Drei Geräte fürs Wohnzimmer, ein Termin von Bloomberg und versiegelte Kartons in den Apple Stores: In dieser Woche hat sich der Oktober sortiert. Offen ist nur noch, ob Apple dafür eine Bühne aufbaut. Dazu kommen ein Milliardenurteil zur Taptic Engine, ein knackender Lautsprecher und eine Fertigung, die beim iPhone Duo noch nicht rund läuft.
Die Woche vom 28. September bis 4. Oktober begann mit den ersten Updates für iOS 27 und endete mit einem fast vollständigen Bild der kommenden zehn Tage. Die meisten Fäden laufen beim Smart-Home-Hub mit Display zusammen, für den sich das Gesamtbild zum HomePad innerhalb weniger Tage deutlich geschärft hat. Daneben ging es um Geld in mehreren Größenordnungen, vom Patenturteil über Milliarden bis zu 19 Euro für eine neue Displayschicht.
🔥 Story der Woche: Der 13. Oktober nimmt Form an
Am Mittwoch nannte Bloomberg den Termin: HomePad, HomePod mini und Apple TV 4K sollen am 13. Oktober starten. Der Hub fällt laut dem Bericht mit rund 6 Zoll kleiner aus als die bislang genannten 7 Zoll. Im Juli stand für ihn noch ein Zeitfenster von Oktober bis Anfang 2027 im Raum.
Einen Hinweis aus Apples eigenem Material gab es schon am Montag. Das Support-Dokument zu Lossless Audio in Apple Music nennt als Voraussetzung für Hi-Res Lossless das Apple TV 4K der dritten Generation „oder neuer“ – das deutet auf ein neues Modell hin. Aktuell im Handel ist beim Apple TV 4K weiterhin die dritte Generation von 2022.
Am Donnerstag folgten zwei Leaks des Accounts pdfu zum Hub. Der erste zeigt die Einrichtung einer Fotoansicht, die der Standby-Ansicht des iPhone Duo entspricht und iCloud-Fotos voraussetzt. Der zweite nennt vier mögliche Farben: Silber, Space Grau, Polarstern und Rose Pink, wobei sich das Vorschaubild der Fotoansicht nach der Gerätefarbe richtet.
Bühne oder Pressemitteilung
Offen ist die Form der Vorstellung. Für eine Keynote spricht, dass ein neuer Gerätetyp wie der Hub mehr Erklärung braucht als ein Modellwechsel beim HomePod mini – dieses Argument trägt die Debatte um ein Event am 13. Oktober. Die Oktobermonate 2020 bis 2025 geben keine Richtung vor: drei Events, drei Runden mit Pressemitteilungen.
Dagegen sprechen die Kartons, die diese Woche in den Apple Stores eingetroffen sind. Sie tragen eine Sperrfrist bis zum 8. Oktober, also bis Donnerstag kommender Woche. Liegt die Freigabe des Materials fünf Tage vor dem genannten Termin, passt das eher zu einer Vorstellung per Pressemitteilung in der Woche ab dem 5. Oktober und zum 13. Oktober als Verkaufsstart.
Ich erwarte genau diese Reihenfolge: Pressemitteilungen bis Donnerstag, Verkaufsstart am Dienstag darauf. Eine Online-Präsentation am 13. Oktober bleibt möglich, die Kartons machen sie aber unwahrscheinlicher.
💡 Gerücht der Woche: Das iPhone Duo kommt in der Endmontage auf gut 60 Prozent
Laut dem chinesischen Wirtschaftsportal Jiemian liegt die Ausbeute in der Endmontage des iPhone Duo bei nur gut 60 Prozent. Reif nach Apples Maßstäben soll die Fertigung erst in sechs bis zwölf Monaten sein. Engpässe gibt es demnach bei den Panels von Samsung Display und bei Scharnierteilen, und die Lieferkette wartet auf eine mögliche Lockerung der Qualitätsanforderungen.
