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Vier Neuheiten an einem Dienstag, und zwei davon bleiben hierzulande unerreichbar. Apple hat sein Zuhause neu sortiert, und die Woche danach hat Stück für Stück gezeigt, wie viel davon in Deutschland, Österreich und der Schweiz tatsächlich ankommt. Dazwischen: ein neuer Mac-Termin, ein Gerichtssaal mit überraschender Wendung und ein Lieferdatum im Januar.
Die vergangene Ausgabe stand ganz im Zeichen der Einladung „Welcome home“. Seit Dienstag liegt auf dem Tisch, was Apple darunter versteht: eine Smart-Home-Zentrale mit Bildschirm, eigenes Zubehör, ein neuer HomePod mini und ein neues Apple TV 4K.
Spannend wurde es danach. Fast jeden Tag kam eine Präzisierung dazu, welches Gerät Siri AI bekommt, welches nicht und wo. Daneben hat Apple die Vorbestellung des iPhone Duo geöffnet, und die Mac-Runde Ende Oktober hat einen deutlich konkreteren Fahrplan bekommen.
🔥 Story der Woche: Zwei von vier Neuheiten kommen nach Deutschland
Am 13. Oktober hat Apple vier Neuheiten auf einmal vorgestellt. Hierzulande zu kaufen sind davon zwei: der HomePod mini 2 für 169 Euro ab 30. Oktober und das Apple TV 4K mit A19 für 349 Euro ab 13. November.
Die beiden Geräte, die das neue Konzept tragen, fehlen. HomeView, die Zentrale mit 7-Zoll-Display, Lautsprecherfuß und Gesichtserkennung für bis zu sechs Personen, kostet in den USA 299 Dollar. In der EU verkauft Apple sie gar nicht, weil Siri AI auf iPhones in der EU fehlt. Angeboten wird HomeView nur in acht Ländern, in denen Siri AI darauf auf Englisch läuft – die Schweiz gehört ebenfalls nicht dazu.
Die Apple Home Collection mit Kameras, Video-Türklingel, Schloss, Thermostaten und Sensoren von LG und Schneider Electric startet im Dezember ab 39,95 Dollar. Verkauft wird sie nur in den USA und Kanada, Kameras und Türklingel auch in Großbritannien.
Siri AI: eine Woche, viele Fußnoten
Wie weit Siri AI auf den neuen Geräten reicht, hat sich erst nach dem Event geklärt. Auf dem Apple TV 4K läuft Siri AI als Beta ab tvOS 27.2, und zwar auch auf der zweiten und dritten Generation. Der HomePod mini 2 bekommt Siri AI erst per späterem Update, der erste HomePod mini gar nicht – das hat Apple ausdrücklich bestätigt.
| Gerät | Siri AI laut Apple | In Deutschland, Österreich, Schweiz |
|---|---|---|
| HomeView | ja, als Beta | nicht im Handel |
| Apple TV 4K (4. Generation) | ja, als Beta ab tvOS 27.2 | nein |
| Apple TV 4K (2. und 3. Generation) | ja, als Beta ab tvOS 27.2 | nein |
| HomePod mini 2 | per späterem Update | nein |
| HomePod mini (2020) | nein | nein |
| HomePod (2. Generation) | nicht angekündigt | nein |
Überall gilt dieselbe Grenze: Englisch, acht Länder, kein deutschsprachiges Land dabei. In der deutschen Mitteilung zum Apple TV 4K kommt Siri AI gar nicht vor.
Was hierzulande trotzdem ankommt
Der greifbarste Gewinn steckt in einer Kombination. Das Apple TV 4K der vierten Generation baut mit vier Lautsprechern erstmals Raumklang auf, der sich selbst auf den Raum einmisst. Vorn und hinten muss dabei je ein Paar desselben Modells stehen, der erste HomePod mini und der HomePod der ersten Generation sind ausgeschlossen. In der zweiten Beta von tvOS 27.2 lief die Funktion noch auf dem Apple TV 4K der dritten Generation, zum Start setzt Apple das neue Modell voraus.
Auch der große HomePod bekommt etwas ab. Apples US-Produktseite nennt für den HomePod der zweiten Generation inzwischen Sound Leuchten, den Raumklang am Apple TV und Audio aus jeder iPhone-App. Die Ansprache nur mit „Siri“ gilt laut Fußnote ausschließlich auf Englisch in Australien, Kanada, Großbritannien und den USA. Die deutsche Produktseite zeigte am 16. Oktober noch den alten Stand.
