Für Apples erstes faltbares iPhone rechnet ein Analyst in diesem Jahr mit weniger Geräten als bisher. Seine Begründung ist nicht die Nachfrage, sondern das Scharnier. An genau diesem Bauteil hing die Fertigung seit dem Frühjahr immer wieder.
Vorgestellt wurde das iPhone Duo am 9. September, vorbestellen lässt es sich ab dem 16. Oktober, im Handel steht es ab dem 23. Oktober. Die bestätigten Daten, Preise und Termine sind in der Übersicht zum iPhone Duo gebündelt. Jeff Pu von GF Securities rechnet in einer Investorennotiz zum iPhone Duo jetzt mit weniger Geräten bis Jahresende. Derselbe Analyst hatte kurz zuvor bereits die Schätzung für iPhone 18 Pro und Pro Max gesenkt – beim faltbaren Modell liegt die Begründung allerdings an anderer Stelle.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Schätzung für ausgelieferte iPhone Duo im Jahr 2026 sinkt von sieben auf sechs Millionen Geräte
- Als Grund nennt der Analyst Engpässe beim Scharnier, nicht eine schwache Nachfrage
- Die neue Zahl liegt weiterhin über der Prognose von TrendForce mit rund fünf Millionen Geräten
- Deutschland, Österreich und die Schweiz gehören zur ersten Welle am 23. Oktober
Sechs statt sieben Millionen Geräte
Pu geht davon aus, dass Apple in diesem Jahr rund sechs Millionen iPhone Duo ausliefert. Seine vorherige Schätzung lag bei sieben Millionen, die Korrektur beträgt damit gut 14 Prozent. An der Nachfrage soll das nicht liegen: Die Fertigung komme wegen des Scharniers langsamer voran als geplant. Eine langsamer anlaufende Fertigung wirkt sich zuerst auf die Menge aus, die zum Vorbestellstart am 16. Oktober bereitsteht.
Für iPhone 18 Pro und Pro Max setzt Pu bis Jahresende 72 Millionen Geräte an, das Zwölffache der Duo-Menge. Dazu kommt ein kürzeres Verkaufsfenster: Zwischen dem 23. Oktober und dem Jahresende liegen 70 Tage, bei den Pro-Modellen sind es ab dem 18. September 105 Tage.
Die Angabe stammt aus einer Investorennotiz ohne öffentliche Fassung. Sie benennt das Scharnier als Engpass, nennt aber weder einen Zulieferer noch eine Aufteilung nach Monaten oder Märkten. Dass Pu seine eigene Zahl nach unten korrigiert, zeigt die Richtung seiner Einschätzung – eine unabhängige Bestätigung des Engpasses ist das nicht.
Drei Zahlen für dasselbe Jahr
Das Marktforschungsunternehmen TrendForce hatte am 10. September eine eigene Prognose zum Markt für faltbare Smartphones veröffentlicht. Darin stehen rund fünf Millionen ausgelieferte iPhone Duo für 2026, was knapp einem Viertel aller faltbaren Smartphones entspräche. Ohne Apple würde der Foldable-Markt nach dieser Rechnung schrumpfen: Die Android-Hersteller kommen zusammen auf mehr als 20 Prozent weniger Geräte als im Vorjahr.
| Angabe | Messgröße | Menge 2026 |
|---|---|---|
| TrendForce, 10. September | Auslieferungen | rund 5 Mio. |
| Jeff Pu, vorherige Schätzung | Auslieferungen | 7 Mio. |
| Jeff Pu, aktuelle Notiz | Auslieferungen | 6 Mio. |
| Frühere Berichte aus der Lieferkette | Bestellung bei Zulieferern | rund 10 Mio. |
Die gesenkte Zahl von Pu liegt damit noch 20 Prozent über der von TrendForce. Beide Schätzungen messen dasselbe und kommen unabhängig voneinander bei fünf bis sechs Millionen Geräten an. Die rund zehn Millionen aus früheren Lieferkettenberichten beschreiben dagegen die Menge, die Apple bei Zulieferern geordert haben soll. Mit den Auslieferungsschätzungen lässt sich dieser Wert nicht direkt verrechnen.
Das Scharnier als wiederkehrender Engpass
Im Mai hieß es, die Probeproduktion stocke am Scharnier, weil das Bauteil die Belastungstests nicht zuverlässig bestand. Die Quelle war damals ein Leaker-Konto auf Weibo. Ende August kam die Fertigung laut einem Lieferkettenbericht auf nur einige Hundert Geräte pro Tag. Genannt wurden damals Apples Vorgaben zur Ebenheit des Displays und zum Scharnier, fehlende Bauteile dagegen nicht.
Apple selbst beschreibt das Scharnier in der Mitteilung zur Vorstellung als Konstruktion aus über 100 Einzelteilen. Sie steuert das Öffnen und Schließen und stabilisiert die Mitte des Displays, die Abdeckung wird im 3D-Druck gefertigt. Zwischen dem Bericht aus dem Mai und der neuen Notiz haben sich Quellen und Zahlen verändert – das Bauteil, das als Engpass gilt, ist dasselbe geblieben.
Warum für DACH schon der erste Termin zählt
Deutschland, Österreich und die Schweiz starten in der ersten Welle. Auf den Kaufseiten aller drei Länder ist die Vorbestellung ab dem 16. Oktober um 14 Uhr angesetzt, erhältlich ist das Gerät ab dem 23. Oktober. 28 weitere Länder und Regionen folgen erst am 30. Oktober. Fällt die Startmenge tatsächlich knapp aus, betrifft das den deutschsprachigen Raum also vom ersten Verkaufstag an.
Die Korrektur um eine Million Geräte ist für sich genommen kein Alarmsignal. Aussagekräftiger ist, dass zwei unabhängige Schätzungen jetzt eng beieinanderliegen und beide eine Größenordnung unter den Pro-Modellen bleiben. Hierzulande kostet das Duo zwischen 2.299 Euro mit 256 GB und 3.799 Euro mit 2 TB, der Preisabstand zum iPhone 18 Pro beträgt in jeder Speicherstufe 850 Euro.
Planst du den Kauf zum Start, lohnt ein Punkt vorab: Das Duo läuft weltweit ausschließlich mit eSIM. Nutzt du bislang eine physische SIM-Karte, brauchst du beim Einrichten einen der Wege, eine eSIM auf dem iPhone zu aktivieren.
Bestellst du am 16. Oktober um 14 Uhr, oder wartest du ab, wie sich die Lieferzeiten nach dem Start entwickeln? Schreib uns in die Kommentare, wie dein Plan für den Oktober aussieht.



