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Der Smartphone-Markt ist im dritten Quartal so stark eingebrochen wie noch nie, und ausgerechnet Apple kommt dabei am glimpflichsten davon. Laut IDC trennt das iPhone nur noch eine halbe Million Geräte von Samsung an der Spitze. Für den Rest der Branche zeichnet der Marktforscher ein düsteres Bild.
Die vorläufigen Zahlen von IDC vom 14. Oktober zeigen einen weltweiten Rückgang der Smartphone-Auslieferungen um 22,0 Prozent auf 255,3 Millionen Geräte. Das ist laut IDC der stärkste Rückgang, der je in einem Quartal gemessen wurde. Apple lieferte 57,3 Millionen iPhones aus und kam damit auf 22,4 Prozent Marktanteil. Zwei Tage zuvor hatte Counterpoint für dasselbe Quartal bereits einen Rekordanteil fürs iPhone bei einem um 20 Prozent geschrumpften Markt gemeldet.
Das Wichtigste in Kürze
- Die weltweiten Smartphone-Auslieferungen sind im dritten Quartal 2026 laut IDC um 22,0 Prozent auf 255,3 Millionen gefallen.
- Apple verliert 4,0 Prozent und damit am wenigsten unter den fünf größten Herstellern, der Anteil steigt von 18,2 auf 22,4 Prozent.
- Samsung bleibt mit 57,8 Millionen Geräten knapp vorn, der Abstand zu Apple beträgt 0,5 Millionen.
- Xiaomi, OPPO und vivo verlieren jeweils rund 30 Prozent oder mehr.
- IDC sieht die Speicherkrise als Hauptursache und rechnet frühestens 2028 mit einer Erholung.
Ein Markt im Rekordtief, Apple fast an der Spitze
Die fünf größten Hersteller kommen laut IDC zusammen auf knapp drei Viertel des Marktes. Apple ist der einzige von ihnen, der nur leicht verliert: 2,4 Millionen iPhones weniger als im Vorjahresquartal, während der Gesamtmarkt um 72 Millionen Geräte geschrumpft ist.
| Hersteller | Q3 2026 | Anteil | Q3 2025 | Anteil | Veränderung |
|---|---|---|---|---|---|
| Samsung | 57,8 Mio. | 22,6 % | 61,4 Mio. | 18,7 % | −5,8 % |
| Apple | 57,3 Mio. | 22,4 % | 59,7 Mio. | 18,2 % | −4,0 % |
| Xiaomi | 30,7 Mio. | 12,0 % | 43,4 Mio. | 13,2 % | −29,2 % |
| OPPO | 25,6 Mio. | 10,0 % | 39,1 Mio. | 11,9 % | −34,5 % |
| vivo | 19,1 Mio. | 7,5 % | 27,9 Mio. | 8,5 % | −31,5 % |
| Andere | 64,8 Mio. | 25,4 % | 96,0 Mio. | 29,3 % | −32,5 % |
| Gesamt | 255,3 Mio. | 100 % | 327,3 Mio. | 100 % | −22,0 % |
Apples Anteil steigt damit um 4,2 Prozentpunkte, Samsungs um 3,9. Der Zuwachs beider Marktführer kommt aus dem Einbruch der übrigen Hersteller, nicht aus eigenem Wachstum: Beide liefern weniger Geräte aus als vor einem Jahr.
Zwei Marktforscher, ein Bild
IDC und Counterpoint messen beide Auslieferungen an den Handel, nicht Verkäufe an Endkunden. Ihre Zahlen für das dritte Quartal liegen nah beieinander.
| IDC | Counterpoint | |
|---|---|---|
| Gesamtmarkt | −22,0 % | −20 % |
| Samsung | 22,6 % | 23 % |
| Apple | 22,4 % | 22 % |
| Xiaomi | 12,0 % | 10 % |
Beide sehen Samsung knapp vor Apple. Counterpoint führte Apples Rückgang darauf zurück, dass im Herbst nur die Pro-Modelle erschienen sind, während das reguläre iPhone 18 erst im Frühjahr 2027 folgen soll. IDC nennt für Apple nur ein starkes Premium-Sortiment als Grund für den Zugewinn.
Speicherkosten treiben den Einbruch
Den Rückgang führt IDC auf die Speicherkrise zurück. Die Preise für Speicherchips sollen seit dem Vorjahr um rund 350 Prozent gestiegen sein. Der Anstieg verlangsamt sich zwar, lag im dritten Quartal aber weiter im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, nach zuvor etwa 50 bis 100 Prozent pro Quartal. Nabila Popal, Senior Research Director bei IDC, sieht den Tiefpunkt noch nicht erreicht. Das Schlimmste stehe erst bevor.
Laut IDC wälzen die Hersteller die Kosten zunehmend auf die Kunden ab, die ihre Geräte daraufhin länger behalten. Chinesische Marken stehen dabei besonders unter Druck. Eine Erholung des Marktes erwartet IDC frühestens 2028.
Premium schützt, aber nicht vor höheren Preisen
Ich halte das Ergebnis für folgerichtig. IDC sieht chinesische Marken besonders unter Druck und Apple vom Premium-Sortiment gestützt, und genau so verteilen sich die Verluste in der Tabelle: Xiaomi, OPPO und vivo verlieren rund ein Drittel, Apple und Samsung nur einen kleinen Teil.
Spurlos geht die Krise aber auch an Apple nicht vorbei. Das iPhone 18 Pro kostet hierzulande ab 1.449 Euro, 150 Euro mehr als der Vorgänger, beim Pro Max ist der Aufschlag gleich hoch. In den USA waren es 100 Dollar. Dass Apple für Speicher 2027 deutlich mehr zahlen soll, spricht nicht dafür, dass sich das beim regulären iPhone 18 im Frühjahr umkehrt.
Willst du in diesem Jahr ohnehin ein neues Smartphone kaufen, rät IDC dazu, im Weihnachtsquartal nach Angeboten zu schauen. Für 2027 rechnen die Marktforscher mit dauerhaft höheren Kosten für die Hersteller.
Ein Quartal mit Signalwirkung
Mit 0,5 Millionen Geräten Abstand ist Platz eins für Apple in Reichweite. Im laufenden Quartal kommt das iPhone Duo hinzu, das reguläre iPhone 18 fehlt dagegen weiterhin.
Rechnest du damit, dass das iPhone im Weihnachtsquartal an Samsung vorbeizieht – oder fehlt Apple ohne Basismodell dafür schlicht ein Gerät? Schreib uns deine Prognose in die Kommentare.