Die Angaben stammen von einer einzelnen, ungenannten Quelle aus der Foxconn-Lieferkette. Ein Weibo-Beitrag des Leakers Fixed Focus Digital geht in dieselbe Richtung, liefert aber weder Dokument noch Zuliefererhinweis. Für die vorgehaltene Menge nennt der Bericht 6 bis 8 Millionen Geräte, als Verkaufsvorgabe mehr als 5 Millionen.
Das Marktforschungsunternehmen Counterpoint erwartet laut Bloomberg rund 6 Millionen verkaufte Duo bis Jahresende. Das ist eine Absatzprognose, keine Produktionsmenge – beide Zahlen stehen nebeneinander, nicht gegeneinander. Deutschland, Österreich und die Schweiz gehören zur ersten Welle mit Vorbestellung am 16. Oktober. Ich rechne damit, dass die Lieferzeiten an diesem Tag schnell steigen.
📊 Zahl der Woche: 5,7 Milliarden Dollar
So viel soll Apple an Taction Technology zahlen. Eine US-Jury entschied am 25. September, dass die Taptic Engine zwei Patente des Unternehmens verletzt, Vorsatz sah sie nicht. Apple geht in Berufung. Die Summe ist rund das Neunfache des Masimo-Urteils über 634 Millionen Dollar.
Wer am Ende profitiert, zeigte eine SEC-Mitteilung am Montag: Dem Prozessfinanzierer Burford Capital stünden bei unveränderter Zahlung 1,4 Milliarden Dollar zu, knapp ein Viertel der Summe. Burford schreibt selbst dazu, dass große Patenturteile selten unverändert Bestand haben.
👎 Flop der Woche: Das iPhone 18 Pro knackt
Besitzer von iPhone 18 Pro und Pro Max melden ein Knacken, Ploppen oder Klicken im Lautsprecher, meist aus der Hörmuschel. Bei manchen tritt es dauerhaft auf, bei anderen beim Öffnen von Apps, beim Surfen, bei Mitteilungen, beim Einblenden der Tastatur oder im Mobilfunkgespräch. Einzelne berichten, dass auch das Austauschgerät dasselbe Geräusch macht.
Ein einheitliches Muster, mit dem sich der Fehler gezielt auslösen ließe, gibt es nach den bisherigen Berichten nicht, die Ursache ist offen. Knapp zwei Wochen nach dem Verkaufsstart ist das nach den Face-ID-Neustarts schon das nächste Problem der neuen Pro-Reihe.
📰 Was sonst wichtig war
Die ersten Updates für iOS 27 sind da. iOS 27.0.1 und macOS 27.0.1 beheben unter anderem die Face-ID-Neustarts beim iPhone 18 Pro und einen Touchscreen-Fehler. Wichtiger für ältere Geräte ist iOS 26.7.1: Es schließt eine Lücke in CoreGraphics, die laut Apple möglicherweise in gezielten Angriffen auf iOS-Versionen vor iOS 27 ausgenutzt wurde. Die Fehlerbehebung steckt auch in iPadOS 26.7.1, macOS Tahoe 26.7.1 und macOS Sequoia 15.8.1.
Ternus baut den Konzern um. Laut Bloomberg hat Apple in den vergangenen zwei Wochen eine Reihe von Programmmanagern in der Hardwareentwicklung entlassen; wer intern keine neue Stelle findet, verliert sie später im Jahr. Ternus will Apple schneller und schlanker machen, mit weniger Zwischenebenen und Produktstarts über das ganze Jahr statt in festen Frühjahrs- und Herbstfenstern. Kurz davor hatte er den US-Teams die Thanksgiving-Woche freigegeben.
Apple sitzt in Brüssel häufig am Tisch. Seit der Europawahl im Juni 2024 kam Apple laut einer Auswertung der Financial Times auf 257 Lobby-Treffen in Brüssel, Google auf 302 und Amazon auf 239. Mit rund 9 Millionen Euro im Jahr gibt Apple dafür mehr aus als TotalEnergies, Volkswagen und Airbus zusammen.
