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Seit Anfang Oktober hat der App Store wieder einen eigenen Chef unterhalb von Eddy Cue. In seinem ersten Interview spricht Carson Oliver über Spiele zum Einmalkauf, Konsolen-Ports und die Rolle von Apple Arcade. Konkrete Zahlen nennt er dabei keine.
Carson Oliver ist erst wenige Wochen Vice President des App Store. Mit seiner Beförderung bekam der Store wieder eine eigene Führungsebene unter Services-Chef Eddy Cue, nachdem Phil Schiller die Verantwortung Ende August abgegeben hatte. Den Umbau rund um Cue und Adrian Perica hatte Bloomberg Anfang Oktober beschrieben.
Jetzt hat Oliver dem Spielemagazin Polygon ein schriftliches Interview gegeben. Anlass war die Indie-Spiele-Woche im App Store, mit der Apple seit dem 12. Oktober sieben Spiele wie Sifu und No Man’s Sky auf iPhone und iPad bringt.
Das Wichtigste in Kürze
- Laut Oliver erscheinen in diesem Jahr mehr Premium-Spiele im App Store als im Vorjahr
- Als Treiber nennt er Spieler, deren erstes Spielgerät ein iPhone war
- Entwickler sollen frei zwischen Einmalkauf und Apple Arcade wählen können
- Für Konsolen- und PC-Ports verweist er auf Apples Werkzeuge und die Hardware des iPhone 18 Pro
- Zahlen zum Wachstum nennt Oliver nicht
Mehr Spiele zum Einmalkauf
Olivers zentrale Aussage betrifft Premium-Spiele, also Titel, die einmal gekauft werden statt über Werbung oder In-App-Käufe Geld einzuspielen.
Wir sehen in diesem Jahr mehr Premium-Spiele im App Store als im vergangenen.
Gefragt sind laut Oliver vor allem gemütliche Spiele, Management-Simulationen und Roguelikes, als Beispiele nennt er Balatro, Stardew Valley und Slay the Spire. Wie stark das Wachstum ausfällt, beziffert er nicht.
Den Grund sieht Oliver in einer neuen Generation von Spielern, die nie mit Konsole oder PC angefangen hat. Ihr erstes Spielgerät sei ein iPhone mit Touchscreen gewesen, die Berührung sei für sie der wichtigste Controller.
Apple Arcade als einer von zwei Wegen
Zur Zukunft von Apple Arcade sagt Oliver wenig Neues. Der Dienst bleibt, Entwickler sollen aber selbst entscheiden, wo ein Spiel am besten aufgehoben ist.
Ein Durchbruch wie Balatro kann als Premium-Download erfolgreich sein und genauso ein Zuhause bei Apple Arcade finden.
Wie das praktisch aussieht, zeigt die Indie-Woche selbst: Vampire Crawlers erschien direkt im App Store und nicht im Abo. Für Spieler bedeutet die Doppelstrategie, dass bekannte Indie-Titel nicht automatisch bei Apple Arcade landen, sondern oft einzeln gekauft werden müssen.
Werkzeuge und Hardware für Ports
Für die wachsende Zahl von Konsolen- und PC-Spielen auf dem iPhone verweist Oliver auf Apples Entwicklerwerkzeuge: das Game Porting Toolkit 4, Metal mit MetalFX und Apples Unity-Plug-ins. Auf der Hardwareseite nennt er das Raytracing des A20 Pro und die Vapor Chamber zur Kühlung im iPhone 18 Pro.
Ein Interview ohne Kennzahlen
Ich lese das Interview vor allem als Antrittsbotschaft. Oliver setzt die Linie fort, die Apple seit Jahren verfolgt, und vermeidet jede Zahl, an der man ihn später messen könnte. Bemerkenswert ist eher, worüber er spricht: Der neue App-Store-Chef stellt sich nicht mit Gebühren, Regulierung oder alternativen Stores vor, sondern mit Spielen.
Für Spieler hierzulande hat die Ausrichtung eine handfeste Seite. Wenn mehr gute Indie-Titel als Einmalkauf statt im Abo erscheinen, wird Apple Arcade nicht automatisch attraktiver, während der Kauf einzelner Spiele an Bedeutung gewinnt. Wer überlegt, Arcade wegen bestimmter Titel abzuschließen, prüft deshalb besser vorher, ob das Wunschspiel überhaupt im Abo enthalten ist.
Kaufst du Spiele auf dem iPhone lieber einzeln, oder reicht dir das, was Apple Arcade mitbringt? Erzähl uns in den Kommentaren, wie du es hältst.





