Drei Wochen vor dem Verkaufsstart gibt es die erste Absatzprognose für Apples faltbares iPhone. Sechs Millionen Geräte soll Apple bis Jahresende verkaufen – für ein iPhone wenig, für ein Foldable viel. Ob die Zahl erreicht wird, entscheidet sich allerdings nicht im Laden, sondern in der Fabrik.
Das Marktforschungsunternehmen Counterpoint Research rechnet damit, dass Apple 2026 rund sechs Millionen Exemplare des iPhone Duo verkauft. Die Prognose nannte Senior Analyst Ivan Lam in einem Bericht von Bloomberg. Es ist die erste Schätzung eines Marktforschers dazu, wie sich das erste faltbare iPhone verkaufen wird.
Das Gerät kommt am 23. Oktober in den Handel, in Deutschland ab 2.299 Euro. Alle Daten, Preise und Termine des iPhone Duo stehen seit der Vorstellung am 9. September fest. Die Prognose von Counterpoint deckt damit gut zehn Wochen ab.
Das Wichtigste in Kürze
- Counterpoint erwartet für 2026 rund sechs Millionen verkaufte iPhone Duo, ein Wert, der eher zum Foldable-Segment passt als zu Apples üblichen iPhone-Zahlen.
- Ob die Zahl erreicht wird, hängt laut Counterpoint davon ab, wie schnell Apple die Fertigung hochfahren kann.
- Der Marktforscher IDC erwartet 22,9 Millionen ausgelieferte Foldables in diesem Jahr – ohne das Duo wäre das Segment geschrumpft.
- In China ist die iPhone-18-Pro-Reihe laut Counterpoint 12 Prozent stärker gestartet als die iPhone-17-Pro-Reihe, Apples Marktanteil liegt dort bei 33 Prozent.
Sechs Millionen in gut zehn Wochen
Zwischen dem Verkaufsstart am 23. Oktober und dem Jahresende liegen 70 Tage. Sechs Millionen Geräte in diesem Zeitraum sind nach Einschätzung von Lam ein Wert, der für das Nischensegment der Foldables typisch ist, nicht für Apples reguläre Smartphone-Verkäufe.
Entscheidend ist die Einschränkung, die Counterpoint gleich mitliefert: Die Zahl hängt davon ab, wie gut Apple die Produktion des neuen Geräts hochfährt. Genau dort liegt derzeit der Engpass. Die Endmontage des iPhone Duo kommt Berichten zufolge nur auf gut 60 Prozent Ausbeute, schon Mitte September war von knappen Stückzahlen für Vorbesteller die Rede.
Wie die Zahl zu früheren Angaben passt
Seit dem Frühjahr kursieren Mengenangaben zum faltbaren iPhone. Sie messen allerdings Unterschiedliches: Bestellmengen bei Zulieferern, montierte Geräte, Vorgaben an den Handel und verkaufte Geräte sind nicht dasselbe.
| Quelle | Angabe | Was gemessen wird |
|---|---|---|
| Ming-Chi Kuo | 7 bis 8 Millionen im zweiten Halbjahr 2026 | montierte Geräte |
| Lieferkettenberichte | rund 10 Millionen für 2026 | bei Zulieferern angeforderte Menge |
| Jiemian | über 5 Millionen | Verkaufsvorgabe an den Handel |
| Counterpoint | rund 6 Millionen im Jahr 2026 | verkaufte Geräte |
Die neue Prognose liegt damit knapp über der Vorgabe an den Handel, die Jiemian genannt hatte, und unter den Montagemengen, die Kuo erwartet. Ein Widerspruch zwischen den Angaben ergibt sich daraus nicht, weil jede Zahl eine andere Stufe zwischen Fabrik und Kunde beschreibt.
Ohne das Duo würde der Foldable-Markt schrumpfen
Für den gesamten Markt faltbarer Smartphones rechnet der Marktforscher IDC in diesem Jahr mit 22,9 Millionen ausgelieferten Geräten, ein Plus von 13 Prozent. Ohne das iPhone Duo wäre das Segment laut IDC geschrumpft. Zum selben Schluss war Anfang September bereits TrendForce gekommen.
Die Zahlen von IDC und Counterpoint lassen sich nicht direkt verrechnen. IDC zählt ausgelieferte Geräte, Counterpoint verkaufte, und beide Häuser arbeiten mit eigenen Methoden.
Starker Start der Pro-Reihe in China
Neben der Duo-Prognose liefert Counterpoint Zahlen zum Start der iPhone-18-Pro-Reihe in China. Deren Verkäufe lagen in der Anfangsphase 12 Prozent über denen der iPhone-17-Pro-Reihe. Der Gesamtmarkt schrumpfte dort im Sommer dagegen um 17 Prozent im Jahresvergleich, vor allem zulasten chinesischer Hersteller.
Apple kommt damit laut Counterpoint auf 33 Prozent Marktanteil in China. Üblich ist dort ein Feld, in dem Huawei, Oppo, Vivo, Xiaomi und Apple ähnlich große Anteile haben. Einen Teil der Erklärung sieht Lam in den gestiegenen Bauteilkosten: Viele chinesische Hersteller haben die Preise ihrer Spitzenmodelle um mehr als 200 Dollar angehoben, was das iPhone im Vergleich attraktiver mache.
Dazu kommt ein Sonderfall in Apples Aufstellung. In diesem Herbst erschienen nur die Pro-Modelle, ein neues Standardmodell gab es nicht. Wer ein neues Modell wollte, landete damit bei den teureren Geräten.
Warum sechs Millionen keine Enttäuschung sind
Ich halte die sechs Millionen für eine solide Zahl, gemessen an dem, was die Fertigung derzeit hergibt. Alle bisherigen Mengenangaben liegen zwischen gut fünf und zehn Millionen, und die neue Prognose fügt sich in dieses Band ein. Dass die Zahl klein wirkt, liegt am Vergleich mit einem regulären iPhone-Start, nicht am Gerät.
Die eigentliche Unbekannte ist die Ausbeute in der Endmontage, und Counterpoint knüpft die eigene Prognose ausdrücklich an das Hochfahren der Produktion. Für Käufer in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die zur ersten Verkaufswelle gehören, ist das ein Argument dafür, die Vorbestellung ab dem 12. Oktober vorzubereiten, statt auf eine Entspannung der Liefersituation zu hoffen.
Hältst du sechs Millionen verkaufte Duos in gut zehn Wochen für realistisch, wenn die Fertigung bei 60 Prozent Ausbeute feststeckt? Schreib uns deine Prognose in die Kommentare.





