noch nicht. Und die Dokumentation „Fleetwood Mac: The Chain“ startet am 29. Januar 2027 weltweit, sechs Tage vor dem 50. Jahrestag von „Rumours“.
💡 Gerücht der Woche: Das iPhone Duo 2 soll Face ID bekommen
Einen Tag vor dem Verkaufsstart ging es schon um den Nachfolger. Laut Mark Gurman im Bloomberg-Podcast Power On testet Apple intern Prototypen des iPhone Duo 2 mit Face ID, der Sensor soll unter dem Außendisplay sitzen. Gurman schränkt selbst ein, dass das nicht garantiert ist: Verzögert sich die Entwicklung, könnte Face ID erst mit der dritten Generation kommen.
Mitte September hatte Gurman Face ID noch erst für die dritte Generation erwartet, ausdrücklich als Vermutung. Gurman gehört zu den verlässlichsten Quellen für Apples Produktplanung, beide Angaben stammen aber von ihm – das ist Konsistenz, keine unabhängige Bestätigung. Zulieferer oder Bauteildetails nennt der Bericht nicht.
Die Grundlage liefert Apple bereits aus: Beim iPhone 18 Pro sitzt die Infrarotkamera von Face ID schon unter dem Display. Wer auf Face ID nicht verzichten will, bleibt bis dahin beim iPhone 18 Pro als Alternative zum Duo.
📊 Zahl der Woche: 2
Auf Platz zwei ist Apple im dritten Quartal in China gesprungen, nach Platz sechs ein Jahr zuvor. Laut Counterpoint Research kommt Apple auf 19,5 Prozent Marktanteil, nur Huawei liegt mit 21,3 Prozent davor. Der Gesamtmarkt fiel dabei um 10 Prozent auf den niedrigsten Wert eines dritten Quartals seit 2012.
| Hersteller | Q3 2025 | Q3 2026 |
|---|---|---|
| Huawei | 16,0 % | 21,3 % |
| Apple | 14,7 % | 19,5 % |
Als Treiber nennt Counterpoint die iPhone-18-Pro-Modelle, die sich in den ersten drei Wochen in China 23,5 Prozent besser verkauften als die 17-Pro-Modelle im Vorjahr. IDC kommt für dasselbe Quartal zu einem anderen Bild: Markt minus 15,4 Prozent und für Apple ein leichtes Minus. Beide Zahlen sind vorläufig, Apples eigene Werte für Greater China kommen mit den Quartalszahlen am 2. November.
👎 Flop der Woche: Apples Büro-KI spricht nur US-Englisch
Mit Version 15.4.1 von Pages, Keynote und Numbers hat Apple einen KI-Assistenten eingeführt, der in Pages Entwürfe schreibt, in Keynote Präsentationen aufbaut und in Numbers Formeln erstellt. Das KI-Update verschwand kurz nach der Veröffentlichung aus dem App Store und war wenige Stunden später zurück, der Assistent läuft jetzt als Beta.
Hierzulande bleibt davon wenig. Laut Versionshinweisen funktioniert der Assistent nur auf US-Englisch und setzt ein Abo von Apple Creator Studio voraus, das in Deutschland 12,99 Euro im Monat oder 129 Euro im Jahr kostet. Damit ist ausgerechnet das bisher stärkste Argument für das Abo bei den Office-Apps auf Deutsch nicht nutzbar.
Für alle Nutzer bringt das Update in Keynote immerhin ein offenes Austauschformat als Beta. Wer über Creator Studio nachdenkt, entscheidet besser nach dem, was das Abo auf Deutsch leistet und wo seine KI-Limits liegen.
🔭 Was nächste Woche kommt
Dienstag und Mittwoch, 27. und 28. Oktober: Marketingchef Greg Joswiak hat für die Woche „Pro and tell“ angekündigt. Laut Berichten lädt Apple Medien am 28. Oktober nach Los Angeles, erwartet werden ein MacBook Pro mit OLED-Touchscreen, Macs mit M6 und ein iPad mini mit OLED. Erscheinen die Pressemitteilungen um 10 Uhr Ortszeit, sind sie hierzulande um 18 Uhr online.
iOS 27.2: Der Release Candidate liegt seit Montag vor. Ich rechne damit, dass die fertige Version in der kommenden Woche erscheint, zusammen mit der HomePod-Software für Sound Glow. Für Duo-Besitzer schaltet sie den Apple Pencil frei.
Freitag, 30. Oktober: Der HomePod mini 2 kommt für 169 Euro in den Handel, das iPhone Duo startet in 28 weiteren Ländern. Bei Apple TV beginnt der Kepler-Krimi „Nocturne“ mit einer Doppelfolge.
💬 Meine Meinung
Lange ließ sich die Öffnung des iPhone als europäische Besonderheit abtun. Diese Woche kamen zwei Gegenbeispiele aus Ländern außerhalb der EU. In Australien verpflichtet ein Bundesgericht Apple, ab dem 1. März 2027 alternative App Stores, Downloads von Websites und fremde Zahlungswege zuzulassen. In Großbritannien will die Wettbewerbsbehörde CMA den NFC-Chip für konkurrierende Bezahl-Apps öffnen, und zwar zu deutlich günstigeren Bedingungen als bisher.
Australien ist nach der EU, Japan und Brasilien der vierte Markt mit alternativen App-Marktplätzen und nach der EU der zweite mit Downloads direkt von Websites. Bemerkenswert finde ich, dass das Gericht zwei Bedingungen ausdrücklich verbietet, die Apple in Japan und Brasilien selbst gewählt hat: die Meldepflicht für fremde Zahlungen und das parallel anzubietende eigene Bezahlsystem. Apple will in Berufung gehen.
Ich halte das für die eigentliche Verschiebung. Jeder Markt setzt eigene Bedingungen, und eine Lösung, die Apple in einem Land durchsetzt, taugt nicht mehr als Vorlage für das nächste. Die Briten stützen ihren Vorstoß dabei auf Zahlen: In zwei Jahren ist dort keine einzige NFC-Bezahl-App eines Drittanbieters gestartet, während im EWR unter anderem PayPal, Curve und Klarna folgten.
Für Deutschland und Österreich ändert sich nichts, hier gelten die EU-Regeln seit iOS 17.4. Auffällig wird die Schweiz: Dort gibt es weder alternative App Stores noch Apps von Websites, und beim NFC-Zugang gelten dieselben Bedingungen wie bisher in Großbritannien, die bis Dezember 2025 kein Schweizer Anbieter angenommen hatte. Ich rechne damit, dass die Schweiz zum Sonderfall wird, solange die Vorabklärung der Wettbewerbskommission zu keinem Ergebnis kommt – nicht wegen strengerer Regeln, sondern weil dort keine greifen.
📚 Aus unserem Archiv
- HomePod Stereopaar: Einrichten und am Apple TV nutzen
- Apple TV einrichten: So klappt es mit iPhone und tvOS 27
Die Woche hat gezeigt, wie viel ein einzelnes Gerät bewegt: Testberichte, Bestelllimit, Reparaturhandbuch und erste Schäden innerhalb von vier Tagen.
Hast du dir das iPhone Duo am Freitag geholt – oder wartest du nach den Berichten über gerissene Displays und dem fehlenden Face ID lieber auf die zweite Generation? Erzähl uns in den Kommentaren, was für dich den Ausschlag gibt: die neue Bauform oder die Lücken des ersten Modells.
Bis nächsten Sonntag wünscht Apfelpatient eine entspannte Lektüre und einen guten Wochenstart.





