Die französische Großbank BNP Paribas stuft Apple von „Neutral“ auf „Outperform“ hoch und hebt das Kursziel von 260 auf 300 US-Dollar. Der Grund: Die globale Speicherchip-Knappheit spielt Apple gegenüber kleineren Herstellern in die Hände.
Die Speicherchip-Krise, die derzeit den globalen Smartphone-Markt erschüttert, wird für Apple laut BNP Paribas zum Vorteil. In einer heute veröffentlichten Investoren-Notiz argumentieren die Analysten, dass Apples Größe und einzigartige Lieferkette das Unternehmen in eine stärkere Position versetzen als seine Konkurrenten. Ergebnis: eine Heraufstufung der Aktie und ein neues Kursziel von 300 US-Dollar – ein Plus von 15,3 Prozent gegenüber der bisherigen Einschätzung.
Während der Smartphone-Markt global unter der Speicherchip-Knappheit leidet und viele Hersteller ihre Preise anheben mussten, kann Apple laut BNP Paribas davon profitieren. Die These der Analysten deckt sich mit dem, was andere Beobachter bereits in den vergangenen Wochen konstatiert haben: Apple nutzt die Schwäche der Konkurrenz gezielt aus, um Marktanteile zu gewinnen.
Apples Vorteil in der Krise
BNP-Analyst David O’Connor argumentiert, dass die Speicherkrise vor allem kleinere Mitbewerber im niedrigen und mittleren Preissegment trifft. Deren dünne Margen lassen kaum Spielraum, um gestiegene Komponentenkosten abzufedern, ohne die Verkaufspreise zu erhöhen – was wiederum die Nachfrage dämpft.
Apple hingegen habe mehr Stellschrauben bei Umsatz und Kosten zur Verfügung als seine Konkurrenten. Auch wenn der iPhone-Konzern ebenfalls von der Speicherknappheit betroffen ist, könne er durch seine Größe, Lieferkettenbeziehungen und das Premium-Produktportfolio besser reagieren. Das Ergebnis: Apple könne durch iPhone-Marktanteilsgewinne und die fortgesetzte Verschiebung hin zu Premium-Geräten profitieren. Diese Einschätzung passt zur Strategie, die Analysten bereits beim Mac beobachtet hatten.
Was Apple selbst zur Lage gesagt hat
Im letzten Earnings Call Ende Januar hatten Tim Cook und Finanzchef Kevan Parekh erklärt, Apple sei mit sehr knappen iPhone-Lagerbeständen aus dem Dezember-Quartal herausgekommen. Die Nachfrage habe die Erwartungen übertroffen, weshalb Apple nun in einer „Supply Chase“ sei – also versuche, die Nachfrage mit der Produktion aufzuholen.
Die Engpässe zu jenem Zeitpunkt bezogen sich laut Apple auf Chip-Produktionsgrenzen, nicht auf Speicherchips. Für das März-Quartal erwartet Apple jedoch einen stärkeren Einfluss der Speicherkosten auf die Margen. Die Zahlen dazu werden am 30. April im Rahmen des nächsten Quartalsberichts veröffentlicht.
Cook erwähnte zudem, dass Apple „eine Reihe von Optionen“ habe, um mit den steigenden Speicherkosten umzugehen – ohne Details zu nennen.
Kursentwicklung und Ausblick
Die Apple-Aktie schloss am Freitag bei 270,23 US-Dollar, ein Plus von 2,59 Prozent. Seit dem letzten Quartalsbericht hat die Aktie trotz allgemeiner Marktvolatilität rund 5 Prozent zugelegt. Die Volatilität hing unter anderem mit dem Iran-Konflikt zusammen, bei dem Apples indische Produktionsstandorte teilweise betroffen waren.
Das neue Kursziel von BNP Paribas bei 300 US-Dollar impliziert weiteres Aufwärtspotenzial. Ob sich die optimistische Einschätzung bestätigt, hängt wesentlich vom Earnings Report am 30. April ab – und davon, wie stark die Margen tatsächlich unter der Speicherkrise leiden. (Bild: Shutterstock / Anderson P)
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