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Apfelpatient Weekly #18

Milan Jovicic by Milan Jovicic
9. August 2026 - 15:41
in Apple Allgemein
Titelbild der Apfelpatient Weekly mit gezeichneten, übereinanderliegenden Karten über dem Schriftzug auf blau-cyanfarbenem Verlauf

Bild: Apfelpatient

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Eine Woche lang lief bei Apple alles auf dieselbe Frage hinaus: Was kostet der Speicher – und wer zahlt am Ende dafür. Der Verhandlungshebel ist verpufft, im Werk stapeln sich Prozessoren ohne passenden Arbeitsspeicher, und am Montag könnte die deutsche Preisliste die Antwort liefern.

Die Speicherknappheit hat Apple schon in der Vorwoche durch die Quartalsmarge und die MacBook-Air-Auslieferungen begleitet. In dieser Woche ist daraus ein durchgehender Strang geworden, der vom Verhandlungstisch in Asien über die Fertigungshallen von TSMC bis in die Preisschilder im deutschen Apple Store reicht. Dazu kam ein ungewöhnlich dichter Block an Sicherheitsmeldungen, zwei Gerichtsverfahren, die beide nicht vorankommen, und der bislang konkreteste Zeitplan für das September-Event.

🔥 Story der Woche: Die Speicherpreise diktieren Apples Herbst

Apple hatte einen Plan, um die Preisforderungen von Samsung und SK Hynix zu drücken: den chinesischen Hersteller ChangXin Memory Technologies als Alternative aufbauen und damit verhandeln. Dieser Plan ist gescheitert – und zwar aus einem technischen Grund, an dem sich nichts kurzfristig ändern lässt. CXMT hat wegen der US-Exportkontrollen keinen Zugang zu moderner EUV-Lithografie und muss auf ältere DUV-Technik ausweichen. Das kostet rund 30 Prozent mehr Wafer-Starts für dieselbe Ausbringungsmenge.

Ein Hersteller, der teurer produziert, kann nicht unterbieten. CXMT lehnte Apples Anfrage nach günstigeren LPDDR5X-Preisen ab und blieb auf koreanischem Niveau. Hinzu kommt, dass Huawei und Xiaomi den Großteil der Kapazität über langfristige Verträge gebunden haben. Samsung und SK Hynix verlagern derweil Fertigungslinien auf hochmargigen KI-Speicher, was das Angebot an normalem RAM weiter ausdünnt.

Wie sich das in der Fertigung niederschlägt, zeigt der nächste Schritt der Kette. Bei TSMC sollen sich fertige Prozessoren für das iPhone 18 Pro im geschätzten Wert einer Milliarde Dollar stapeln, weil der passende DRAM fehlt – die Lieferzeiten könnten zum Start entsprechend ausufern. Die Milliarden-Schätzung stammt von Tim Culpan aus dem Zuliefererumfeld und ist ausdrücklich seine eigene Rechnung, nicht eine Angabe von Apple.

Am anderen Ende der Kette steht der Kunde. Beim iPad ist der Effekt bereits sichtbar: Das Basismodell kletterte von 379 auf 499 Euro, das Air von 649 auf 799 Euro, das Pro von 1.099 auf 1.299 Euro – und die Auslieferungen sanken im zweiten Quartal um 7,5 Prozent, während der Gesamtmarkt um 9,9 Prozent nachgab.

Bemerkenswert ist, wo diese Preismacht nicht schadet. Im Premium-Segment ab 600 US-Dollar hält Apple weiterhin 65 Prozent, Samsung kommt auf 19 Prozent, und die Stückzahlen legten um 9 Prozent zu. Wer ohnehin im obersten Preissegment kauft, reagiert auf einen Aufschlag offenbar weniger empfindlich. Beim Einstiegs-iPad, wo 120 Euro Unterschied zwischen alter und neuer Preisstufe liegen, sieht die Rechnung anders aus.

📰 Was sonst wichtig war

Zwei iCloud-Meldungen an einem Tag, beide unangenehm. Apple zieht in Großbritannien erneut vor Gericht, um eine behördliche Anordnung zur Herausgabe verschlüsselter iCloud-Daten abzuwehren – der Streit um die geforderte Hintertür geht damit in die nächste Runde. Am selben Tag zeigten interne Dokumente, dass ausgeschiedene Mitarbeiter ihre Zugriffsrechte behalten hatten, teils über Monate hinweg.

Im Verfahren gegen OpenAI wird es persönlich. OpenAI kontert Apples Klage mit E-Mails und Chatverläufen aus der Zeit der Zusammenarbeit und hat parallel die Abweisung der Klage beantragt. Im zweiten Verfahren, das Apple gegen Jon Prosser führt, ruht die Beweisaufnahme seit einem Monat; der nächste Statusbericht steht erst im Oktober an.

