Im Rechtsstreit um geleakte iOS-26-Designdetails kooperiert YouTuber Jon Prosser weiterhin nicht vollständig mit Apple. Das Unternehmen will nun eine gerichtliche Anordnung erwirken, um die Herausgabe von Beweismaterial zu erzwingen.
Apple geht seit Juli 2025 juristisch gegen den YouTuber Jon Prosser und dessen Bekannten Michael Ramacciotti vor. Der Vorwurf: Die beiden sollen sich unbefugt Zugang zu einem Entwickler-iPhone verschafft und vertrauliche Details über das damals noch als iOS 19 bezeichnete Betriebssystem weitergegeben haben – Monate bevor Apple iOS 26 mit dem Liquid-Glass-Design auf der WWDC 2025 vorstellte. Ein gestern eingereichter Statusbericht zeigt, dass der Fall noch lange nicht abgeschlossen ist.
Laut dem gemeinsamen Statusbericht, der beim US-Bezirksgericht für den Northern District of California eingereicht wurde, hat Prosser auf mehrere Anfragen von Apple zur Beweisfreigabe (Discovery) nur unvollständig oder gar nicht reagiert. Apple hat die Fristen bereits mehrfach verlängert und erklärt, die benötigten Informationen noch immer nicht erhalten zu haben. Das Unternehmen will nun beim Gericht im Northern District of Ohio eine Anordnung beantragen, die Prosser zur Kooperation zwingt.
Wie es zu dem Fall kam
Der Hintergrund: Laut Apples Klage verschaffte sich Ramacciotti Zugang zu einem Entwickler-iPhone des ehemaligen Apple-Softwareingenieurs Ethan Lipnik, während dieser abwesend war. Ramacciotti soll Prosser anschließend per FaceTime den Inhalt des Geräts gezeigt haben, woraufhin Prosser auf seinem YouTube-Kanal Videos mit nachgebauten Renderings des neuen iOS-Designs veröffentlichte.
Lipnik wurde von Apple entlassen, weil er die Unternehmensrichtlinien zur Sicherung von Entwicklungsgeräten nicht eingehalten hatte. Prosser hatte ein im Oktober 2025 gegen ihn ergangenes Versäumnisurteil kassiert, nachdem er die Frist zur Beantwortung der Klage verpasst hatte. Er hat inzwischen angekündigt, sich einen Anwalt zu nehmen und das Versäumnisurteil anfechten zu wollen.
Unterschiedliche Strategien der Beklagten
Bemerkenswert ist der Kontrast zwischen den beiden Beklagten. Während Prosser die Kooperation hinauszögert, arbeitet Ramacciotti deutlich aktiver mit Apple zusammen. Er hat Apple ein weiteres Gerät zur forensischen Untersuchung überlassen, zugesagt, seine Antworten auf Apples Fragen zu ergänzen, und zeigt sich insgesamt kooperativer.
Für Prosser ist die Strategie riskant: Sollte das Gericht die von Apple beantragte Anordnung erlassen und Prosser weiterhin nicht kooperieren, drohen ihm empfindliche Sanktionen – von Geldstrafen bis hin zu einem Urteil wegen Missachtung des Gerichts.
Apple vs. Jon Prosser: Was auf dem Spiel steht
Der Fall hat Signalwirkung für die gesamte Apple-Leaker-Szene. Apple signalisiert mit der Klage, dass es bereit ist, juristisch gegen die Weitergabe vertraulicher Informationen vorzugehen – nicht nur gegen Mitarbeiter, die Daten weitergeben, sondern auch gegen die Personen, die sie veröffentlichen. Ob der Fall zu einem Präzedenzurteil führt oder mit einem Vergleich endet, dürfte sich in den kommenden Monaten entscheiden. (Bild: Shutterstock / Sittipol sukuna)
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