Zwei Spielecontroller stecken bereits in Apples eigenem Code – mit Steuerkreuz, Analog-Sticks und haptischem Feedback. Jetzt stützt ein zweiter, unabhängiger Bericht den Fund und ergänzt ein Detail, das über den Preis entscheiden dürfte: Das Zubehör soll möglicherweise gar nicht als Apple-Produkt erscheinen, sondern unter der Marke Beats.
Anfang September tauchten in der ersten Fassung des Freigabekandidaten von macOS 26.7 Treiberprofile für zwei Spielecontroller auf, die sich dem System gegenüber als Apple-eigene Hardware zu erkennen geben – ein Fund, den Apples Code bereits detailliert beschrieben hatte. Apple hat diese Fassung inzwischen zurückgezogen. Aus dem Code allein ließ sich nicht ableiten, ob dahinter ein Produkt für den Handel steckt oder internes Testgerät. Genau an dieser Stelle setzt der aktuelle Newsletter von Bloomberg-Journalist Mark Gurman an: Er stützt die Entwicklung eigener Controller und nennt die Beats-Führung als verantwortlich für das Projekt. Berichte über einen eigenen Game-Controller für iPhone und iPad kursieren damit seit gut zehn Monaten.
Das Wichtigste in Kürze
- Gurman stützt in seinem Newsletter den Code-Fund aus macOS 26.7: Apple entwickelt eigene Spielecontroller für das iPhone.
- Das Zubehör soll unter der Marke Beats erscheinen können – laut Bericht liegt die Aufsicht über das Projekt bei Beats-Managern.
- Der Code beschreibt zwei getrennte Geräte, von denen nur das aufwendigere Bewegungssensorik mitbringt.
- Im deutschen Apple Store verkauft Apple derzeit vier Controller dreier Fremdhersteller, den Backbone One für 119,95 Euro.
- Aussehen, Preis und Termin stehen in keiner der beiden Quellen.
Was in der zurückgezogenen Mac-Vorabversion steckte
Gefunden hat die Profile ein Nutzer im MacRumors-Forum, der den ausgelieferten Freigabekandidaten durchsucht hat. Der Code enthielt nicht nur Kennungen, sondern auch Software zum Erkennen der Hardware und zum Auslesen der Bedienelemente – dazu passende Hardware-Plug-ins, wie sie sonst für reale Geräte angelegt werden.
Beide Profile beschreiben eine vollwertige Controller-Bestückung. Unterschieden werden die Geräte im Wesentlichen durch die Bewegungserkennung, was auf zwei Preisklassen hindeutet:
| Merkmal | Einfacheres Modell | Aufwendigeres Modell |
|---|---|---|
| Steuerkreuz | ja | ja |
| Zwei Analog-Sticks | ja | ja |
| Schultertasten und analoge Trigger | ja | ja |
| Home- und Menütaste | ja | ja |
| Haptisches Feedback | ja | ja |
| Gyroskop und Beschleunigungssensor | nein | ja |
Ein Gyroskop erlaubt Spielen, Neigung und Bewegung des Controllers auszuwerten – Zielen durch Kippen etwa, wie es Sony und Nintendo seit Jahren anbieten. Aussehen, Materialien und Anschlussart gehen aus dem Code nicht hervor.
Warum die Marke Beats im Raum steht
Gurman hält es für möglich, dass das fertige Zubehör unter der Marke Beats verkauft wird, weil das Projekt von Beats-Verantwortlichen geführt werde. Das wäre mehr als eine Frage des Aufdrucks: Beats-Produkte greifen regelmäßig zu günstigeren Materialien und liegen preislich unter vergleichbarem Apple-Zubehör – ein Controller unter dieser Marke wäre also eher ein Massenprodukt als ein Premiumgerät.
Zur Belastbarkeit: Gurman gehört bei Apples Produktplänen zu den Quellen mit der längsten Trefferbilanz und stützt sich auf Personen mit Kenntnis der Vorgänge. Die Markenzuordnung formuliert er allerdings selbst nur als Möglichkeit, nicht als Entscheidung – belegt ist durch den Code bisher die Existenz der Prototypen, nicht ihr späterer Name.
Was Apple heute an Controllern verkauft
Bisher überlässt Apple dieses Zubehör anderen: In der Gaming-Kategorie des deutschen Apple Store stehen vier Controller von drei Herstellern – Backbone, Sony und SteelSeries. Der Backbone One in zweiter Generation kostet dort 119,95 Euro und ist bis zum iPhone 18 Pro Max freigegeben. Dazu kommen der DualSense von Sony, der Backbone Pro und der Nimbus von SteelSeries.
Dieses Sortiment ist der eigentliche Maßstab für die Meldung. Wer ein Gerät ins eigene Regal stellt, das dort bislang von Partnern besetzt wird, nimmt ihnen Umsatz ab – und muss preislich mindestens mithalten. Welche Spiele überhaupt Controller unterstützen und wie sich die Mediathek sortieren lässt, zeigt die Apple Games-App auf dem iPhone.
Wo ein eigenes Gamepad am meisten brächte
Am Mac und am iPhone lassen sich bereits heute PlayStation- und Xbox-Controller koppeln, die Lücke ist dort also klein. Deutlich größer ist sie beim Apple TV 4K: Die Spieleauswahl auf der Box hängt seit Jahren daran, dass kaum ein Haushalt ein passendes Gamepad danebenliegen hat. Ein preiswertes Modell aus dem eigenen Haus, das der Box beiliegt oder im selben Bestellvorgang mitgekauft wird, würde diese Hürde senken – zumal für die nächste Generation der Box ein größeres Update erwartet wird. Auch das Abo mit den monatlich neuen Apple-Arcade-Titeln profitiert von jedem Gerät, das ein Spiel bedienbar macht.
Der Preis entscheidet, ob das Gerät etwas ändert
Wir rechnen damit, dass ein Controller unter der Marke Beats deutlich unter den 119,95 Euro des Backbone One landet. Der Bericht selbst begründet die Markenwahl mit der Ausrichtung von Beats auf niedrigere Preislagen und günstigere Materialien; ohne Preisvorteil gäbe es für Apple wenig Grund, ein gut besetztes Zubehörsegment selbst zu beliefern. Der zweite Hebel liegt in der Bewegungssensorik des aufwendigeren Modells: Sie ergibt nur Sinn, wenn Entwickler sie ansprechen, und dafür braucht es eine Verbreitung, die bisher kein iPhone-Gamepad erreicht hat.
Für DACH-Leser heißt das vorerst: Wer jetzt ein Gamepad für iPhone, Mac oder Apple TV kaufen will, hat keinen Grund zu warten – weder ein Termin noch ein Preis noch das Aussehen lassen sich bisher aus einer der beiden Quellen ablesen. Würdest du einen Controller mit Beats-Logo dem Backbone One vorziehen, wenn er die Hälfte kostet – oder ist dir die Bedienqualität den Aufpreis wert? Schreib uns in die Kommentare, womit du gerade spielst.



