Einen Tag vor dem Verkaufsstart liegen die ersten Tests zum Mac mini mit M6 und zum Mac Studio mit M5 Ultra vor. Beide Geräte überzeugen bei der Leistung, und bei beiden stört dasselbe: der Preis. Die Messwerte bestätigen dabei auch, was vor dem Marktstart durchgesickert war.
Apple hatte beide Desktop-Macs am 25. August gemeinsam vorgestellt, ab Dienstag, 22. September, stehen sie im Handel. Der Mac mini kommt mit dem neuen M6 oder dem M5 Pro, der Mac Studio mit M5 Max oder dem erstmals verbauten M5 Ultra. Welches der beiden Geräte für welchen Einsatz passt, zeigt der Vergleich von Mac mini und Mac Studio.
Zum Mac mini liegen vollständige Tests von Engadget, 9to5Mac und Tom’s Guide vor, zum Mac Studio von Engadget und Tom’s Guide. Alle Tester hatten die Varianten mit M6 beziehungsweise M5 Ultra, die Versionen mit M5 Pro und M5 Max wurden nicht getestet.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Mac mini mit M6 schlägt im Einzelkern-Test den M4 Pro und schreibt und liest mit 512-GB-SSD rund doppelt so schnell wie der Vorgänger.
- Der Mac Studio mit M5 Ultra liegt laut Engadget rund 20 bis 30 Prozent vor dem M3 Ultra, bei der SSD fast doppelt so hoch.
- Hauptkritik bei beiden Geräten ist der Preis, beim Mac mini zusätzlich der Grundspeicher von 256 GB.
- Die vor dem Marktstart bekannt gewordenen Geekbench-Werte stimmen mit den Messungen an den Testgeräten weitgehend überein.
Mac mini mit M6: Beim Prozessor vor dem M4 Pro
Alle drei Tester hatten einen Mac mini mit M6 und 24 GB Arbeitsspeicher. In Geekbench 7 kommt das Gerät bei 9to5Mac auf 4.074 Punkte im Einzelkern- und 22.632 im Mehrkern-Test, im Grafiktest Metal auf 92.542. Gegenüber dem M4 sind das nach Rechnung von 9to5Mac 24, 48 und 71 Prozent mehr. Beim Prozessor zieht der M6 damit sogar am 12-Kern-M4-Pro vorbei, bei der Grafik bleibt der M4 Pro vorn.
Tom’s Guide misst in Geekbench 6 einen Einzelkern-Wert von 4.708 gegen 3.838 beim M4. Engadget sieht den M6 im Einzelkern-Test 16,5 Prozent vor dem M4 Pro, im Mehrkern-Test knapp dahinter. Eine 4K-Datei rechnete der M6 bei Tom’s Guide in 2:45 Minuten auf 1080p herunter, der M4 brauchte dafür 4:42 Minuten.
Bei der SSD verdoppelt sich das Tempo. 9to5Mac misst mit 512 GB rund 6.000 bis 6.400 MB/s beim Schreiben und Lesen, der M4 mit 512 GB kam auf etwa 3.000 bis 3.400 MB/s. Tom’s Guide führt den Sprung ausdrücklich auf die 512-GB-Ausstattung seines Testgeräts zurück – über die Einstiegsversion mit 256 GB sagt keiner der Tests etwas.
Auch Spiele laufen: Cyberpunk 2077 erreicht in 1080p bei Engadget und Tom’s Guide übereinstimmend rund 55 bis 57 Bilder pro Sekunde. Störendes Lüftergeräusch hat keiner der drei Tester bemerkt.
Mac Studio mit M5 Ultra: Leistung für ein kleines Publikum
Engadget testete die Vollausstattung mit 36-Kern-CPU und 256 GB Arbeitsspeicher, Tom’s Guide die Einstiegsvariante mit 30-Kern-CPU und 64-Kern-GPU. Im Mehrkern-Test von Geekbench 7 erreicht der M5 Ultra bei Engadget 52.185 Punkte, der M3 Ultra kam auf 39.145. Über Prozessor, Grafik und Neural Engine hinweg sieht Engadget ein Plus von rund 20 bis 30 Prozent gegenüber dem Vorgänger.
