Apple stellt die Zuständigkeit für Firmenkäufe neu auf. Der Manager, der seit 2009 Übernahmen wie Beats verantwortet hat, wechselt ins Services-Geschäft – und gilt dort als möglicher Nachfolger von Eddy Cue. Zugleich bekommt der App Store einen eigenen Vice President.
Unter John Ternus geht der Umbau der zweiten Führungsebene weiter. Laut einem Bericht von Bloomberg übernimmt Steve Smith die Leitung von Übernahmen und Beteiligungen. Er folgt auf Adrian Perica, dessen langjähriger Stellvertreter er war, und berichtet an Finanzchef Kevan Parekh.
Perica erhält dafür eine größere Rolle im Services-Geschäft unter Eddy Cue. Die Personalien fügen sich in eine Reihe von Wechseln, mit denen sich Apples Führungsriege seit dem Sommer neu sortiert.
Das Wichtigste in Kürze
- Steve Smith leitet künftig Apples Übernahmen und Beteiligungen und berichtet an Finanzchef Kevan Parekh.
- Adrian Perica, seit 2009 bei Apple und an Deals wie Beats beteiligt, wechselt ins Services-Geschäft und berichtet direkt an Eddy Cue.
- Perica und Apple-Music-Chef Oliver Schusser gelten bei vielen Mitarbeitern als aussichtsreichste Kandidaten für Cues Nachfolge.
- Carson Oliver wird Vice President des App Store, ebenfalls unter Cue.
Perica gibt das Übernahmegeschäft ab
Perica kam 2009 von Goldman Sachs zu Apple und verantwortete seitdem Käufe und strategische Beteiligungen. Unter ihm liefen die Übernahme von Beats im Jahr 2014 für 3 Milliarden Dollar und die Investition in den chinesischen Fahrdienst Didi Chuxing. Im April 2019 machte Apple ihn zum Vice President Corporate Development mit direkter Berichtslinie zum CEO, wie Bloomberg damals berichtete.
Seit 2023 verantwortet Perica zusätzlich das Geschäft mehrerer Dienste, laut Bloomberg iCloud, Fitness+ und Apple News. Diese Rolle baut er jetzt aus, während das Übernahmegeschäft an Smith geht.
Zuletzt bewegte sich Apple bei Übernahmen vor allem im KI-Umfeld: Im Januar bestätigte das Unternehmen den Kauf von Q.ai, im Sommer hieß es in Berichten, Apple sondiere Übernahmen von KI-Chip-Firmen.
Übernahmen wandern zurück zum Finanzchef
Mit Smith kehrt die Zuständigkeit an die Stelle zurück, an der sie vor 2019 lag. Bis zu Pericas Beförderung war das Übernahmegeschäft beim Finanzchef angesiedelt, damals Luca Maestri. Heute führt diesen Posten Parekh, der das Amt Anfang 2025 von Maestri übernommen hat.
| Zeitraum | Leitung Übernahmen | Berichtslinie |
|---|---|---|
| bis April 2019 | Adrian Perica | Finanzchef |
| ab April 2019 | Adrian Perica (Vice President Corporate Development) | CEO Tim Cook |
| ab Oktober 2026 | Steve Smith | Finanzchef Kevan Parekh |
Auf Apples Führungsseite taucht Perica seit dem CEO-Wechsel nicht mehr auf. Cue steht dort mit dem Titel Senior Vice President Services and Health.
Perica rückt in Cues Organisation auf
Cues Bereich ist in den vergangenen Wochen gewachsen. Ende August ging der App Store an ihn zurück, nachdem Phil Schiller die Verantwortung für App Store und Apple Events abgegeben hatte. Cue hatte den App Store bereits bis 2015 geführt.
Nach Bloomberg prüft Cue derzeit mehrere mögliche Nachfolger. Viele Mitarbeiter mit Einblick in die Lage halten Perica und Oliver Schusser, der Apple Music verantwortet, für die aussichtsreichsten Kandidaten. Diskutiert werde auch, Cues Aufgaben zwischen beiden aufzuteilen.
Bloomberg hat bei Apples Personalien eine starke Trefferbilanz und meldete zuletzt auch Schillers Rückzug als Erstes. Die Nachfolgefrage stützt sich dagegen auf die Einschätzung von Mitarbeitern, nicht auf eine Entscheidung – sie ist ein Stimmungsbild.
Eigener Vice President für den App Store
Außerdem befördert Apple laut Bericht Carson Oliver zum Vice President des App Store, mit Berichtslinie zu Cue. Seit Schillers Rückzug lag das Ressort direkt bei Cue, nun bekommt es darunter wieder eine eigene Leitung.
Für Entwickler und Nutzer in der EU ist das kein Nebenschauplatz. Der App Store ist unter dem Digital Markets Act als zentraler Plattformdienst benannt, und Provisionen, alternative Vertriebswege und Regeln für Entwickler stehen dort seit Jahren unter Beobachtung der EU-Kommission.
Der Umbau verrät mehr über Services als über Übernahmen
Ich halte die Verschiebung bei den Services für die eigentliche Nachricht. Beim Übernahmegeschäft spricht wenig für einen Kurswechsel: Smith war Pericas langjähriger Stellvertreter, und Apple hat große Zukäufe schon 2019 laut Bloomberg eher gemieden – im Jahr davor kaufte das Unternehmen 18 Firmen, keine davon für mehr als eine Milliarde Dollar. Ich erwarte deshalb, dass Apple auch unter Smith bei vielen kleinen Käufen bleibt.
Spannender ist, wie sich Cues Organisation formiert. Mit Perica bekommt sie einen Manager, der jahrelang direkt an den CEO berichtet hat, und mit Oliver eine eigene App-Store-Spitze. Ternus will Apple schneller und schlanker aufstellen – wer am Ende das Services-Geschäft führt, wird darüber mitentscheiden, wie Apple mit Regulierern und Entwicklern umgeht.
Sollte Apple Cues Bereich nach seinem Abschied zwischen Perica und Schusser aufteilen, oder braucht das Services-Geschäft eine einzelne Spitze, die vom App Store bis Apple Music alles verantwortet? Schreib uns deine Prognose in die Kommentare.





