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Drei Tage vor dem Verkaufsstart liegen die ersten Tests zum neuen iPad mini vor. Das OLED-Display kommt überall gut an, fast alle Tester stören sich aber am selben Punkt. Beim Akku gehen die Ergebnisse dagegen weit auseinander.
Am 6. November kommt das iPad mini mit A20 Pro in den Handel, die jüngste Generation der iPad-mini-Reihe, in Deutschland ab 749 Euro. Seit dem 3. November sind die ersten Tests online, unter anderem von Engadget, TechRadar, Macworld und Gizmodo. Dazu kommen Eindrücke von MacRumors nach rund einer Woche und von 9to5Mac.
Die Tester beschreiben das Gerät fast durchweg als großes Update. Ihre Kritik zielt auf die Bildwiederholrate und den Preis.
Das Wichtigste in Kürze
- Das OLED-Display gilt als größter Fortschritt, die Bildwiederholrate von 60 Hz für fast alle Tester als größte Schwäche.
- Leistung ist für die Tester kein Thema, der Vorsprung auf den Vorgänger ist deutlich.
- Bei den Laborwerten zum Akku liegen 10:10 und 14:24 Stunden nebeneinander, je nach Testverfahren.
- Beim Klang der neuen Lautsprecher widersprechen sich die Tests.
- Das 512-GB-Modell hat einen Effizienz-Kern mehr und die doppelte Neural Engine.
So fallen die Urteile aus
| Test | Urteil | Akkulaufzeit |
|---|---|---|
| Engadget | 8,5 von 10 | rund 5 bis 6 Stunden bei starker Nutzung, nahe an 10 Stunden bei leichteren Aufgaben, Akkutest noch offen |
| TechRadar | 4,5 von 5 | 14:24 Stunden im Labortest, Vorgänger 10:36 Stunden |
| Macworld | 4 von 5 | 10:10 Stunden Video bei 200 Nits |
| Gizmodo | 4 von 5 | ein ganzer Tag mit Surfen und Streaming |
| Man of Many | Empfehlung, keine Note | 9,5 bis 10 Stunden aktive Nutzung, rund 8,5 Stunden über 5G |
Am weitesten geht Kyle Barr von Gizmodo, der das kleinste iPad zu seiner ersten Wahl erklärt:
Müsste ich mich für ein einziges iPad aus Apples Reihe entscheiden, würde ich jedes Mal dieses kleine nehmen.
TechRadar nennt das Gerät eine „absolute Freude“ im Gebrauch. Engadget hält den Preisaufschlag für fair, fragt aber, ob er den meisten Käufern das Upgrade wert ist.
OLED überzeugt, 60 Hz bleibt das Ärgernis
Beim Display sind sich die Tests einig. Der Wechsel auf OLED bringt deutlich besseren Kontrast und tiefes Schwarz, dazu steigt die Helligkeit laut Apple auf 600 Nits im Alltag und 1.200 Nits bei HDR. Das Display wächst durch schmalere Ränder von 8,3 auf 8,5 Zoll.
Fast alle Tests kritisieren dagegen, dass das iPad mini bei 60 Hz bleibt und ProMotion fehlt. Man of Many nennt das bei einem Pro-Chip ein seltsames Versäumnis, 9to5Mac spricht von einem unglaublich frustrierenden Punkt. Gizmodo hält 120 Hz dagegen für etwas, das die meisten Käufer gar nicht bemerken oder nutzen würden.
Zum optionalen Nanotexturglas, das es ab 256 GB gibt, fallen die Urteile gemischt aus. Engadget und TechRadar loben es bei hellem Licht. Gizmodo würde das Gerät lieber ohne nehmen, weil das Glas einige der besten Eigenschaften von OLED dämpfe. 9to5Mac sieht nur einen sehr geringen Verlust an Farbbrillanz.
Der Chip ist schnell, die Messwerte gehen auseinander
Der A20 Pro lässt in den Tests kaum Wünsche offen. Macworld nennt rund 50 Prozent mehr CPU-Leistung als beim A17 Pro und 180 Prozent mehr bei der GPU, ohne Testprogramm und Modell anzugeben. TechRadars Geekbench-6-Werte liegen mit 4.720 Punkten im Single-Core und 12.697 im Multi-Core gegenüber 2.829 und 6.938 beim Vorgänger deutlich darüber.
TechRadars Werte stammen vom 512-GB-Modell. Mit 128 und 256 GB fehlt ein Effizienz-Kern, 5 statt 6 CPU-Kerne, dazu gibt es nur eine statt der doppelten Neural Engine. 9to5Mac rät trotzdem, den Speicher nach Bedarf zu wählen und nicht nach der CPU. Gizmodo beobachtet zudem, dass die Leistung unter dem Smart Folio sinkt, vermutlich wegen der Wärmeabfuhr.
Engadget spielte Control und No Man’s Sky ohne Probleme, und das Gerät hat laut Xcode 12 GB Arbeitsspeicher. Für produktives Arbeiten empfiehlt Gizmodo trotzdem ein größeres iPad, auf dem kleinen Display passen höchstens zwei Fenster nebeneinander.
Akku und Lautsprecher: Die Tests widersprechen sich
Die Akkuwerte in der Tabelle lassen sich nicht direkt vergleichen, weil jeder Test anders misst. Die 14:24 Stunden von TechRadar stammen aus dem Labortest, Macworld kommt mit Video bei 200 Nits auf 10:10 Stunden, was Apples Angabe von bis zu 10 Stunden entspricht. Engadgets 5 bis 6 Stunden gelten für starke Nutzung, ein voller Akkutest steht dort noch aus.
Der Akku ist kleiner als beim Vorgänger, laut Apple 18,9 statt 19,3 Wh. Im EU-Datenblatt kommt das Gerät trotzdem auf 78 statt 67 Stunden im Prüfzyklus. Schneller lädt es auch: Laut Apple sind mit einem Netzteil ab 35 Watt in etwa 30 Minuten bis zu 50 Prozent erreicht, das Netzteil liegt nicht bei.
Keine Einigkeit gibt es beim Klang der neuen Acoustic-Display-Lautsprecher. Engadget lässt den Vorgänger daneben blechern klingen, TechRadar ist beeindruckt und 9to5Mac nennt den Klang gut. Macworld hält die neuen Lautsprecher dagegen weiterhin für blechern, MacRumors sieht sie etwa auf dem Niveau des Vorgängers und in Teilen besser.
Wofür sich das iPad mini trotz 60 Hz lohnt
Ich lese aus den Tests vor allem eine Empfehlung für Nutzer, die ein kleines Tablet wirklich wollen. Wer lesen, Serien schauen oder Notizen machen möchte, bekommt laut TechRadar das bislang beste iPad mini. Für längeres Arbeiten raten Gizmodo und Macworld eher zu einem größeren iPad.
Den Preis von 749 Euro finde ich dabei die höhere Hürde als die 60 Hz. Ob sich der Schritt lohnt, hängt stark vom Ausgangsgerät ab, wie der Vergleich mit dem A17-Pro-Modell zeigt. MacRumors rät vor allem Besitzern eines iPad mini 6 oder älter zum Wechsel.
Das iPhone Duo ersetzt laut Man of Many kein iPad, und innerhalb der iPad-Reihe bleibt das mini das Gerät für alle, denen ein iPad Air zu groß ist.
Wäre das iPad mini für dich mit 60 Hz gekauft, oder ist das bei 749 Euro der Punkt, an dem du aussteigst? Erzähl uns in den Kommentaren, ob du zuschlägst oder wartest.





