Apple hat diese Woche selbst ausgeplaudert, woran es arbeitet: Im eigenen Code stehen zwei iPads, ein HomePod und ein Apple TV, die noch niemand kaufen kann. Dazu kamen Neustarts bei gleich zwei neuen Geräten, eine Zahl aus dem Epic-Verfahren, die mehr erzählt als jeder Schriftsatz, und ein Gerichtsantrag, in dem OpenAI die Partnerschaft mit Apple nüchtern abrechnet.
Die Vorwoche stand noch ganz im Zeichen von Siri AI, das ohne EU-iPhones gestartet ist. Diese Woche ging es wieder um Hardware – um solche, die gerade in den Handel kam, und um solche, die erst noch kommt. Seit Dienstag stehen Mac mini und Mac Studio in den Läden, und die ersten Testberichte bestätigen die Vorab-Benchmarks mit weniger als einem Prozent Abweichung.
Spannender war, was Apple noch nicht verkauft. Am Freitag tauchten gleich vier neue Geräte in Apples eigener Software auf, und die HomePod-Software ist schon weiter als die Hardware, auf der sie irgendwann laufen soll.
🔥 Story der Woche: Vier neue Geräte im Apple-Code
Die Funde vom 25.09. stammen nicht aus der Lieferkette, sondern aus Apples eigenem Code. Damit ist belegt, dass Apple diese Geräte intern führt. Wann sie erscheinen und wie sie am Ende heißen, steht dort nicht.
Beim iPad mini 8 soll laut Code der A20 Pro arbeiten, also der Chip aus iPhone 18 Pro und iPhone Duo. Über Monate galt der A19 Pro als wahrscheinlich. Dazu wandert die Frontkamera an die lange Seite, am Displayrand sitzt eine Aussparung, die Tasten liegen oben. Das iPad 12 soll mit A19, 8 GB Arbeitsspeicher, N1 und C1X kommen – und damit erstmals Apple Intelligence ins Einsteiger-iPad bringen.
Aus demselben Code geht hervor, dass Apple den HomePod mini 2 und ein Apple TV 4K der vierten Generation vorbereitet. Beim Lautsprecher bleibt die Bauform, die Farbpalette ändert sich: Neben Weiß und Schwarz tauchen Grün, Pink und ein helleres Blau auf, Gelb und Orange fehlen. Das Apple TV trägt im Code das bekannte Gehäuse.
| Gerät | Was der Code zeigt |
|---|---|
| iPad mini 8 | A20 Pro, Frontkamera an der langen Seite, Aussparung am Displayrand |
| iPad 12 | A19, 8 GB Arbeitsspeicher, N1, C1X, Apple Intelligence |
| HomePod mini 2 | Bauform unverändert, fünf Farben mit Grün, Pink und hellerem Blau |
| Apple TV 4K (4. Generation) | bekanntes Gehäuse |
Beim iPad 12 rechnen wir nicht mit einem Start vor dem Frühjahr 2027. Das aktuelle iPad kam im März 2025, das iPad Air mit M4 im März 2026 – das Einsteigermodell hat seinen Termin damit eher im Frühjahr als im Herbst.
Die Software ist schon weiter als die Hardware
Die am 14.09. veröffentlichte HomePod-Software 27 enthält bereits das System hinter Siri AI, dazu einen neuen Leuchtring in Weiß, Blau und Orange und einen neuen Signalton. Aktiv ist davon nichts, die Versionshinweise erwähnen es nicht. Wir erwarten, dass Siri AI auf dem HomePod erst mit neuer Hardware startet.
Parallel dazu verbindet das Apple TV 4K in der Beta 2 von tvOS 27.2 erstmals vier HomePods zu einem Surround-System. Eine Zuordnung nach vorne und hinten gibt es noch nicht, alle vier spielen denselben Ton. Dolby Atmos aus Filmen läuft über alle Lautsprecher, Menü- und Spieleton nur vorne. Zusammen ergibt das ein klares Bild: Apple baut das Wohnzimmer in der Software um, bevor die Geräte dafür im Handel stehen.
