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Zum ersten Mal stand John Ternus als CEO vor den Analysten, und er konnte einen Rekord vorlegen. Gleichzeitig kündigt Apple für das Weihnachtsquartal Engpässe an, und die Marge sinkt. Dazu kommen eine Spyware-Warnung, die bis in den Bundestag reicht, und eine Health-App, die wieder ohne Deutsch kommt.
Die Woche drehte sich um den Montagabend. Apple hat die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal vorgelegt, und danach folgte die erste Telefonkonferenz unter neuer Führung. Mit iOS 27.3 Beta 1 ging außerdem die nächste Testrunde los, und am Freitag kamen die Oktober-Neuheiten in den Handel. Abseits der Produkte beschäftigten Apple zwei Gerichtsverfahren in den USA und eine Warnwelle vor Söldner-Spyware, die auch deutsche Abgeordnete erreicht hat.
🔥 Story der Woche: Ternus’ erstes Quartal schließt mit Rekord und Engpass
Apple hat das September-Quartal mit 114,48 Milliarden Dollar Umsatz abgeschlossen. Das sind 11,7 Prozent mehr als im Vorjahr und mehr als die 9 bis 11 Prozent, die Apple selbst in Aussicht gestellt hatte. Der Gewinn je Aktie liegt bei 2,10 Dollar, darin stecken 5 Cent aus Zoll-Rückerstattungen. Über das ganze Geschäftsjahr kommt Apple auf 478,83 Milliarden Dollar, 15,1 Prozent mehr als im Vorjahr.
| Sparte | Q4 2026 | Q4 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| iPhone | 57,58 Mrd. $ | 49,03 Mrd. $ | +17,5 % |
| Mac | 10,79 Mrd. $ | 8,73 Mrd. $ | +23,7 % |
| iPad | 6,23 Mrd. $ | 6,95 Mrd. $ | −10,4 % |
| Wearables, Home und Zubehör | 8,30 Mrd. $ | 9,01 Mrd. $ | −7,9 % |
| Services | 31,57 Mrd. $ | 28,75 Mrd. $ | +9,8 % |
| Gesamt | 114,48 Mrd. $ | 102,47 Mrd. $ | +11,7 % |
Am stärksten wuchs Großchina mit 21 Prozent auf 17,54 Milliarden Dollar, Europa legte um 11,5 Prozent auf 32,01 Milliarden Dollar zu. Zahlen für Deutschland weist Apple nicht separat aus.
Neue Rollen in der Telefonkonferenz
In seiner ersten Telefonkonferenz als CEO teilte sich Ternus die Fragen mit Finanzchef Kevan Parekh und erstmals mit COO Sabih Khan. Ternus übernahm Produkte, Siri AI und den Einstieg in die Speicherfrage, Khan die Lieferkette. Siri verarbeitet laut Ternus täglich mehr als 2,5 Milliarden Anfragen. Die aktuellen Speicherpreise nannte er beispiellos, die Abnahmeverpflichtungen für die Fertigung stiegen von Juni bis September um 33 Milliarden Dollar.
Für das Dezember-Quartal erwartet Apple laut Khan Engpässe bei Mac und iPad, vor allem wegen des Speichers. Beim iPhone Duo nennt Ternus gegenüber Reuters keinen Termin, zu dem der Engpass endet. Stand heute sei das Gerät knapp, der Hochlauf der Fertigung laufe aber gut. Am Abend der Zahlen nannte der deutsche Apple Store online für alle Konfigurationen den 25. Januar 2027 als Liefertermin. Wegen Displayproblemen sei laut Ternus nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Geräte zurückgekommen, Apple tausche sie aus.
Bestes Quartal, schmalere Marge
Für das laufende Quartal erwartet Apple 7 bis 10 Prozent Wachstum. Gegenüber den 143,76 Milliarden Dollar aus dem Vorjahr wären das rechnerisch 153,8 bis 158,1 Milliarden Dollar und damit das beste Quartal der Firmengeschichte. Laut Parekh spiegelt die Prognose ein begrenztes Angebot wider. Die Bruttomarge soll bei 45 bis 46 Prozent liegen, nach 48,2 Prozent vor einem Jahr. Weil die Betriebsausgaben gleichzeitig auf 20,4 bis 20,8 Milliarden Dollar steigen, bliebe der Betriebsgewinn trotz Rekordumsatz rechnerisch etwa auf Vorjahreshöhe.
Services: große Basis, weniger Tempo
Bei den Services verweist Apple auf mehr als 2,5 Milliarden aktive Geräte und über 1,5 Milliarden bezahlte Abos. Das Wachstum der Sparte geht aber zurück, von 16,3 Prozent im März-Quartal auf 9,8 Prozent im September-Quartal. Für das Dezember-Quartal stellt Apple nur noch 8 bis 9 Prozent in Aussicht.