AppleCare One ist in Deutschland gestartet. Der Sammeltarif deckt mehrere Geräte unter einem Vertrag ab, Österreich und die Schweiz bleiben vorerst außen vor, Frankreich ist dabei. Eine Einschränkung geht im Marketing unter und steht erst in den Vertragsbedingungen: Die drei abgedeckten Diebstahlfälle gelten für alle Geräte zusammen, nicht pro Gerät.

Der Führungsumbau nimmt vor dem CEO-Wechsel Fahrt auf. Laura Legros kehrt aus dem Ruhestand zurück und übernimmt wieder Verantwortung in der Hardware-Organisation, die künftig John Ternus als CEO untersteht. Sie verstärkt damit eine Riege, die bis zum Amtswechsel am 1. September gleich mehrere Abgänge und Nachrücker verkraften muss.

Windows-Nutzer bekommen eine gemeinsame Zwischenablage mit dem iPhone. Kopierter Text soll künftig zwischen beiden Systemen wandern – eine Funktion, die Apple auf Druck der EU-Interoperabilitätsvorgaben umsetzt und die damit zuerst im europäischen Markt landet.

Apple TV hat den Herbst terminiert. Elf Serien und Filme haben ein festes Startdatum bekommen, darunter die zweite Staffel von „Wo ist Wanda?“ ab dem 21. Oktober. Damit steht der einzige Titel der Herbstliste mit deutscher Produktionsbeteiligung noch vor dem Weihnachtsgeschäft im Programm.

💡 Gerücht der Woche: Die iPhone-Preise könnten am Montag steigen

Ein Weibo-Account mit passabler Trefferquote berichtet, Apple werde am Montag, dem 10. August, die iPhone-Preise anheben. Um wie viel, sagt niemand. Die Quellenlage ist die schwächste Form eines Leaks: Der Leaker berichtet nicht aus eigener Kenntnis, sondern gibt weiter, dass entsprechende Gerüchte kursieren – Hörensagen über Hörensagen also.

Der Grund, warum das Gerücht diese Rubrik verdient, liegt weniger in seiner Belastbarkeit als in seiner Prüfbarkeit. Schon am Tag nach dieser Ausgabe steht fest, ob es stimmt. Zum Abgleich die derzeitigen deutschen Preise in der jeweils kleinsten Speicherstufe:

ModellSpeicherPreis aktuell
iPhone 17e256 GB699 Euro
iPhone 17256 GB949 Euro
iPhone 17 Pro256 GB1.299 Euro
iPhone 17 Pro Max256 GB1.449 Euro

Bemerkenswert wäre der Zeitpunkt: Eine Anhebung vier Wochen vor der Vorstellung der Nachfolgegeneration trifft genau die Käufer, die auf den üblichen Preisrutsch der Vorjahresmodelle warten.

📊 Zahl der Woche: 19 Prozent

So viel Zeit sparten Chirurgen der University of California San Diego bei endoskopischen Eingriffen an den Tränenwegen, wenn sie statt eines Monitors eine Apple Vision Pro trugen: 34,4 statt 42,7 Minuten im Schnitt über 32 Eingriffe. Alle fünf beteiligten Ärzte bevorzugten das Headset und berichteten von geringerer körperlicher Belastung, alle Eingriffe verliefen komplikationsfrei.

Die Autoren nennen ihre im Fachjournal AJO International erschienene Untersuchung selbst klein und vorläufig. Für deutschsprachige Kliniken ist das Gerät ohnehin noch nicht beschaffungsreif – es fehlen Zertifizierungen und die softwareseitige Anbindung an die Klinik-Infrastruktur. Als erster begutachteter Beleg für einen messbaren Nutzen im Operationssaal ist die Zahl trotzdem die belastbarste der Woche.

👎 Flop der Woche: Privat-Relay verrät die echte IP-Adresse

Der Dienst hat genau eine Aufgabe – die IP-Adresse vor besuchten Websites zu verbergen. Zwei Sicherheitsforscher haben nun drei Wege dokumentiert, auf denen genau das nicht funktioniert. Der wichtigste läuft über Passkeys: Startet eine Website eine WebAuthn-Anmeldung, reicht WebKit die Anfrage direkt an den Systemdienst weiter, vorbei am Proxy. Zwei weitere Lecks entstanden durch Funktionen, die Apple selbst nachgereicht hat, DNS-Prefetching seit iOS 26 und WebTransport seit iOS 26.4.

Apple nannte das Problem gegenüber den Forschern gravierend, einen Termin für die Behebung aber nicht. Für Nutzer ist der Vorgang nicht erkennbar, es gibt keine Warnung und keinen Hinweis in den Einstellungen. Privat-Relay war ohnehin nie ein VPN und hat nie das ganze System abgedeckt – genau darin liegt der Unterschied zu einem klassischen VPN. Innerhalb von Safari sollte der Dienst allerdings halten, was er verspricht.