Ich erwarte, dass die übrigen Funktionen mit der nächsten HomePod-Software kommen und die deutsche Seite nachzieht. Am Gesamtbild ändert das wenig: Steuerzentralen für Apple Home bleiben hierzulande HomePod und Apple TV. Das neue Apple TV 4K liegt mit 349 Euro dabei klar über dem bisherigen Modell, das zuletzt 229 und 299 Euro kostete.
📰 Was sonst wichtig war
Apple vs. OpenAI hat die Richtung gewechselt. Erst ließ das Gericht eine schnelle Beweisaufnahme teilweise zu, dann warf OpenAI Apple seinerseits vor, ein Ingenieur habe nach seiner Rückkehr zu Apple über 100 Dateien zu einem unveröffentlichten Gerät mitgenommen. Apple wies das zurück: Man habe noch am Tag des Hinweises untersucht und nichts gefunden. In der Anhörung am 14. Oktober sagte OpenAI dann freiwillig zu, die von Apple beanspruchten Geschäftsgeheimnisse nicht zu nutzen, und lenkte damit ein. Über die einstweilige Verfügung selbst ist noch nicht entschieden.
Das TIME-Porträt hat zwei Schlagzeilen geliefert. John Ternus nennt frühe faltbare Smartphones „billig und mies“ und verweist auf ein Apple-Patent von 2011. Im selben Stück sagt Marketingchef Greg Joswiak, Apple fühle sich von OpenAI nicht bedroht.
Das iPhone Duo liegt im Benchmark fast gleichauf mit dem 18 Pro. In Geekbench 7 kommt es auf 3.986 und 11.067 Punkte und liegt damit nur 0,9 und 4,1 Prozent zurück. Für Ernüchterung sorgte dagegen Apples eigenes Case: Es hält mit Klebestreifen, während die Produktseite nur von Magneten spricht.
iOS 27.2 Beta 4 hat die neue Health-App wieder entfernt. Nach 27 Tagen im Test ist sie raus, laut Apples Versionshinweisen war sie nie Teil der fertigen 27.2. Die erfassten Daten bleiben erhalten. Neu ist dafür ein schwarz-weißes App-Icon für Apple Music.
Der App Store bekommt strengere Regeln gegen Nacktbild-Apps. Apple hat Richtlinie 1.2 auf nicht einvernehmliche intime Bilder einschließlich KI-Erzeugnissen ausgeweitet, mit 2.5.19 eine neue Regel gegen Bait-and-Switch eingeführt und Sperren auf alternative Vertriebswege ausgedehnt.
Apple baut seine Rechtsabteilung um. Der frühere Meta-Jurist Scott Tucker übernimmt eine neu geschaffene Stelle für globale Rechtsstreitigkeiten. Zu tun gibt es genug: Im Taptic-Engine-Verfahren will Apple das Urteil über 5,7 Milliarden Dollar kippen, hilfsweise einen neuen Prozess.
Beim Smartphone-Weltmarkt fehlt Apple wenig zur Spitze. Nach vorläufigen IDC-Zahlen lieferte Apple im dritten Quartal 57,3 Millionen iPhones aus, Samsung 57,8 Millionen – ein Abstand von 500.000 Geräten bei einem Gesamtmarkt, der um 22 Prozent schrumpfte. In China fiel der Markt um 15,4 Prozent, Apple lag nur leicht im Minus.
💡 Gerücht der Woche: Das MacBook Pro mit Touchscreen soll am 6. November kommen
Die Mac-Runde hat einen Fahrplan. Laut Bloomberg lädt Apple Medien zu einem ganztägigen Termin am 28. Oktober in Los Angeles. Erwartet werden dort das MacBook Pro mit OLED-Touchscreen, Dynamic Island und M5 Pro oder M5 Max, ein Einstiegs-MacBook-Pro und ein iMac mit M6 sowie das iPad mini mit OLED.
In den Handel soll das MacBook Pro mit Touchscreen am Freitag, 6. November kommen, die Stores bauen ihre Tische ab dem Vorabend um. Das Muster passt zu 2024, als Apple das MacBook Pro am 30. Oktober vorstellte und am 8. November auslieferte. Der Bericht stammt von Mark Gurman, der den Oktober-Termin für die neuen Macs seit Wochen konsistent führt – eine unabhängige Bestätigung ist das nicht.
Zum iPad mini gibt es dafür einen harten Beleg. Ein französisches Umwelt-Datenblatt von Apple zeigt ein neues Smart Folio mit eigener Modellnummer, datiert auf den 9. September. Offen bleibt die Bildwiederholrate: Laut Gurman hat Apple 60 und 120 Hertz getestet.