📰 Was sonst wichtig war
Apple warnt Abgeordnete und Regierungsmitglieder vor Spyware. Seit dem 29. Oktober zeigen iPhones von Bundestagsabgeordneten und Mitgliedern der Bundesregierung eine Bedrohungsbenachrichtigung von Apple an. Digitalminister Karsten Wildberger hat das am 1. November bestätigt, das BSI rät, die Geräte vorsorglich als kompromittiert zu behandeln. Ob ein Angriff gelungen ist, geht aus der Warnung nicht hervor. Die aktuelle Welle erreichte nach Angaben des Sicherheitsforschers Costin Raiu Nutzer in 99 Ländern, seit 2021 hat Apple nach eigenen Angaben in mehr als 150 Ländern gewarnt.
iOS 27.3 Beta 1 ist umfangreich. Die erste Beta von iOS 27.3 bringt die neue Health-App zurück und gibt Standby die Neuerungen des iPhone Duo auf allen kompatiblen iPhones. Safari bekommt vertikale Tabs und einen adaptiven Dunkelmodus, das Duo einen Einhandmodus fürs Außendisplay. Live Rewind und die Siri-Zusammenfassung in watchOS 27.3 laufen nur auf Englisch und sind in der EU zunächst nicht verfügbar. Im chinesischen Newsroom kündigt Apple an, dass die Funktionen für China im Dezember mit iOS 27.3 erscheinen, das Zeitfenster aus den Vorjahren steht im Ausblick auf iOS 27.3.
Die Oktober-Neuheiten sind im Handel. Seit Freitag sind MacBook Pro, iMac und iPad mini erhältlich, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vorab waren die ersten Testberichte zum iPad mini mit A20 Pro und zum MacBook Pro mit PROLED XDR Display erschienen.
Zwei US-Verfahren bekommen neue Termine. Der Supreme Court verhandelt Apple gegen Epic am 11. Januar 2027, es geht dort um die Rechtsgrundlage der Missachtungsfeststellung und nicht um die Höhe der Provision. Im Kartellverfahren des US-Justizministeriums läuft die Beweisaufnahme zu Tatsachen jetzt bis zum 28. Mai 2027, die zu Gutachten bis zum 5. November 2027. Einen Prozesstermin gibt es weiterhin nicht. Beide Verfahren betreffen den US-Markt, nicht den App Store hierzulande.
💡 Gerücht der Woche: Die große HomeView soll selbstständig handeln
Apple arbeitet laut einem Bericht von The Information an einer größeren HomeView mit Roboterarm. Ein 9-Zoll-Display soll an einem schwenkbaren Arm sitzen, Kamera und Sensoren sollen die Umgebung erfassen. Das Gerät soll dann selbst handeln, etwa das Licht einschalten, wenn jemand den Raum betritt, oder eine Katze vom Tisch scheuchen. Angepeilt sind 2027 und rund 1.000 Dollar in den USA, möglicherweise wird es aber 2028.
Neu ist der Bericht über einen internen Streit. Die Hardware soll weitgehend feststehen, umstritten sei aber die Software, also was die erste Generation überhaupt können soll. Display und Zeitraum decken sich mit früheren Bloomberg-Berichten. Beide Redaktionen stützen sich auf ungenannte Quellen, und The Information lag im Januar mit einem drehbaren Sockel für die erste HomeView falsch. Die aktuelle HomeView kostet in den USA ab 299 Dollar, das Robotermodell läge beim gut Dreifachen.
📊 Zahl der Woche: 50
Auf Apple entfiel im dritten Quartal laut Counterpoint Research die Hälfte des weltweiten Smartphone-Umsatzes. Samsung liefert mit 22 Prozent der Geräte die meisten Smartphones aus, kommt beim Umsatz aber nur auf 19 Prozent. Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt bei Samsung bei 367 Dollar und im gesamten Markt bei 442 Dollar, bei Apple stieg er um 19 Prozent.
Der Gesamtmarkt lieferte 19 Prozent weniger Geräte aus als im Vorjahr, der Umsatz stieg trotzdem um 3 Prozent. Weniger, dafür teurere Geräte halten den Markt zusammen, und davon profitiert vor allem Apple.
👎 Flop der Woche: Die Health-App lernt elf Sprachen, Deutsch ist nicht dabei
Mit iOS 27.3 Beta 1 ist die überarbeitete Health-App wieder im Test, und Apple nennt erstmals die Sprachen. Statt nur US-Englisch werden es elf Sprachvarianten, darunter Französisch, Japanisch, Norwegisch, Türkisch und Vietnamesisch. Deutsch fehlt, ein Termin dafür steht nicht in Apples Mitteilung.