📰 Was sonst wichtig war
Der Akkutausch beim iPhone 18 Pro wird riskant. Im Teardown riss der Displayrahmen bei drei von vier Geräten, die variable Blende mit sechs Lamellen gilt als praktisch nicht reparierbar. Apples EU-Datenblatt nennt einen Reparierbarkeitsindex von 3,14 und damit Klasse C.
Textur und Körnung bleiben den neuen Modellen vorbehalten. Apple hat die Fußnote in der Pressemitteilung angepasst: Die beiden neuen Regler der Fotografischen Stile gibt es nur auf iPhone 18 Pro und iPhone Duo, nicht auf älteren Geräten.
Die Diebstahlsperre nimmt im Code Gestalt an. Die Beta 2 von iOS 27.2 zeigt, wann das iPhone sich selbst sperren soll: fünf Signale wie eine starke Beschleunigung, ein längerer Netzverlust oder eine abgerissene Verbindung zur Apple Watch, dazu drei Gegenanzeigen wie ein vertrauter Ort. Aktiv ist die Funktion noch nicht, mit der fertigen 27.2 rechnen wir auch nicht damit.
Apple und Qualcomm verlängern ihre Patentlizenz. Die alte Vereinbarung läuft am 31.03.2027 aus, die Verlängerung nennt weder Laufzeit noch Bedingungen. Wie teuer ein Streit werden kann, hat Deutschland erlebt: Nach einem Urteil des Landgerichts München I verschwanden Anfang 2019 iPhone 7 und iPhone 8 aus den deutschen Apple Stores.
Apple TV füllt den Kalender bis in den Februar. Hugh Laurie spielt ab dem 06.01.2027 in The Wanted Man, acht Folgen bis zum 17.02. Die Peanuts-Klassiker laufen wieder gratis, das Weihnachtsspecial am 12. und 13.12. Und die deutsche Serie Wo ist Wanda? startet am 21.10. in die zweite Staffel.
💡 Gerücht der Woche: Kamera-Anhänger pausiert, Tracker ohne Display im Test
Aus einem einzigen Bloomberg-Bericht vom 22.09. stammen zwei Meldungen, die in entgegengesetzte Richtungen zeigen. Apple testet Prototypen eines Fitness-Trackers ohne Display: ein dünnes Stoffarmband mit Sensormodul, die Auswertung läuft über das iPhone. Das Projekt steckt in der Technologieprüfung, eine Entscheidung über einen Marktstart gibt es nicht.
Gleichzeitig liegt der KI-Anhänger mit Kamera auf Eis. Der Prototyp in der Größe eines AirTag war zuletzt für 2027 im Gespräch, ein neuer Zeitpunkt wurde nicht genannt. Bloomberg hat bei Apples Hardware-Plänen eine gute Trefferbilanz, beide Punkte sind aber ausdrücklich Prototypen ohne Termin.
Das einzige Wearable, das diese Woche tatsächlich in den Handel kam, war der Beats 360: 349,95 Euro, erstmals mit wechselbaren Ohr- und Bügelpolstern. Die Polster-Sets kosten regulär 59,95 Euro, zum Start 9,95 Euro.
📊 Zahl der Woche: 34
So viele von rund 136.000 Entwicklern im US-App-Store hatten sich binnen vier Monaten für externe Kauflinks angemeldet. Die Zahl steht im Verfahren zwischen Apple und Epic als Beleg dafür, wie wenig Entwickler den Weg nach draußen nutzen – rechnerisch einer von 4.000.
Diese Woche hat sich die US-Regierung vor dem Supreme Court zu Wort gemeldet und stützt Apple nur zum Teil. Die Missachtung wegen der 27-Prozent-Provision soll aufgehoben werden, die wegen der Button-Vorgaben bestehen bleiben. Epic hat bis zum 13.11. Zeit für eine Erwiderung.
👎 Flop der Woche: Neustarts zum Marktstart
Gleich zwei neue Geräte fielen in ihrer ersten Woche mit Abstürzen auf. Bei Apple Watch Series 12 und Ultra 4 hing die Neural Engine für rund zwei Sekunden, daraufhin erzwang das System einen Neustart. Das Zurücksetzen der Uhr half nicht allen, manchen nicht einmal ein Austauschgerät.
