Das teuerste iPhone im Sortiment entsperrt per Fingerabdruck, während jedes günstigere Modell das Gesicht erkennt. Dieser Kompromiss soll bleiben – und zwar länger, als es die Ankündigung vermuten lässt. Der Weg zurück zu Face ID führt laut Bericht über die Software.
Beim faltbaren iPhone sitzt die Entsperrung in der Seitentaste. Der Grund ist bauartbedingt: Für die Bauteile hinter Face ID fehlt in einem Gehäuse dieser Bauhöhe schlicht der Platz, was bereits bei der Vorstellung in den technischen Daten des Geräts sichtbar wurde. Der aktuelle Power-On-Newsletter von Bloomberg beschreibt nun, wie Apple das Problem lösen will – und wann.
Das Wichtigste in Kürze
- Face ID soll ins faltbare iPhone zurückkehren, aber erst in der dritten Generation.
- Der Weg dorthin führt über mehr Bildverarbeitung in Software: weniger aufwendige Tiefensensorik, dafür kleinere Bauteile.
- Für dieselbe Generation wird zusätzlich ein Teleobjektiv erwartet.
- Die erste Generation kommt am 23. Oktober für 2.299 Euro in den Handel – bis zur dritten liegen mindestens zwei Produktzyklen.
- Ein Termin, eine Bestätigung oder technische Details zu der geplanten Sensorik nennt der Bericht nicht.
Warum im Duo kein Face ID steckt
Face ID arbeitet nicht mit einer gewöhnlichen Kamera, sondern mit einem Projektor, der ein Punktmuster auf das Gesicht wirft, und einer Infrarotkamera, die es ausliest. Diese Bauteile brauchen Tiefe im Gehäuse – genau das, was ein Gerät nicht hat, das sich zusammenklappen lässt und dabei dünner bleiben soll als jedes andere iPhone.
Apple hat sich deshalb für den Fingerabdrucksensor in der Seitentaste entschieden. Für Käufer ist das der sichtbarste Rückschritt am teuersten Gerät der Reihe: Wer 2.299 Euro ausgibt, bekommt ein Entsperrverfahren, das Apple beim iPhone seit 2017 schrittweise abgelöst hat.
Was die Software daran ändern soll
Der Ansatz im Bericht setzt nicht an den Bauteilen an, sondern an ihrer Auswertung. Wenn mehr Arbeit in die Bildverarbeitung wandert, muss die Sensorik weniger leisten – ein einfacheres Tiefensystem könnte dann ausreichen, weil die Software ergänzt, was die Hardware nicht mehr misst. Kleinere Bauteile passen in ein dünneres Gehäuse.
Belegt ist dieser Weg nicht. Der Bericht beschreibt eine Möglichkeit, keine Entscheidung, und nennt weder ein konkretes Verfahren noch einen Zulieferer. Dass Apple Sensorik und Auswertung aus einer Hand entwickelt, macht den Gedanken plausibel – ein Nachweis ist es nicht.
Wie weit das weg ist
Die dritte Generation eines Geräts, dessen erste am 23. Oktober in den Handel kommt: Zwischen heute und diesem Zeitpunkt liegen mindestens zwei vollständige Produktzyklen. Damit fällt die Aussage in einen Bereich, in dem sich Apples Pläne erfahrungsgemäß noch mehrfach ändern.
Das gilt auch für den zweiten Punkt des Berichts, das Teleobjektiv für dieselbe Generation. Die aktuelle Fassung kommt mit zwei Kameras außen und einer innen aus – ein drittes Objektiv wäre ein deutlicher Ausbau, der denselben Platzproblemen unterliegt wie Face ID.
Ein Gerät, das seine Technik erst einsammeln muss
Wir rechnen damit, dass Apple die Lücke schneller schließen will, als der Bericht nahelegt. Der Grund steht im eigenen Sortiment: Ein Spitzenmodell, dem Ausstattung fehlt, die günstigere Geräte selbstverständlich haben, ist auf Dauer schwer zu verkaufen – zumal sich rund um Face ID gerade ein Patentstreit mit einer BASF-Tochter entwickelt, der Apples Interesse an einer eigenen, schlankeren Lösung eher erhöht als senkt. Gegen dieses Tempo spricht die Physik: Die Bauteile sind seit Jahren ähnlich groß, und Apple hat Face ID unter dem Display auch bei den Pro-Modellen mehrfach verschoben.
Für die Kaufentscheidung heißt das: Wer beim Duo auf Face ID wartet, wartet auf ein Gerät, das frühestens in zwei Generationen erscheint – mit allem, was sich bis dahin an Preis und Ausstattung ändern kann. Wer das Entsperrverfahren als Ausschlusskriterium sieht, findet die Alternativen im Vergleich von iPhone Duo und iPhone 18 Pro. Wäre Touch ID in der Seitentaste für dich ein Grund, das faltbare iPhone stehen zu lassen – oder ist das nach ein paar Tagen Gewöhnung kein Thema mehr? Widersprich uns gern in den Kommentaren.