Die Lücke wiegt schwerer, weil die App ein Gerät mit Apple Intelligence voraussetzt, und Apple Intelligence beherrscht Deutsch längst. Von dessen 16 Sprachen fehlen in der Health-App Deutsch, Dänisch, Italienisch, Niederländisch und Schwedisch. In der Telefonkonferenz am Montag zählte Ternus für Siri AI ebenfalls fünf Sprachen auf, auch dort ohne Deutsch.
| Datum | Schritt |
|---|---|
| 9. September 2026 | Apple stellt die neue Health-App vor |
| 16. September 2026 | iOS 27.2 Beta 1 enthält die App zum Testen |
| 13. Oktober 2026 | iOS 27.2 Beta 4 entfernt sie wieder |
| 3. November 2026 | iOS 27.3 Beta 1 bringt sie zurück, mit neuen Sprachen ohne Deutsch |
🔭 Was nächste Woche kommt
Montag, 9. November: Im Kartellverfahren des Justizministeriums ist um 16:30 Uhr deutscher Zeit eine Anhörung per Video angesetzt. Es geht um den Zeitplan und den Stichtag für Apples interne Dokumente.
Dienstag, 10. November: Für die Zocker unter uns beginnt der Preload von GTA 6. Auf der PS5 startet er um Mitternacht Ortszeit, auf der Xbox Series X|S um 1 Uhr deutscher Zeit. Rockstar nennt bis zu 212 GB Speicherbedarf.
Freitag, 13. November: Das neue Apple TV 4K und die HomeView kommen in den Handel. Die HomeView startet dabei weder in der EU noch in der Schweiz. Beim Streamingdienst Apple TV beginnen die Thriller-Serie „12 12 12“ und das Special „Snoopy Presents: 12 Days of Snoopy“. Im Supreme-Court-Verfahren läuft am selben Tag die Frist für Epics Schriftsatz ab.
Wochenende 14. und 15. November: „A Charlie Brown Thanksgiving“ lässt sich kostenlos streamen.
💬 Meine Meinung
Zwei Zahlen aus dieser Woche passen auf den ersten Blick nicht zusammen. Apple hat im Geschäftsjahr 2026 45,8 Milliarden Dollar in die Forschung gesteckt, 32 Prozent mehr als im Vorjahr, und begründet das vor allem mit Infrastruktur und KI. Gleichzeitig dürfen einige Ingenieure seit Oktober nur noch 200 statt 300 Dollar am Tag für KI-Modelle ausgeben.
Ich halte das nicht für einen Widerspruch, sondern für dieselbe Rechnung. Die Marge sinkt im Weihnachtsquartal auf 45 bis 46 Prozent, die Speicherpreise steigen, und die Abnahmeverpflichtungen sind in drei Monaten um 33 Milliarden Dollar gewachsen. Das große Geld fließt in Rechenzentren, Chips und Speicher, gespart wird dort, wo es einzelne Teams betrifft. Das Token-Budget ist dabei weniger eine Sparmaßnahme als ein Signal, dass KI-Nutzung bei Apple unter Ternus zur Kostenfrage wird.
Dieselbe Rechnung steckt in einer Antwort, die Ternus in der Konferenz gab: Für Nutzungsgrenzen bei serverbasierten Funktionen soll es einen erweiterten Zugang gegen Bezahlung geben. Ich rechne damit, dass Apple KI auch bei Kunden stärker nach Verbrauch abrechnet. Hierzulande trifft das vorerst wenige, denn solange Siri AI und die Health-App kein Deutsch sprechen, gibt es hier kaum etwas, wofür sich ein Aufpreis lohnen würde.
📚 Aus unserem Archiv
Die Warnung an Abgeordnete und Regierungsmitglieder nennt auch den Schutz, den Apple Betroffenen rät: Der Blockierungsmodus für iPhone, iPad und Mac sperrt viele Angriffswege. Allen anderen empfiehlt Apple Updates und die Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Apple Account.
Eine Woche mit Rekordzahlen, in der Apple an Grenzen stößt: beim Speicher, bei der Menge und bei den Sprachen.
Apple erwartet das beste Quartal seiner Geschichte, kann aber Duo, Mac und iPad nicht in ausreichender Menge liefern. Hast du vor Weihnachten ein Gerät bestellt und wartest noch, oder hat dich die Lieferzeit vom Kauf abgehalten? Schreib uns in den Kommentaren, welches Gerät es ist und welchen Liefertermin Apple dir nennt.
Bis nächsten Sonntag wünscht Apfelpatient eine entspannte Lektüre und einen guten Wochenstart.





