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Apple weitet den Fragebogen zur Altersfreigabe erneut aus. Ab dem 16. November müssen Entwickler angeben, ob ihre App den Standort mit anderen teilt oder Dating und romantische virtuelle Begleiter bietet. Wer die zweite Frage bejaht, bekommt mindestens eine Freigabe ab 18.
Apple hat die Änderung am 2. November in einer Mitteilung an Entwickler angekündigt. Die neuen Angaben sollen dafür sorgen, dass die Altersfreigabe die Funktionen einer App korrekt abbildet und lokalen Vorschriften entspricht.
Damit wächst der Fragebogen, den jede App im App Store durchläuft, weiter. Für Eltern knüpft das an den Ausbau der Kindersicherung in iOS 27 an, denn die Altersfreigabe entscheidet mit darüber, welche Apps auf dem Gerät eines Kindes landen.
Das Wichtigste in Kürze
- App Store Connect fragt ab dem 16. November zwei neue Punkte ab: „Shared Location“ und „Dating and Relationships“.
- Die Angaben werden beim nächsten App-Update oder bei einer Änderung am Fragebogen fällig, für alle Apps spätestens am 12. Januar 2027.
- Apps mit „Dating and Relationships“ bekommen mindestens die Freigabe 18+.
- „Shared Location“ muss die Mindestfreigabe nicht in jeder Region verändern, in Brasilien führt die Angabe zu A16.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz wirkt die Freigabe vor allem bei Kinderaccounts.
Diese zwei Angaben kommen dazu
Beide Punkte sind neue Angaben im Fragebogen zur Altersfreigabe, den Entwickler in App Store Connect ausfüllen. Apple definiert sie so:
- Shared Location: Der reale Standort wird mit einer anderen Person oder einer Gruppe geteilt.
- Dating and Relationships: Die App ermöglicht Dating oder Beziehungen zwischen echten Personen und/oder sie bietet einen virtuellen Begleiter, der Nutzer in sexuelle oder romantische Inhalte einbindet.
Zwischen dem Start am 16. November und der Frist am 12. Januar liegen 57 Tage. Wer vorher ein Update einreicht oder den Fragebogen ändert, muss die Angaben schon dann machen.
Bei den virtuellen Begleitern geht Apple über Dating im engeren Sinn hinaus. Schon bei der Neuordnung der Altersstufen verlangte das Unternehmen im Juli 2025, dass Entwickler KI-Assistenten und Chatbots bei der Bewertung berücksichtigen. Nun steht der romantische oder sexuelle Begleiter ausdrücklich in der Definition. Ein Freibrief ist die Stufe 18+ nicht: Pornografie bleibt im App Store verboten, wie auch die jüngste Verschärfung der App-Store-Richtlinien zeigt.
Dritte Runde in gut 15 Monaten
Der Fragebogen hat sich seit Sommer 2025 deutlich verändert. Jede Runde brachte neue Pflichtangaben:
| Mitteilung | Änderung | Frist |
|---|---|---|
| 24.07.2025 | Neue Stufen 13+, 16+ und 18+, Pflichtfragen zu In-App-Steuerelementen, Funktionen sowie Gesundheits- und Gewaltthemen | 31.01.2026 |
| 09.07.2026 | Fragen zu Social-Media-Funktionen, passend zu den Zeitkontingenten in iOS 27 | Pflicht bei Einreichungen ab September 2026 |
| 02.11.2026 | „Shared Location“ und „Dating and Relationships“ | ab 16.11.2026 bei Einreichungen, spätestens 12.01.2027 |
Die Social-Media-Fragen vom Juli haben eine sichtbare Folge: Betroffene Apps zeigen auf ihrer Produktseite einen eigenen Hinweis, und die Angabe entscheidet, ob eine App bei den Zeitkontingenten als Social Media zählt.
Brasilien schreibt feste Stufen vor
Konkrete Werte für ein einzelnes Land nennt Apple nur für Brasilien. Dort führt „Shared Location“ zur Stufe A16 und „Dating and Relationships“ zur Stufe A18.
