Die indische Regierung rudert zurück: Apple und andere Smartphone-Hersteller müssen die staatliche Aadhaar-App nicht vorinstallieren. Apple hatte sich von Anfang an geweigert, der Anweisung Folge zu leisten.
Ende 2025 hatte die indische Regierung Apple und andere Smartphone-Hersteller angewiesen, die staatliche Sicherheits-App Sanchar Saathi und die Aadhaar-App vorzuinstallieren – unlöschbar, auch auf bereits im Umlauf befindlichen iPhones per iOS-Update. Apple verweigerte die Zustimmung umgehend, mit Verweis auf grundsätzliche Datenschutz- und Systembedenken. Jetzt lenkt die Regierung ein.
Laut einem Reuters Bericht hat das indische IT-Ministerium beschlossen, die Vorinstallations-Pflicht nicht umzusetzen. Die UIDAI, die für Aadhaar zuständige Behörde, teilte mit, dass man nach Konsultationen mit Vertretern der Elektronikindustrie nicht mehr für eine verpflichtende Vorinstallation der App auf Smartphones sei. Die App bleibt verfügbar – Nutzer können sie freiwillig aus dem App Store herunterladen –, aber niemand wird dazu gezwungen.
Warum Apple nicht mitmachte
Die indische Regierung hatte die geplante Vorinstallation offiziell als Maßnahme zur Unterstützung bei verlorenen oder gestohlenen Smartphones präsentiert. Kritiker sahen darin jedoch ein klares Überwachungsinstrument: Eine unlöschbare, staatlich kontrollierte App hätte theoretisch eine flächendeckende Geräteverfolgung ermöglicht – mit offensichtlichen Implikationen für die Privatsphäre der Nutzer.
Apple, das Datenschutz seit Jahren als Kernbotschaft seiner Produkte positioniert, verweigerte die Umsetzung von Anfang an. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit bereits ähnliche Forderungen aus anderen Ländern zurückgewiesen und blieb auch diesmal bei seiner Linie – trotz der enormen Bedeutung des indischen Marktes als zweitgrößter Smartphone-Absatzmarkt der Welt.
Sechster gescheiterter Versuch
Der Rückzug ist kein Einzelfall. Laut Reuters war die Aadhaar-Anforderung bereits der sechste Versuch innerhalb von zwei Jahren, Smartphone-Hersteller zur Vorinstallation staatlicher Apps zu verpflichten. Alle sechs Versuche scheiterten am geschlossenen Widerstand der Industrie – Apple, Samsung und andere Hersteller standen geeint dagegen.
Das Muster zeigt: Zwar setzt die indische Regierung regelmäßig Forderungen dieser Art durch, aber die Industrie hat sich als verlässlicher Bremser etabliert. Die App-Store-Richtlinien und die Geräte-Sicherheitsarchitekturen großer Hersteller machen es staatlichen Apps schwer, sich als unlöschbare System-Komponenten einzunisten.
Was das für indische iPhone-Nutzer bedeutet
Für Nutzer in Indien ändert sich nichts. Wer die Aadhaar-App freiwillig nutzen möchte – etwa für Behördengänge, für die sie ohnehin praktisch ist –, kann sie wie bisher aus dem App Store laden. Wer das nicht möchte, behält sein iPhone frei von der staatlichen Vorinstallation.
Für Apple ist der Rückzug der indischen Regierung ein weiterer Beleg dafür, dass die harte Linie beim Datenschutz international Bestand hat. Das Unternehmen zeigt damit, dass es bereit ist, auch in strategisch wichtigen Wachstumsmärkten Konflikte mit Regierungen einzugehen, statt die eigenen Datenschutz-Prinzipien aufzuweichen. (Bild: Shutterstock / earthphotostock)
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