Dieser Beitrag kann Partnerlinks enthalten. Mehr dazu im Partnerprogramm.
Ein kleines Team aus Zürich, eine Software, die Akkorde in einzelne Noten zerlegt, und eine Meldung, die nur dank EU-Recht öffentlich wurde: Apple hat sich Technik und Mitarbeiter von Samplab gesichert. Es ist nicht das erste Mal, dass Apples Musiksoftware aus dem deutschsprachigen Raum Verstärkung bekommt.
Samplab war ein Zürcher Start-up für KI-gestützte Audiobearbeitung, gegründet 2020 von Manuel Fritsche und Gian-Marco Hutter. Die Firma bot eine Desktop-App und Plug-ins für Musikprogramme an, darunter auch für Logic Pro. Inzwischen leitet die Website samplab.com auf apple.com weiter.
Öffentlich wurde der Vorgang über die Übernahmeliste der EU-Kommission zum Digital Markets Act. Laut dem Eintrag hat Apple im Juni über eine nicht genannte Tochter bestimmte Vermögenswerte von Samplab erworben und einen Teil der Mitarbeiter übernommen. Einen Kaufpreis nennt die Liste nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple hat im Juni Vermögenswerte des Zürcher Start-ups Samplab gekauft und Mitarbeiter eingestellt
- Samplab entwickelte KI-Werkzeuge, die Audio in MIDI umwandeln, Spuren trennen und einzelne Noten in Akkorden bearbeiten
- Bekannt wurde der Kauf über die Meldepflicht für Übernahmen im Digital Markets Act
- Mit Patchflyer hat Apple in diesem Jahr bereits ein Start-up aus Deutschland auf demselben Weg übernommen
Was Samplab konnte
Samplab hatte sich auf Werkzeuge für Musikproduktion mit KI spezialisiert. Die Software wandelte Audio in MIDI um, erkannte und bearbeitete Akkorde und trennte Songs in einzelne Spuren, etwa Gesang, Bass und Schlagzeug.
Die auffälligste Funktion ging darüber hinaus: Samplab konnte einzelne Töne innerhalb eines Akkords verändern, ohne den Klang der Originalaufnahme zu zerstören. Logic Pro beherrscht Spurtrennung und Akkorderkennung bereits, die Bearbeitung einzelner Noten in mehrstimmigem Audio fehlt dort bisher.
Warum die EU davon weiß
Dass dieser Kauf bekannt ist, liegt am Digital Markets Act: Als Gatekeeper muss Apple der EU-Kommission geplante Zusammenschlüsse im Digitalbereich melden, die Kommission veröffentlicht sie in einer Liste.
Auf genau diesem Weg wurde schon im Mai bekannt, dass Apple Teile des deutschen Color.io-Entwicklers Patchflyer übernommen hat. Das Muster ist dasselbe: Apple kauft Vermögenswerte statt der ganzen Firma und holt die Gründer oder einen Teil des Teams ins Unternehmen.
Deutschsprachige Wurzeln von Logic Pro
Für Logic Pro schließt sich damit ein Kreis. Die Software stammt ursprünglich von Emagic aus Rellingen bei Hamburg, das Apple im Juli 2002 übernommen hat. Mit Samplab kommt nun wieder Know-how aus dem deutschsprachigen Raum zu Apples Musiksoftware.
| Übernahme | Sitz | Jahr | Bereich |
|---|---|---|---|
| Emagic | Rellingen (Deutschland) | 2002 | Logic, Musikproduktion |
| Patchflyer | Deutschland | 2026 | Color.io, Farbkorrektur |
| Samplab | Zürich (Schweiz) | 2026 | KI-Audiobearbeitung |
Wo die Technik landen dürfte
Ich rechne damit, dass sie in Logic Pro auftaucht, das Apple seit Januar auch als Teil von Apple Creator Studio vertreibt. Die Bearbeitung einzelner Noten in Akkorden würde genau die Lücke schließen, die Logic neben Spurtrennung und Akkorderkennung noch hat. Denkbar ist auch eine einfachere Fassung in GarageBand.
Wer Samplab bisher genutzt hat, steht dagegen vorerst ohne Werkzeug da. Samplab hat den Betrieb eingestellt und angekündigt, die Restlaufzeit von Jahresabos zu erstatten.
Würdest du eine Notenbearbeitung für Akkorde in Logic Pro nutzen – oder reichen dir Spurtrennung und Akkorderkennung, die es schon gibt? Erzähl uns in den Kommentaren, wie du Musik produzierst.