📊 Zahl der Woche: 94
So viele Tage liegen zwischen dem Verkaufsstart des iPhone Duo am 23. Oktober und dem Lieferdatum, das Apple für Neubestellungen nennt. Die Vorbestellung öffnete am Freitag um 14 Uhr, binnen einer halben Stunde sprang der Online-Termin in Deutschland wie in den USA auf den 25. Januar 2027 – für alle Konfigurationen.
Apple selbst nennt die Nachfrage „geradezu außergewöhnlich“. Bei der Abholung im Store sieht es etwas anders aus: Dort werden immer wieder einzelne Termine frei, weil Apple die Bestände zwischendurch aufstockt. Am Montag hatte eine chinesische Wirtschaftszeitung berichtet, Apple habe rund 30 Prozent mehr Duo bestellt, insgesamt aber weniger als zehn Millionen Geräte.
👎 Flop der Woche: Die HomeView-Reparatur kostet fast so viel wie das Gerät
Für eine Reparatur von HomeView verlangt Apple in den USA 279 Dollar ohne AppleCare+, mit AppleCare+ sind es 39 Dollar. Bei einem Gerätepreis von 299 Dollar entspricht das rund 93 Prozent, und zwar für jede Art von Schaden.
| Gerät | Startpreis | Reparatur ohne AppleCare+ | Anteil |
|---|---|---|---|
| HomePod (2018) | 349 Dollar | 279 Dollar | rund 80 % |
| HomePod mini (2020) | 99 Dollar | 79 Dollar | rund 80 % |
| HomeView | 299 Dollar | 279 Dollar | rund 93 % |
Schon bei den Lautsprechern war die Reparatur kaum günstiger als ein Neukauf. Bei einem Gerät mit Display, Kamera und Wandmontage, das deutlich mehr Schäden ausgesetzt ist, wiegt dieselbe Logik schwerer. Für Käufer hierzulande ist das vorerst Theorie.
🔭 Was nächste Woche kommt
Freitag, 23. Oktober: Das iPhone Duo kommt in den Handel. Ausgeliefert wird es mit iOS 27.1, einer Version, die Apple ganz ohne öffentliche Testphase veröffentlicht. Um denselben Tag ist im Epic-Verfahren der nächste Statusbericht zur Herausgabe der Unterlagen zur US-Provision fällig.
Mittwoch, 21. Oktober: Bei Apple TV startet „Wo ist Wanda?“ in die zweite Staffel, „Slow Horses“ zeigt das Staffelfinale. Alle Termine des Monats stehen in der Oktober-Übersicht.
Sonntag, 25. Oktober: Deutschland stellt auf Winterzeit um, die USA erst am 1. November. Für die Mac-Termine am 27. und 28. Oktober in Los Angeles liegen damit nur acht statt neun Stunden zwischen Kalifornien und Mitteleuropa.
💬 Meine Meinung
„Außergewöhnlich“ ersetzt keine Zahl. Ein Lieferdatum 94 Tage nach Verkaufsstart sagt zweierlei: Viele Menschen wollen das Gerät, und Apple kann es nicht annähernd so schnell bauen. Wie groß welcher Anteil ist, verrät die Formulierung nicht.
Ich halte die Store-Abholung deshalb für den realistischeren Weg als die Online-Bestellung. Wer bis zum 23. Oktober nicht bestellt hat, sollte die Apple Store App im Blick behalten, statt sich auf den Januar einzurichten. Wie viel Bewegung dort tatsächlich entsteht, zeigt erst die Woche nach dem Verkaufsstart.
📚 Aus unserem Archiv
- HomePod spielt von selbst Musik: Geister-Berührungen stoppen
- iPhone Duo oder iPhone Air: Welches lohnt sich?
Die Woche hat gezeigt, dass Apples Zuhause hierzulande vor allem aus Lautsprechern und einer TV-Box besteht, und genau dort liegt der Raumklang, den Apple jetzt anbietet.
Würdest du für Raumklang aus vier Lautsprechern auf das neue Apple TV 4K umsteigen, obwohl Siri AI darauf hierzulande nicht läuft – oder reicht dir die Box, die schon unter deinem Fernseher steht? Schreib uns in die Kommentare, wie dein Wohnzimmer aufgebaut ist.
Bis nächsten Sonntag wünscht Apfelpatient eine entspannte Lektüre und einen guten Wochenstart.