Ein Detail bleibt regional interessant: In der EU dürfen Browser seit dem Digital Markets Act eine eigene Engine mitbringen, der WebKit-Zwang ist dort gefallen. In der Schweiz gilt das nicht, dort läuft weiterhin jeder Browser auf WebKit. Praktisch ist der Unterschied bislang theoretisch, weil kaum ein Anbieter umgestellt hat.

🔭 Was nächste Woche kommt

Der wichtigste Termin steht am Montag: Ob die iPhone-Preise im deutschen Store tatsächlich steigen, lässt sich dann in wenigen Minuten prüfen. Bewegt sich nichts, war es ein Gerücht wie viele andere; bewegt sich etwas, verschiebt das die gesamte Rechnung für den Herbst.

Beim September-Event wird der Zeitplan konkret. Für das interne Programm, über das Store-Mitarbeiter für die Keynote ausgelost werden, lief die Bewerbungsfrist am 8. August ab; die Zusagen gehen am 17. August raus. Die offiziellen Einladungen werden in der letzten Augustwoche erwartet, womit der Termin auf den 8. oder 9. September zuläuft.

Auf der Bühne werden das iPhone 18 Pro, das iPhone Ultra und mehrere Begleitprodukte erwartet.

Auf der Software-Seite tauchte iOS 26.6.1 in Zugriffsprotokollen auf. Ein Zwischenupdate dieser Art erscheint erfahrungsgemäß binnen weniger Wochen, sofern es nicht wieder aus den Protokollen verschwindet.

💬 Meine Meinung

Beim iPad steht die Rechnung inzwischen schwarz auf weiß: 379 auf 499 Euro beim Basismodell, 649 auf 799 beim Air, 1.099 auf 1.299 beim Pro. Das sind keine Marktanpassungen mehr, das ist der Speicherpreis, der durch die Produktpalette wandert. Und Apple hat in dieser Woche den Beleg geliefert, dass sich daran nichts durch Verhandlungsgeschick ändern lässt – der einzige Anbieter, der die Koreaner hätte unterbieten können, kann es technisch nicht.

Wir erwarten deshalb, dass die iPhone-Generation im September teurer wird als ihre Vorgängerin, und zwar unabhängig davon, ob das Montags-Gerücht zutrifft. Interessanter als das Ob ist die Frage, wo Apple den Aufschlag unterbringt. Der unauffälligste Weg führt nicht über den sichtbaren Startpreis, sondern über die Speicherstufen – die kosten schon heute 250 Euro je Verdopplung und fallen in keiner Schlagzeile auf.

Für dich heißt das vor allem eins: Hast du ein bestimmtes Modell im Blick und brauchst es nicht zwingend in der größten Speicherstufe, zahlst du in diesem Jahr fürs Warten drauf. Der übliche Preisrutsch beim Vorjahresmodell fällt kleiner aus, wenn die Bauteile für das neue Modell mehr kosten als für das alte.

📚 Aus unserem Archiv

iPhone Kaufberatung: iPhone 17 vs. Air vs. 17e – die Gegenüberstellung der drei Modelle wird deutlich nützlicher, sobald am Montag feststeht, ob und wo Apple die Preise anzieht.

iCloud Kosten: Alle Speicherpläne, Preise und welcher sich lohnt – wenn Gerätespeicher teurer wird, verschiebt sich die Rechnung zugunsten des Abos, und die Aufschlüsselung zeigt, ab welchem Bedarf sich welcher Plan trägt.

Am Ende lief in dieser Woche alles auf denselben Punkt zu: Apple entscheidet weiterhin über Design, Chips und Termine – über den Preis entscheiden gerade zwei koreanische Speicherhersteller mit.

Bis nächsten Sonntag wünscht Apfelpatient eine entspannte Lektüre und einen guten Wochenstart. (Bild: Apfelpatient)

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Tags: Apfelpatient WeeklyiPhoneiPhone 17iPhone 18iPhone 2026TechPatient
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Milan Jovicic

Milan Jovicic

Milan hat Apfelpatient 2016 gegründet und schreibt seit 2018 sämtliche Inhalte selbst – News, Gerüchte, Anleitungen und Produkttests. Apple-Geräte sind hier kein Testmaterial für zwei Wochen, sondern Alltagswerkzeug: Vom iPhone über MacBook Pro, MacBook Air und iMac bis zur Apple Vision Pro läuft aus fast jeder Produktkategorie mindestens ein Gerät im täglichen Einsatz, viele davon jährlich erneuert. Jeder Menüpfad in einer Anleitung wird am Gerät nachgeprüft, bevor er veröffentlicht wird.

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