Das geht auf die Altersklassifizierung des brasilianischen Justizministeriums zurück. Die Meldung zu dessen Leitfaden vom November 2025 sortiert Apps, die Daten und Standort teilen, bei 16 Jahren ein. Apps, die als Beziehungswerkzeug dienen, gehören zur Stufe 18.
Für Eltern-Apps gibt es einen möglichen Ausweg. Die zugrunde liegende Verordnung vom Oktober 2025 zählt die Standortfreigabe bei Anwendungen zur Kinderüberwachung nicht als Kriterium. Apple verweist darauf, dass Entwickler beim Ministerium eine offizielle Einstufung beantragen können, wenn sie eine niedrigere Stufe für gerechtfertigt halten, etwa bei Standortfreigabe zwischen Eltern und Kindern.
Tinder steht schon bei 18+, Life360 bei 4+
Im deutschen App Store sieht die Ausgangslage je nach Funktion sehr unterschiedlich aus. Das zeigen vier bekannte Apps am 3. November 2026:
| App | Funktion | Freigabe im deutschen App Store |
|---|---|---|
| Tinder | Dating | 18+ |
| Character AI | Chat mit KI-Figuren | 18+ |
| Chat, Live-Standort | 13+ | |
| Life360 | Standort in der Familie | 4+ |
Für eine Dating-App wie Tinder ändert die neue Regel am sichtbaren Wert also nichts. Spannender ist die Standortfrage, weil sie Apps trifft, die heute deutlich niedriger eingestuft sind.
Die Angabe ist für alle Apps Pflicht, muss laut Apple aber nicht in jeder Region die Mindestfreigabe verändern.
Erwachsene merken hierzulande wenig, Familien schon
Die Freigabe 18+ hat je nach Land sehr unterschiedliche Folgen. Seit Februar gilt in Australien, Brasilien und Singapur eine strengere Altersprüfung im App Store: 18+-Apps lassen sich dort nur nach bestätigter Volljährigkeit laden. Apples Übersicht der Altersanforderungen führt die Bestätigung für Erwachsene außerdem für Südkorea, Großbritannien und Texas auf. Deutschland, Österreich und die Schweiz stehen nicht darauf. Für die EU liegt mit dem EU KIDS Act ein Vorschlag der Kommission vor, der App Stores stärker in die Pflicht nehmen soll.
Ich rechne deshalb damit, dass Erwachsene in diesen drei Ländern die Änderung kaum bemerken. Ich erwarte vor allem zusätzliche Hinweise auf der Produktseite, so wie sie bei Social Media bereits eingeführt wurden.
Anders sieht es bei Kinderaccounts aus. Pflicht sind sie laut derselben Übersicht in Deutschland für unter 16-Jährige, in Österreich für unter 14-Jährige und ansonsten für unter 13-Jährige, was auch die Schweiz betrifft. Eltern können sie bis 18 nutzen. Dort greifen altersbasierte Beschränkungen im App Store, und liegt eine App über der erlaubten Stufe, können Kinder um eine Ausnahme bitten.
Ich halte den virtuellen Begleiter für den wichtigsten Teil der Änderung. Romantische oder sexuelle KI-Chats gehören nicht auf das Gerät eines Kindes, und die Freigabe 18+ zieht diese Grenze nun ausdrücklich. Sie hängt allerdings an der Angabe des Entwicklers im Fragebogen. Eltern sollten deshalb nicht allein auf die Stufe vertrauen, sondern selbst prüfen, welche Apps auf dem Gerät liegen, und die Einstellungen der Kindersicherung nutzen.
Für den Standort innerhalb der Familie bleibt die Freigabe über die Familienfreigabe der naheliegende Weg. Den Apps selbst können Eltern außerdem die Altersgruppe ihres Kindes mitteilen, damit diese Inhalte passend filtern.
Gehört eine App, die den Standort teilt, für dich überhaupt in die Altersfreigabe, oder ist genau das bei Kindern der Grund, warum Eltern sie installieren? Erzähl uns in den Kommentaren, wie ihr das in der Familie regelt.





