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macOS 27 sieht auf dem neuen MacBook Pro aus wie auf jedem anderen Mac. Erst unter dem Finger verändern sich einzelne Bedienelemente, und Fenster lassen sich mit einer Wischbewegung ordnen. Die ersten Berichte vom Medientermin in Los Angeles zeigen, wie weit Apple dabei geht – und wo die Touch-Bedienung vorerst nur Klicks ersetzt.
Apple hat das MacBook Pro mit PROLED XDR Display am Mittwoch als ersten Mac mit Touchscreen vorgestellt. Display, Gewicht und Preise der beiden Größen sind seitdem vollständig bekannt. Wie sich macOS 27 im Alltag mit dem Finger bedienen lässt, beschreibt Apples Pressemitteilung im Newsroom nur in Grundzügen.
Mehr zeigen die Eindrücke von Journalisten, die das Gerät beim Termin „Pro and tell“ ausprobieren konnten, darunter Engadget und CNBC. Warum Apple nach Jahren der Ablehnung überhaupt Touch auf den Mac bringt, hat Apple-Chef John Ternus erklärt.
Das Wichtigste in Kürze
- macOS übersetzt Berührungen in Klicks, dadurch lassen sich viele Apps sofort per Finger bedienen
- Die Tasten zum Schließen, Minimieren und Vergrößern von Fenstern werden unter dem Finger etwas größer
- Fenster lassen sich per Doppeltipp auf volle Größe ziehen und per Wischbewegung an ihren Platz schieben
- Eigene Touch-Funktionen bekommen zuerst Logic Pro, Final Cut Pro und Pixelmator Pro, Drittanbieter wie Microsoft Office und DaVinci Resolve folgen später im Jahr
- Den Apple Pencil unterstützt das Display laut einem ersten Hands-on-Bericht nicht
Was Apple zur Touch-Bedienung bestätigt
Der Touchsensor sitzt laut Apple direkt im Displaypanel und liegt nicht als zusätzliche Schicht darüber, was die Verzögerung gering halten soll. Bedient wird per Wischen zum Scrollen, mit zwei Fingern zum Zoomen und per Ziehen und Ablegen, etwa von Folien zwischen zwei Präsentationen. Ein Doppeltipp zieht ein Fenster auf volle Bildschirmgröße, eine schnelle Wischbewegung schiebt es in eine Kachelposition.
Damit bestehende Programme ohne Anpassung funktionieren, übersetzt macOS jede Berührung automatisch in einen Klick. Für eigene Touch-Bedienung hat Apple die Gesten-Schnittstellen für Entwickler erweitert. Entwickler von iPhone- und iPad-Apps können deren Touch-Verhalten außerdem direkt auf dem Display des MacBook Pro testen.
Tastatur und Trackpad bleiben unverändert. Apple beschreibt Touch ausdrücklich als Ergänzung zu den gewohnten Tastenkürzeln und Trackpad-Gesten.
Erste Eindrücke vom Medientermin
Am deutlichsten sichtbar ist die Anpassung an den drei farbigen Tasten oben links in jedem Fenster. Sie werden etwas größer, sobald ein Finger sie berührt, und lassen sich dadurch leichter treffen. Darüber hinaus macht macOS nach Engadgets Eindruck kaum Zugeständnisse an die Touch-Bedienung. Auch CNBC beschreibt nur wenige sichtbare Veränderungen und betont, dass sich das Gerät vollständig ohne Touch nutzen lässt.
Größere Bedienflächen sollen auch in Apps von Drittanbietern kommen. Laut CNBC sagt Apple, dass Entwickler wie Microsoft und Adobe ihre Programme entsprechend anpassen können und werden.
Eine Einschränkung nennt Tom’s Guide nach dem Ausprobieren: Gezeichnet wird mit dem Finger, den Apple Pencil unterstützt das MacBook Pro nicht.
Vorab beschrieben, zurückhaltender umgesetzt
Vor der Vorstellung hatte Bloombergs Mark Gurman ein macOS beschrieben, das seine Bedienelemente danach ausrichtet, ob zuletzt Finger oder Trackpad im Spiel waren, und beim Antippen einer Schaltfläche ein Menü rund um den Finger öffnet. Die ersten Berichte aus Los Angeles schildern eine kleinere Umstellung: Die Oberfläche bleibt die gewohnte, einzelne Elemente reagieren auf die Berührung.
Vorbereitet war die Touch-Bedienung schon länger. In der dritten Beta von macOS 27.2 tauchte Code für Touch-Gesten in Fotos, Notizen, Safari und der Übersicht auf.
Profi-Apps bekommen die Touch-Funktionen zuerst
Über reine Klicks hinaus gehen vorerst vor allem Apples eigene Profi-Apps aus Apple Creator Studio. Die Updates erscheinen laut Apple im November im App Store, für bestehende Abonnenten ohne Aufpreis. Die angekündigten Drittanbieter-Apps sollen laut Apples Fußnote später in diesem Jahr folgen.
| App | Was per Touch hinzukommt | Verfügbar |
|---|---|---|
| Logic Pro | Software-Instrumente auf einer mehrstimmigen Bildschirmtastatur spielen, Akkord- und Drum-Pads antippen | November |
| Final Cut Pro | Bereiche markieren, Clips direkt platzieren, mit zwei Fingern in den Schnitt zoomen | November |
| Pixelmator Pro | Zeichnen, Malen und Auswählen direkt auf der Arbeitsfläche | November |
| Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Notion, Canva, Zoom, Lightroom, DaVinci Resolve, Blender, Cinema 4D, ZBrush, Shapr3D, djay Pro | Touch-Unterstützung angekündigt | später in diesem Jahr |
Ein Mac mit Touch, kein Touch-Mac
Ich halte die Zurückhaltung für den richtigen Weg. Wer das MacBook Pro wie bisher mit Tastatur und Trackpad bedient, merkt von der Touch-Bedienung kaum etwas, und wer zum Bildschirm greift, findet zumindest die wichtigsten Fenstertasten in fingertauglicher Größe.
Bis die angepassten Apps erscheinen, ersetzt der Finger in Office, Lightroom oder DaVinci Resolve allerdings vor allem den Mausklick. Ich rechne damit, dass sich erst mit diesen Updates zeigt, ob Touch am MacBook Pro mehr ist als eine Komfortfunktion. Wenn du vor allem mit dem Stift zeichnest, bleibt das iPad Pro die naheliegende Alternative zum MacBook Pro.
Reicht dir eine Touch-Bedienung, die vor allem Klicks ersetzt, oder wird sie für dich erst mit angepassten Apps wie Logic Pro oder DaVinci Resolve interessant? Verrate uns in den Kommentaren, welche App du zuerst mit dem Finger ausprobieren würdest.




