Laut einem Bericht von Axios setzt die US-amerikanische Nationale Sicherheitsbehörde NSA Anthropics neues Cybersecurity-Modell Mythos Preview ein – obwohl die Trump-Regierung Anthropic eigentlich von US-Behörden ferngehalten hatte.
Die Beziehung zwischen Anthropic und der US-Regierung ist seit Monaten angespannt. Im Februar hatte Präsident Trump alle Regierungsbehörden angewiesen, keine Anthropic-Dienste mehr zu nutzen – nachdem das Unternehmen in Vertragsverhandlungen nicht bereit war, bestimmte Sicherheitsvorkehrungen für militärische Nutzung aufzuweichen. Parallel verklagte Anthropic das Verteidigungsministerium, nachdem die Trump-Regierung das Unternehmen als „Lieferketten-Risiko“ eingestuft hatte. Jetzt wird bekannt: Die NSA nutzt trotzdem Anthropics brandneues Cybersecurity-Modell Mythos.
Der Bericht von Axios stützt sich auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Demnach gehört die NSA zu den rund 40 Organisationen, denen Anthropic Zugang zu Mythos Preview gewährt hat. Eine der Quellen erklärte sogar, das Modell werde „umfassender innerhalb der Behörde eingesetzt“. Das ist bemerkenswert, weil Mythos erst Anfang April im Rahmen von Project Glasswing vorgestellt wurde – einer Cybersecurity-Initiative, an der auch Apple beteiligt ist.
Was Claude Mythos kann
Anthropic beschreibt Mythos als leistungsfähiges General-Purpose-Modell, das bei Computersicherheits-Aufgaben besonders stark abschneidet. Das Modell ist nicht öffentlich verfügbar, sondern nur ausgewählten Partnern zugänglich – darunter Apple, Google, Microsoft, Nvidia und offenbar nun auch die NSA.
Anders als OpenAIs vergleichbares Cybersecurity-Modell GPT-5.4 Cyber verfolgt Anthropic einen stärker kooperativen Ansatz mit einer breiten Koalition aus Technologiekonzernen und Regierungsbehörden. Dass die NSA zu den Nutzern zählt, unterstreicht den Stellenwert, den Anthropics Modell offenbar im Bereich Cyberabwehr hat.
Das Treffen im Weißen Haus
Die Information über die NSA-Nutzung kommt kurz nach einem viel beachteten Besuch: Anthropic-CEO Dario Amodei traf sich am Freitag mit Susie Wiles, der Stabschefin im Weißen Haus, sowie weiteren Regierungsbeamten. Laut Reuters Bericht sollte es dabei um Mythos gehen. Das Weiße Haus bezeichnete das Treffen als „produktiv und konstruktiv“, während Präsident Trump auf Nachfrage von Reportern erklärte, er habe „keine Ahnung“ davon.
Die Diskrepanz zeigt, dass die Beziehung zwischen Anthropic und der Trump-Regierung komplex bleibt – trotz offener rechtlicher Konflikte finden offenbar praktische Kooperationen auf Arbeitsebene statt.
Anthropic: Der laufende Rechtsstreit
Der juristische Konflikt läuft unterdessen weiter. Anthropic reichte im März Klagen gegen das Verteidigungsministerium bei zwei Gerichten ein, nachdem die Trump-Regierung das Unternehmen als „Supply Chain Risk“ klassifiziert hatte. Ein Gericht gewährte Anthropic eine vorläufige einstweilige Verfügung, die diese Einstufung vorübergehend blockiert. Ein anderes Gericht hingegen lehnte den entsprechenden Antrag ab.
Für Apple und andere Technologiepartner, die eng mit Anthropic zusammenarbeiten, ist die Entwicklung interessant: Auch wenn die politischen Rahmenbedingungen in den USA angespannt sind, bleiben die technologischen Kooperationen bestehen. Apple selbst arbeitet weiterhin im Rahmen von Project Glasswing mit Anthropic zusammen, um iOS und macOS auf Schwachstellen zu prüfen und die Cybersicherheit der eigenen Produkte zu stärken.
Warum das über die NSA hinausgeht
Die Tatsache, dass die NSA Mythos nutzt, zeigt zweierlei: Erstens, wie gefragt spezialisierte KI-Modelle für Cybersecurity mittlerweile auch im staatlichen Bereich sind. Zweitens, dass selbst bei politischen Spannungen zwischen Unternehmen und Regierungen die technologische Abhängigkeit oft die politische Einordnung überlagert. Für die Weiterentwicklung von KI-gestützter Cybersicherheit ist das eine eher gute Nachricht – auch wenn die rechtlichen Fragen rund um Anthropic und das Pentagon ungelöst bleiben. (Bild: Shutterstock / gguy)
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