Beats stellt das neue Spitzenmodell seiner Over-Ear-Reihe vor. Ohr- und Bügelpolster lassen sich erstmals austauschen, dazu kommen IPX4-Schutz und die stärkste Geräuschunterdrückung, die die Marke bisher gebaut hat. Bestellbar ist der Kopfhörer ab sofort, im Handel steht er am Donnerstag.
Der Kopfhörer war seit Monaten absehbar. Im Mai tauchte ein Over-Ear-Modell von Apple in der FCC-Datenbank auf, kurz darauf zeigte sich ein unbekanntes Beats-Modell bei einem Fußballprofi. Jetzt hat Beats den 360 offiziell vorgestellt, wie die Mitteilung des Unternehmens beschreibt. Er kostet in Deutschland 349,95 Euro und liegt damit klar unterhalb der AirPods Max 2.
Das Wichtigste in Kürze
- Beats 360 kostet 349,95 Euro, bestellbar ab sofort, im Handel ab dem 24. September.
- Ohrpolster und Kopfbügelpolster lassen sich erstmals bei einem Beats-Kopfhörer tauschen.
- Vier Grundfarben: Schwarz, Wolke, Pink und Himmelblau, jeweils mit farblich passenden Polstern.
- Polster-Sets kosten regulär 59,95 Euro, zum Start vorübergehend 9,95 Euro.
- Der Beats Studio Pro kostet parallel dazu jetzt 299,95 Euro.
Wechselbare Polster als Kernidee
Das Alleinstellungsmerkmal steckt nicht in der Akustik, sondern im Zubehör. Serienmäßig liegen Polster aus Performance Knit bei: Memory Foam, umwickelt von einem atmungsaktiven Strickgewebe, dessen Stränge aus je 36 Mikrofäden bestehen. Sie sind auf Training und festen Sitz ausgelegt.

Daneben gibt es UltraPlush-Polster aus verarbeitetem Kunstleder, dasselbe Material wie beim Studio Pro und beim Solo 4. Beide Varianten decken jeweils Ohrmuscheln und Kopfbügel ab.
Die Farbauswahl ist bei den Sets größer als beim Kopfhörer selbst. Performance Knit gibt es in sechs Farben, also zusätzlich in Navy und Volt, UltraPlush in Schwarz und Wolke.
| Position | Preis in Deutschland |
|---|---|
| Beats 360 | 349,95 Euro |
| Polster-Set, regulär | 59,95 Euro |
| Polster-Set, Einführungspreis | 9,95 Euro |
| Beats Studio Pro, neuer Preis | 299,95 Euro |
Was in der Akustik steckt
Beats hat für den 360 eine eigene Akustikplattform gebaut, mit Treibern, die ausschließlich für dieses Modell entwickelt wurden. Die Membranen sind dreilagig ausgeführt, je Treiber sitzen zwei Neodym-Magnete.
Die Geräuschunterdrückung ist laut Hersteller die bisher stärkste der Marke. Genannt wird bis zu 1,75-mal mehr Gesamtdämpfung als beim Studio Pro, gemessen nach IEC 60268-24. Der Wert umfasst ausdrücklich aktive und passive Dämpfung zusammen, ist also kein reiner ANC-Vergleich.
Neun digitale MEMS-Mikrofone sind verbaut: acht für die Geräuschunterdrückung, drei für die Stimme, zwei davon übernehmen beide Aufgaben. Bei Telefonaten hebt ein Beamforming-Mikrofon die Stimme hervor.
Die Akkuangabe hat eine Fußnote
Beats nennt bis zu 32 Stunden Laufzeit, sowohl mit Adaptivem EQ bei abgeschalteter Geräuschunterdrückung als auch mit aktivem ANC und personalisiertem 3D Audio. Fünf Minuten Laden reichen laut Hersteller für eine Stunde Wiedergabe.
Ein dritter Wert steht nur in der Fußnote zur Messung: Im Transparenzmodus sinkt die Laufzeit auf 24 Stunden. Wer viel mit Umgebungswahrnehmung hört, verliert also acht Stunden gegenüber der beworbenen Zahl – eine Angabe, die es nicht in den Fließtext der Mitteilung geschafft hat.
Eigener Chip statt Apple-Silizium
Technisch geht Beats einen anderen Weg als Apples eigene Kopfhörer. Im 360 arbeitet ein eigens entwickelter Beats-Chip, nicht der H-Chip aus AirPods und AirPods Max. Für die Verbindung kommt Class-1-Bluetooth in Version 5.3 zum Einsatz.
Der Ansatz hat einen Grund: Der Kopfhörer soll auf beiden Plattformen gleich gut laufen. Auf iPhone und Mac gibt es Kopplung mit einem Tipp, „Hey Siri”, automatisches Umschalten zwischen Geräten, Audiofreigabe, personalisiertes 3D Audio mit dynamischer Kopfverfolgung und „Wo ist?” samt Ortung über das Netzwerk – Letzteres setzt iOS 27 voraus. Auf Android laufen Fast Pair, Find Hub und das automatische Umschalten.
Die Bedienung sitzt auf den Rückseiten der Ohrmuscheln: rechts eine Wippe für die Lautstärke und eine Taste für Wiedergabe und Anrufe, links die Ein-Aus-Taste und eine eigene Taste für die Hörmodi.
Erstmals wasserfest, und das hat Folgen
Der 360 ist der erste Over-Ear von Beats mit Schweiß- und Wasserschutz nach IPX4. Möglich wurde das laut Hersteller durch die Auslegung der hinteren Akustikkammer und der internen Elektronik.
Bemerkenswert ist, was Beats dafür aufgegeben hat. Der Kopfhörer ist konsequent kabellos ausgelegt, wodurch im Bügel Platz frei wurde, den die Entwickler in Gewichtsverteilung und Anpressdruck gesteckt haben. Ein Klinkenanschluss für kabelgebundenes Hören, wie ihn der Studio Pro bietet, ist in der Mitteilung nicht genannt.
Preislich zwischen den eigenen Modellen
Mit 349,95 Euro setzt sich der 360 an die Spitze der Beats-Reihe und schiebt den Studio Pro nach unten, der zeitgleich auf 299,95 Euro fällt. Nach oben bleibt Abstand zu den AirPods Max 2.

Für DACH-Käufer ist vor allem die Rechnung mit den Polstern interessant. Ein zusätzliches Set kostet regulär 59,95 Euro und damit rund ein Sechstel des Kopfhörerpreises. Der Einführungspreis von 9,95 Euro gilt nur befristet bis zum 31. Oktober, solange der Vorrat reicht, und ist auf drei Sets je Kunde begrenzt. Die englische Fassung der Mitteilung führt Deutschland in ihrer Beispielliste der beteiligten Märkte nicht auf, die deutschen Angaben nennen den Preis dagegen ausdrücklich. Wer Farben wechseln will, kauft also besser in den kommenden fünf Wochen. Neben dem Apple Store ist der Beats 360 auch bei Amazon gelistet.
Wir erwarten, dass genau dieses Zubehörgeschäft der Punkt ist, auf den Beats zielt. Ein Kopfhörer, dessen Aussehen sich für zehn Euro ändern lässt, bindet Käufer anders als einer, der ab Werk fertig ist – und nach Ablauf der Aktion kostet derselbe Wechsel das Sechsfache.
Würdest du für einen Kopfhörer extra Polster in mehreren Farben kaufen, oder ist der Wechselbügel für dich eher eine Lösung für ein Problem, das du nicht hast? Schreib uns in die Kommentare, wie du das siehst.



