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Das iPhone Duo steht auf TIMEs Liste der besten Erfindungen 2026, und Apple-Chef John Ternus erzählt dazu die Vorgeschichte. Sie reicht bis 2011 zurück, als er selbst an einer Patentanmeldung für faltbare Geräte beteiligt war. Für die ersten Foldables der Konkurrenz findet er wenig schmeichelhafte Worte.
Grundlage ist das Porträt „John Ternus Is Engineering a New Era for Apple“ von TIME-Korrespondent Andrew R. Chow, das als Eintrag des iPhone Duo in TIMEs Liste der besten Erfindungen 2026 erscheint. Chow hat Ternus im September zweimal gesprochen, am Tag der Vorstellung in Cupertino und eine Woche später zum Verkaufsstart der Pro-Modelle in New York. Dazu kommt Richard Dinh, Apples Vizepräsident für Produktdesign.
Das iPhone Duo lässt sich ab Freitag, 16. Oktober, um 14 Uhr vorbestellen und kommt am 23. Oktober in den Handel. In Deutschland startet es bei 2.299 Euro, alle Eckdaten stehen in der Übersicht zu Daten, Preisen und Terminen des iPhone Duo.
Das Wichtigste in Kürze
- TIME führt das iPhone Duo in seiner Liste der besten Erfindungen 2026.
- Ternus reichte laut TIME schon 2011 mit fünf weiteren Ingenieuren eine Patentanmeldung für faltbare Geräte ein.
- Die ersten Foldables anderer Hersteller hätten sich „irgendwie billig und mies“ angefühlt, sagt Ternus.
- Laut Designchef Richard Dinh hat Ternus dem Team ausdrücklich mehr Zeit für eine eigene Displayoberfläche gegeben.
- TIME nennt den Preis von über 2.000 Dollar als größtes Risiko für den Erfolg.
Ein Patent aus dem Jahr 2011
Die Idee ist bei Apple deutlich älter als das Gerät. 2011, als viele Menschen noch Klapphandys nutzten, reichten Ternus und fünf weitere Ingenieure laut TIME eine Patentanmeldung für faltbare elektronische Geräte ein. Es ging darin um die Frage, welche Akkus und Platinen ein solches Konzept braucht.
Ternus beschreibt die Überlegung von damals so:
Es schien klar, dass wir irgendwann an einen Punkt kommen würden, an dem OLED-Displays flexibel sein würden.
Zwischen Patentanmeldung und Vorstellung am 9. September 2026 liegen damit rund 15 Jahre.
„Billig und mies“: Ternus über die Konkurrenz
Die ersten faltbaren Smartphones anderer Hersteller aus den 2010er-Jahren beschreibt TIME als zerbrechlich und wenig nützlich, mit einer großen, sichtbaren Falte in der Mitte. Ternus formuliert es knapper:
Die anderen Beispiele auf der Welt fühlten sich irgendwie billig und mies an.
Schon im September hatte Ternus im Gespräch mit Tom’s Guide und TechRadar die Oberflächen der Konkurrenz kritisiert und den Moment beschrieben, in dem ein matter Prototyp die Entscheidung für das iPhone Duo brachte. Das TIME-Porträt liefert jetzt die Innenansicht dazu.
Wie die Oberfläche entstand
Ternus habe das Team ermutigt, mehr Zeit und Aufwand in das Projekt zu stecken, obwohl andere Foldables früher auf den Markt kamen. Dinh berichtet, er habe Ternus an einem Punkt gefragt, ob sein Team eine Oberfläche ähnlich der Konkurrenz nehmen solle. Dinh selbst hielt diese Materialien für fehlerhaft, aber womöglich für gut genug.
Dinh erinnert sich an die Antwort:
Und er sagte: ‚Schau, Rich, du wirst wissen, wann es das Richtige ist.‘
Das habe dem Team das Vertrauen gegeben, bei Innovation und Fertigung an die Grenzen zu gehen und weltweit Zulieferer zusammenzubringen. Am Ende stand die Nanotextur aus einem eigenen Polymer auf einem Scharnier mit über 100 Präzisionsteilen. Apple selbst will sich daran messen lassen, wie sichtbar die Falte bleibt, das Versprechen zur Falte stammt von Hardware-Manager Tom Marieb.
Daneben nennt TIME zwei weitere Bausteine: eine neue Display Engine, die den Wechsel zwischen innerem und äußerem Display steuert, und ein umgebautes iOS, in dem die wichtigsten Bedienelemente vom unteren an den rechten Rand gewandert sind.
Zitternde Hände bei der Vorstellung
Das Porträt beginnt mit einer Szene vom Vorstellungstag in Cupertino. Ternus zeigte das Duo dem Streamer IShowSpeed, der die Begegnung live an seine 61 Millionen YouTube-Abonnenten übertrug. Zuschauern fielen dabei Ternus’ zitternde Hände auf, als er ein Foto in ein Nachrichtenfeld zog. „Ich war in so einem Moment aus Adrenalin, Koffein und Vorfreude auf den Tag“, erklärt er gegenüber TIME, er habe in der Nacht davor kaum geschlafen.
Der Preis bleibt die offene Flanke
TIME macht keinen Hehl daraus, dass der Erfolg nicht sicher ist. Das Magazin vergleicht das Risiko mit dem nie erschienenen Apple Car und der Vision Pro, deren Verkäufe im vergangenen Jahr sehr niedrig ausgefallen seien, und erwartet, dass viele Interessenten beim Preis von über 2.000 Dollar zurückschrecken. Als Gegenargument führt TIME die starke Nachfrage nach Samsungs Galaxy Z Fold8 an, vor allem in Asien.
Hierzulande liegt die Schwelle noch höher. 2.299 Euro kostet das Duo mit 256 GB, in der Version mit 2 TB sind es 3.799 Euro. Die Abwägung gegen das iPhone 18 Pro dürfte für die meisten Käufer entscheidender sein als jede Auszeichnung.
Was die Vorgeschichte über das iPhone Duo verrät
Ich halte die Geschichte von Dinh für aufschlussreicher als das Zitat über die Konkurrenz. Sie erklärt, warum Apple Jahre nach Samsung kommt: Das Team hat auf eine Oberfläche gewartet, die es selbst entwickeln musste, statt eine verfügbare zu übernehmen. Ob sich die Falte dadurch tatsächlich besser hält, zeigt sich erst nach Monaten im Alltag, nicht zum Verkaufsstart.
Auf dem iPhone Duo lastet damit ein hoher Anspruch. Ternus hat Apples Rückstand bei Foldables über Jahre in Kauf genommen, um die Fehler der ersten Generation nicht zu wiederholen, und genau daran wird das Gerät jetzt gemessen.
Hat dich bisher die Falte von einem faltbaren Smartphone abgehalten oder eher der Preis? Schreib uns in die Kommentare, was für dich den Ausschlag gibt.