GrayKey soll den Schutz durch Neustart umgehen. Ein Schulungsvideo des Forensikanbieters Magnet Forensics zeigt laut 404 Media eine Funktion, die ein iPhone im Zustand nach der ersten Entsperrung halten soll – obwohl iOS ungenutzte Geräte nach einer Weile automatisch neu startet und damit wieder vollständig sperrt. Jiska Classen vom Hasso-Plattner-Institut in Potsdam vermutet einen Eingriff in die Systemuhr.
Beim iPhone Duo ist die Displayschicht ein Ersatzteil. Apple-Managerin Kate Bergeron bestätigte, dass sich die Deckschicht über dem Innendisplay abziehen und ersetzen lässt. Apples deutscher Kostenrechner nennt dafür mit AppleCare 19 Euro, für das Innendisplay 99 Euro. Was das Scharnier des iPhone Duo sonst hergibt, zeigt die Hackathon-App Duo-Man, die das Falt-iPhone zum Walkman macht: aufklappen, Kassette einlegen, zuklappen.
In China steht das iPhone 18 Pro vorn. Laut Counterpoint verkaufte sich die Pro-Reihe in ihrer Startwoche in China 12 Prozent besser als die Vorgänger, Apple kam auf 33 Prozent Wochenanteil und Platz eins. Der Gesamtmarkt lag im selben Zeitraum 17 Prozent unter dem Vorjahr.
🔭 Was nächste Woche kommt
Entscheidend wird Donnerstag, der 8. Oktober, wenn die Sperrfrist der Kartons endet. Erscheinen bis dahin Pressemitteilungen zu HomePad, HomePod mini und Apple TV 4K, ist der 13. Oktober der Verkaufsstart. Kommt stattdessen eine Einladung, steht am 13. Oktober eine Präsentation an.
Bei Apple TV startet am 7. Oktober „Small Prophets“, am selben Tag enden „Ted Lasso“ und „Last Seen“. Am 9. Oktober folgt „Matchbox The Movie“, alle Termine stehen im Apple-TV-Programm für Oktober. Die zweite Beta von iOS 27.2 erschien am 21. September – ich rechne in der kommenden Woche mit Beta 3.
💬 Meine Meinung
Ternus will Produkte über das Jahr verteilen, statt sie in zwei große Termine zu pressen. Ein Hub mit Display, eingeführt per Pressemitteilung an einem Dienstag im Oktober, wäre genau das. Ich halte das für konsequent, hätte für den Start einer neuen Gerätegattung aber eher eine Bühne erwartet. Bleibt sie aus, zeigt das, wie Apple den Hub sieht: als Ergänzung fürs Zuhause, nicht als neue Plattform.
Für den deutschsprachigen Raum hängt die Frage ohnehin an etwas anderem. Deutsch gehört nicht zu den Sprachen, die Apple für Siri AI bislang angekündigt hat. Bei Geräten, die man vor allem anspricht, wiegt das schwerer als Farbe, Displaygröße oder die Form der Vorstellung.
📚 Aus unserem Archiv
Seit iOS 27 bringt das iPhone eine eigene Risikoerkennung für Identitätsmissbrauch mit, die sich in den Einstellungen aktivieren lässt.
Um die Taptic Engine ging es diese Woche vor Gericht, im Alltag fällt sie meist erst auf, wenn sie sich ohne Anlass meldet: Ursachen und Lösungen, wenn das iPhone ohne Grund vibriert.
Eine Woche mit vielen Hinweisen und wenig Bestätigtem endet damit vor einer, in der sich der Oktober auflösen dürfte. Würdest du dir einen Smart-Home-Hub mit Display ins Wohnzimmer stellen, solange Siri AI kein Deutsch spricht – oder ist genau das für dich der Grund, abzuwarten? Schreib uns in die Kommentare, wo deine Grenze liegt.
Bis nächsten Sonntag wünscht Apfelpatient eine entspannte Lektüre und einen guten Wochenstart.