Deutlicher fällt der Abstand bei der SSD aus. Engadget misst rund 14 GB/s beim Schreiben und 11 GB/s beim Lesen, Tom’s Guide 14.283 und 13.902 MB/s und damit mehr als doppelt so viel wie beim Mac Studio mit M4 Max. Eine 70-minütige Podcast-Folge transkribierte das Gerät bei Engadget in 18 Sekunden, weniger als ein Viertel der Zeit des Vorgängers mit M4 Max.
Apples Angabe, acht 8K-ProRes-Spuren gleichzeitig abzuspielen, bestätigt Engadget auf einer 4K-Timeline, auf einer 8K-Timeline dagegen nicht. In Spielen erreichte der Mac Studio bei Tom’s Guide in Cyberpunk 2077 in 4K 77 Bilder pro Sekunde, bei Engadget lief Baldur’s Gate 3 in 4K mit über 80 im Schnitt. Beide Tester beschreiben das Gerät unter Last als leise.
Den Aufpreis gegenüber dem M5 Max rechtfertigt das nach Engadget nur für wenige Nutzer: Im KI-Benchmark Geekbench AI lag der M5 Ultra lediglich rund 10 Prozent vor dem M5 Max, kostet aber in den meisten Ausstattungen etwa das Doppelte.
Was die Tester gemeinsam kritisieren
Der Preis ist bei beiden Geräten der Hauptkritikpunkt. Beim Mac mini stören alle drei Tester sich daran, dass Apple den Einstieg anhebt, ohne mehr als 256 GB Speicher mitzugeben, und dass jede Aufrüstung teuer bleibt. Engadget und Tom’s Guide bemängeln zudem den Einschaltknopf an der Unterseite.
Beim Mac Studio mit M5 Ultra kritisieren beide Tester vor allem den Einstiegspreis, der in den USA von 3.999 auf 5.499 Dollar gestiegen ist. Engadget empfiehlt Kreativen deshalb den Mac Studio mit M5 Max, Tom’s Guide verweist Nutzer ohne Profi-Anforderungen auf den Mac mini.
Die Werte vor dem Marktstart halten
Vor dem Verkaufsstart waren erste Geekbench-Werte des M6 und Grafikwerte von M5 Ultra und M6 aufgetaucht, jeweils aus einzelnen, unbestätigten Einträgen. Die Messungen an den Testgeräten liegen nur knapp daneben.
| Wert (Geekbench 7) | Eintrag vor dem Marktstart | Testgerät |
|---|---|---|
| M6, Einzelkern | 4.071 | 4.074 (9to5Mac) |
| M6, Mehrkern | 22.783 | 22.632 (9to5Mac) |
| M6, Metal | 93.217 | 92.542 (9to5Mac) |
| M5 Ultra, Mehrkern | 52.516 | 52.185 (Engadget) |
Die Abweichungen bleiben unter einem Prozent. Die Einträge haben die Leistung der Handelsgeräte damit zuverlässig abgebildet.
Der Mac mini bleibt der vernünftige Kauf
In Deutschland beginnt der Mac mini mit M6 bei 1.049 Euro, der Mac Studio mit M5 Max bei 2.999 Euro und mit M5 Ultra bei 6.599 Euro. Nach den Tests ist der Mac mini für die meisten Käufer die richtige Wahl: Er schlägt beim Prozessor inzwischen den M4 Pro, bleibt leise und kostet einen Bruchteil.
Der M5 Ultra lohnt sich dagegen nur, wo sehr viel Arbeitsspeicher gebraucht wird – etwa für große lokale KI-Modelle. Die Variante mit 512 GB, die Apple dafür bewirbt, liefert Apple laut eigener Angabe allerdings erst Ende Oktober aus. Wer zwischen beiden Geräten schwankt, findet die Abgrenzung nach Anwendungsfall in der Mac Kaufberatung.
Reicht dir ein Mac mini mit M6, oder brauchst du für deine Arbeit tatsächlich die Leistung eines Mac Studio? Schreib uns in die Kommentare, an welcher Stelle für dich die Grenze zwischen beiden Geräten liegt.