Beim iPhone 18 Pro lösten Face ID und ein verdeckter Sensor in Banking- und Foto-Apps Neustarts aus. Auf unseren beiden iPhone 18 Pro Max ließ sich der Fehler nicht nachstellen, gezielt reproduzierbar war er bei anderen Nutzern trotzdem.
Die Ursachen sind verschieden, die Behebung kam in beiden Fällen schnell. Für die Uhr erschien am 23.09. watchOS 27.0.1, fürs iPhone hat Apple ein Update für Anfang nächster Woche bestätigt. Beim iPhone 16 lagen 2024 zwischen Verkaufsstart und vergleichbarem Fix noch über fünf Wochen.
🔭 Was nächste Woche kommt
Zuerst das angekündigte iPhone-Update gegen die Face-ID-Neustarts. Ab Donnerstag, 01.10., gelten die neuen App-Store-Bedingungen in der EU mit gestaffelter Provision und dem Ende der beiden Zusatzgebühren. In der Schweiz greifen sie nicht.
Nach Beta 1 am 16.09. und Beta 2 am 21.09. rechnen wir im Lauf der Woche mit der dritten Beta von iOS 27.2. Und Apple TV startet in den Oktober: Am 02.10. kommen die K2-Doku und die zweite Staffel von The Sisters Grimm, zwei Wochen später folgt Tenzing.
💬 Meine Meinung
Zwei Gerichtsakten dieser Woche sagen zusammen mehr über Apple und OpenAI als jede Bühnenpräsentation. In Texas erklärt OpenAI, die ChatGPT-Anbindung in Apple Intelligence sei weit hinter den Erwartungen geblieben: kein Ausstrahlungseffekt, kaum zusätzliche Abos. Die Anbindung war ab Werk aus, und Siri fragte standardmäßig nach, bevor eine Anfrage an ChatGPT ging.
In Kalifornien streitet Apple zur selben Zeit mit OpenAI über mutmaßlich entwendete Hardware-Informationen. OpenAI will zwei von fünf neuen Apple-Gutachten streichen lassen, die Anhörung ist am 14.10. Im selben Verfahren verweist OpenAI selbst auf mehr als 400 frühere Apple-Mitarbeiter im eigenen Haus und nennt Ende Februar 2027 als frühesten Liefertermin für das erste eigene Gerät.
Aus dem Partner von 2024 ist ein Wettbewerber geworden, der mit Apples früheren Leuten an eigener Hardware baut. Die Klage über die schwache Nutzung sollte man dabei nicht zu wörtlich nehmen: In Texas hilft es OpenAI, die Partnerschaft kleinzureden, weil dort der Vorwurf einer Marktabschottung im Raum steht.
Für Apple ist die schwache Nutzung trotzdem keine Niederlage, sondern das Ergebnis einer Entscheidung. ChatGPT blieb eine Zusatzoption, die man bewusst einschalten musste, das Fundament von Siri AI sind Apples eigene Modelle, trainiert mit Hilfe von Gemini. Die eigentliche Frage ist deshalb nicht mehr, wer in Siri steckt, sondern ob OpenAIs erstes Gerät Menschen vom iPhone weglocken kann. Genau deshalb kämpft Apple in Kalifornien so hart um jedes Dokument.
📚 Aus unserem Archiv
Wer nach den Code-Funden überlegt, ob sich das Warten auf das nächste iPad lohnt, findet die aktuellen Modelle samt Apple-Preisen in unserer iPad Kaufberatung. Und bis die neue Diebstahlsperre kommt, bleibt der Schutz für gestohlene Geräte die wichtigste Einstellung gegen Diebe, die den Code kennen.
Eine Woche, in der Apples Code mehr verraten hat als jede Ankündigung und die Gerichte mehr über Partnerschaften als jede Pressemitteilung.
Würdest du für ein iPad mini mit A20 Pro oder ein Einsteiger-iPad mit Apple Intelligence auf die nächste Generation warten – oder reicht dir ein aktuelles Modell? Schreib uns in die Kommentare, welches der vier Geräte bei dir auf dem Zettel steht.
Bis nächsten Sonntag wünscht Apfelpatient eine entspannte Lektüre und einen guten Wochenstart.





